Russland will nach 2024 aus der Internationalen Raumstation ISS aussteigen, hat die Nasa nach deren Angaben bislang darüber aber noch nicht informiert. «Die Nasa ist nicht auf Entscheidungen von irgendeinem der Partner hingewiesen worden», sagte Nasa-Chef Bill Nelson der Deutschen Presse-Agentur. Nach wie vor sehe sich die Nasa zum Betrieb der ISS bis 2030 verpflichtet und koordiniere ihre Arbeit deswegen mit den Partnern. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hatte zuvor angekündigt, nach 2024 aus dem Betrieb der ISS auszusteigen. «Natürlich werden wir alle unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Partnern erfüllen, aber die Entscheidung über den Ausstieg aus dieser Station nach 2024 ist gefallen», hatte der neue Roskosmos-Chef Juri Borissow bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesagt. Auch der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby, sagte daraufhin, dass die russische Regierung die USA bislang nicht offiziell über jegliche solche Absicht informiert habe. Man prüfe Optionen, mögliche Auswirkungen auf die ISS nach 2024 zu mildern, sagte Kirby weiter. An der ISS beteiligt sind die USA, Russland, Kanada, Japan und Mitgliedstaaten der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Ohne die Mitarbeit von Russland kann die Station jedoch so nicht weiterbetrieben werden. Was mit dem mehr als 20 Jahre alten und inzwischen pannenanfälligen Außenposten der Menschheit nach 2024 passieren wird, ist aber unklar. Zuletzt hatte Russland 2001 seine Raumstation Mir nach 15 Jahren Betrieb im Pazifik versenkt. Überraschend kam die Mitteilung aus Moskau nicht. Die 400 Kilometer über der Erde schwebende ISS war zuletzt in die Jahre gekommen und sorgte immer wieder wegen Pannen für Aufsehen. Nach der von Putin befohlenen Invasion in die Ukraine haben westliche Länder auch Sanktionen gegen die russische Raumfahrtindustrie verhängt, weshalb Roskosmos über massive Technik-Probleme klagt. Der gerade abgelöste Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin hatte die Zusammenarbeit mit den USA auch angesichts der schweren politischen Spannungen zwischen Moskau und Washington im Zuge des Krieges zuletzt immer wieder in Frage gestellt. Rogosin hatte nicht ausgeschlossen, das russische Modul von der ISS abzukoppeln und eigenständig weiter zu betreiben. Dabei deutete er auch eine mögliche Nutzung der Station zur militärischen Erdbeobachtung an. Sein Nachfolger Borissow sagte nun, dass bis zum Ausstieg mit dem Bau einer russischen Raumfahrtstation begonnen werden solle. Der Chefkonstrukteur des russischen Raketenbauers Energija, Wladimir Solowjow, sagte, das erste Modul für die neue russische Raumstation könnte 2028 ins Weltall gebracht. Dazu müsse die Entscheidung für den Bau bis Ende dieses Jahres getroffen werden. Das Modul könne mit einer «Angara-A5M»-Rakete vom Weltraumbahnhof Wostotschny ins All gebracht werden, meinte er. Die ISS galt bislang als ein Hoffnungszeichen der Völkerverständigung: «Das bleibende Erbe der ISS wird sehr wahrscheinlich die internationale Zusammenarbeit und ein Ort des Friedens sein», hatte der US-Astronaut Thomas Marshburn noch im Mai bei der Kommando-Übergabe an Bord der ISS an seinen russischen Kollegen Oleg Artemjew gesagt. Bis zum russischen Ausstieg soll die Zusammenarbeit auf der ISS nach Moskauer Angaben weitergehen.Technik-Probleme bei Roskosmos
Russische Raumstation in Planung
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Russland will nach 2024 aus ISS-Projekt raus
Die Zusammenarbeit im Weltall war für Russland stets Ehrensache. Nun aber verabschiedet sich die stolze Raumfahrtnation wohl von der ISS - mit unklaren Folgen. Die Nasa zeigt sich überrumpelt.
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