4. August 2022 / News aus der Welt

RKI: Weiter millionenfach Corona-Impfbedarf

Millionen Menschen in Deutschland müssen ihre Corona-Impfung auffrischen lassen. Zu diesem Ergebnis kommt der Monatsbericht des RKI. Auch, wenn die Zahl der Impfungen zuletzt erstmals wieder gestiegen ist.

Millionen Menschen in Deutschland müssen einem RKI-Bericht zufolge ihren Impfschutz gegen das Coronavirus wieder auffrischen lassen.
Veröffentlicht am 4. August 2022 um 18:18 Uhr von dpa

Noch immer sieht das Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Corona-Pandemie bei Millionen Menschen weiteren Impfbedarf – obwohl im Juli wieder etwas mehr Impfungen als im Vormonat verabreicht worden sind. Die Auffrischimpfung schütze weiterhin auch in Omikron-Zeiten sehr effektiv vor schweren Verläufen, weshalb neben dem Beginn der Impfung bei Ungeimpften auch bei den bisher lediglich Grundimmunisierten Impflücken geschlossen werden müssten, wie ein RKI-Team im neuen Monatsbericht zu Covid-19-Impfungen vom Donnerstag schreibt.

Im Juni war laut RKI mit knapp einer Million Impfungen in rund 29.700 Impfstellen der bisherige Tiefststand des Impfgeschehens erreicht worden. Im Juli habe die Zahl der impfenden Stellen nun zwar weiter abgenommen (27.900), es seien mit gut einer Million aber erstmals wieder etwas mehr Impfungen als im Vormonat registriert worden, heißt es im Bericht. «Der seit Jahresbeginn anhaltende Abwärtstrend der Impfzahlen scheint im Juli erstmals gestoppt.»

Dennoch: Den Experten zufolge müssten noch etwa 1,3 Million Menschen im Alter ab 60 Jahren und etwa 7,8 Millionen Menschen unter 60 Jahren, die lediglich grundimmunisiert sind, ihren Impfschutz mit mindestens einer Impfung auffrischen. Noch gar keine Impfung erhalten hätten rund 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahre und 1,9 Millionen ab 60. Hier hat sich im Vergleich zum Vormonat wenig verändert.

Konkret sind laut aktuellem Monitoring mit Stand Anfang August gut 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung grundimmunisiert, gut 72 Prozent haben eine erste Auffrischimpfung bekommen, knapp 10 Prozent eine zweite.

Laut RKI kaum Bewegung bei Erstimpfungen

Bei der Corona-Impfquote in Deutschland hat sich laut dem Bericht zuletzt hauptsächlich bei der zweiten Auffrischimpfung für ältere Menschen noch etwas getan. Allerdings habe nach jüngsten ausgewerteten Daten die Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen noch keine zweite Auffrischimpfung erhalten, hieß es. Erstimpfungen würden am wenigsten verabreicht.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine zweite Auffrischimpfung einigen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern, Menschen ab 70 Jahren und Personal medizinischer Einrichtungen. Die RKI-Experten bekräftigen im neuen Impf-Papier erneut, dass Auffrischimpfungen insgesamt eine hohe Effektivität gegen eine Einweisung ins Krankenhaus wegen Corona aufweisen.

Nach RKI-Angaben ist das Risiko für Ungeimpfte, aufgrund von Covid-19 in einem Krankenhaus behandelt zu werden, um ein Vielfaches höher als für Menschen mit einer Auffrischimpfung: Es ist demnach 2,9-fach (12- bis 17-Jährige), 3,3-fach (18- bis 59-Jährige) und 4,8-fach (ab 60-Jährige) erhöht. Diese Daten stammen von Mitte Mai bis Mitte Juni.


Bildnachweis: © Daniel Karmann/dpa
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