Der erste Mensch, bei dem in Deutschland Affenpocken diagnostiziert worden waren, ist laut Meldung eines Krankenhauses genesen. Der 26-jährige Brasilianer wurde nach rund zwei Wochen Behandlung symptomfrei aus der Behandlung entlassen, teilte die München Klinik am Dienstag mit. Ein zweiter Patient sei bereits in der Vorwoche in häusliche Isolation entlassen worden. Beide Patienten hätten an milden Krankheitsverläufen mit den charakteristischen Hautveränderungen wie Pusteln und Pocken gelitten. Weitere Menschen mit der Virusinfektion würden derzeit nicht in der München Klinik behandelt. In ganz Bayern wurden bis Anfang Juni insgesamt sechs Fälle von Affenpocken gemeldet; das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnet bislang 80 Infektionen deutschlandweit. Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung. Der Erreger wird laut RKI meist durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Experten gehen davon aus, dass der Ausbruch begrenzt werden kann. Die Gefährdung für die breite Bevölkerung wird nach wie vor als gering einschätzt. Die Symptome (darunter zum Beispiel Fieber und Hautausschlag) verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst, können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen auch zum Tod führen. Seit dem Freitag vor Pfingsten hat sich die Zahl der beim RKI erfassten Erkrankungen um 15 erhöht. Dazu heißt es: «Soweit bekannt, erkranken die meisten Betroffenen nicht schwer.» Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Sonntag ist die Krankheit nun in rund 30 Ländern nachgewiesen, in denen das Virus sonst nicht kursiert. Es geht um mehrere Hundert Fälle. Hierzulande ist die Virus-Infektion bisher in Berlin besonders häufig bestätigt worden: Die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung wies mit Stand Dienstagnachmittag 72 gemeldete Fälle aus. Davon seien 13 Patienten in ein Krankenhaus aufgenommen worden. Schon nach den ersten Nachweisen hierzulande hatte es in einem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums geheißen, dass auch in Berlin Partyveranstaltungen, «bei denen es zu sexuellen Handlungen kam», als Orte gelten, wo Menschen dem Virus ausgesetzt waren. Solche Feiern hatte es etwa auch auf den Kanaren gegeben. «Da die Ansteckung wahrscheinlich über Schleimhautkontakt erfolgt, sollten zur Vorsorge außerdem enge körperliche/sexuelle Kontakte mit wechselnden bzw. fremden Personen nach Möglichkeit vermieden werden», rät die Berliner Gesundheitsverwaltung. Safer-Sex-Regeln wie der Gebrauch von Kondomen sollten beachtet werden, hieß es.Elf Berliner Patienten im Krankenhaus
Bildnachweis: © Institute of Tropical Medicine Antwerp/dpa
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Erster Patient mit Affenpocken-Virus in Deutschland genesen
Die Affenpocken breiten sich in Deutschland weiter aus - aber langsam. Die Hauptstadt ist besonders betroffen. Nun ist hierzulande erstmals ein Patient symptomfrei aus der Behandlung entlassen worden.
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