Die Queen ist für ihre robuste Gesundheit bekannt - und dafür, dass sie die Zähne zusammenbeißt. Als sie am Mittwoch auf Anraten ihrer Ärzte eine Reise nach Nordirland absagen musste, fügte sie sich nur «widerwillig». Doch genau deshalb dürfte es viele Menschen in Großbritannien beunruhigen, dass die Königin anschließend eine Nacht im Krankenhaus verbringen musste, wie der Buckingham-Palast am Donnerstag bestätigte. Der Palast gab sich alle Mühe, die Sorgen um die Gesundheit der Queen zu zerstreuen. Grund für den Klinikbesuch seien «Voruntersuchungen» gewesen, wurde ein Palastsprecher zitiert. Die Königin sei bereits zur Mittagszeit am Donnerstag wieder auf Schloss Windsor gewesen und weiterhin guter Dinge. Unter der Hand hieß es dann laut den Berichten noch, die Queen habe sogar noch etwas Arbeit an ihrem Schreibtisch erledigt. Und mit dem Coronavirus habe das Ganze nichts zu tun. Auch am Freitag schien sie wieder geschäftig zu sein. Sie habe «leichte Verpflichtungen» erledigt, erfuhr PA. Die Öffentlichkeit erfuhr von dem Klinikaufenthalt erst am späten Donnerstagabend, als die Queen längst wieder zuhause auf Schloss Windsor war. Die Boulevardzeitung «The Sun» hatte Wind bekommen und berichtete auf ihrer Titelseite - erst daraufhin gab der Palast eine Mitteilung heraus. Sollte der Klinikaufenthalt geheim bleiben? Beim Buckingham-Palast gab es dazu auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur keinen Kommentar. Die zögerliche Informationspolitik könnte auch andere Gründe gehabt haben: Wie die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Palastkreise berichtete, war die Übernachtung nicht geplant gewesen, sondern erfolgte aufgrund «praktischer Gründe». Demnach sollen die Untersuchungen länger gedauert haben als erwartet. Und die Queen war nicht im Helikopter, sondern im Auto aus dem eine Fahrstunde entfernen Windsor angereist. Zudem sollen auch Erwägungen über die Privatsphäre der Monarchin eine Rolle gespielt haben. Genesungswünsche ließen nicht lange auf sich warten. Premierminister Boris Johnson habe der Queen seine besten Wünsche ausrichten lassen, sagte ein Downing-Street-Sprecher am Freitag. Schon in der vergangenen Woche war über den Gesundheitszustand der Queen spekuliert worden, als sie sich - höchst ungewöhnlich - mehrmals mit Gehstock zeigte. Zuletzt ging die Queen vor knapp 20 Jahren mit Stock. Doch damals erholte sie sich von einer Knie-Operation. Das letzte Mal, dass die Queen eine Nacht im Krankenhaus verbrachte, war im Jahr 2013. Sie wurde damals wegen einer Magen-Darm-Entzündung behandelt. So besorgniserregend die sich häufenden Berichte über die womöglich angeschlagene Gesundheit der Queen sein mögen - es ist unbestritten, dass die 95-Jährige in den vergangenen Wochen ein sehr straffes Programm absolvierte. Sie gilt als äußerst pflichtbewusst. Noch am Dienstag hatte sie Wirtschaftsvertreter auf Schloss Windsor empfangen und dabei Teilnehmern zufolge einen fitten Eindruck gemacht. Insgesamt hatte die 95-Jährige allein im Oktober 15 öffentliche Termine geplant. Selbst nach dem Tod ihres Mannes Prinz Philip, der im April im Alter von 99 Jahren gestorben war, hatte sie nur wenige Tage die Arbeit ruhen lassen. Nun wird sie wohl ein bisschen kürzer treten müssen. Mit Spannung wird daher erwartet, ob sie wie geplant an der UN-Klimakonferenz in Glasgow Anfang November dabei sein wird. Auch das jährliche Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs und die im Kampf gestorbenen Soldaten, das immer am zweiten Sonntag im November begangen wird, ist ein Termin bei dem die Queen nicht fehlen darf. Erst kürzlich hatte die Königin noch mit ihrer Absage an die Auszeichnung als «Oldie of the Year» des «Oldie»-Magazins für Aufsehen gesorgt: Man sei immer so alt wie man sich fühle, antwortete die Queen. Sie fürchte daher die Kriterien für die Ehrung nicht zu erfüllen. An Humor fehlt es der britischen Königin jedenfalls nicht.Zögerliche Informationspolitik des Palastes
Spekulationen machen die Runde
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God save the Queen: Sorge um Gesundheit der Königin
Reise abgesagt, eine Nacht im Krankenhaus: Braucht die Queen nur ein bisschen Ruhe oder muss man sich ernsthaft Sorgen machen? Diese Frage dürfte derzeit viele Briten umtreiben.
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