Wenn die Zusagen aller Staaten zum Klimaschutz für das Jahr 2030 umgesetzt werden, klettert die Erderwärmung Forschern zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts immer noch auf etwa 2,4 Grad. Das zeigen neue Prognosen des Climate Action Tracker (CAT), die am Dienstag auf der Weltklimakonferenz in Glasgow veröffentlicht wurden. Wenn man nur betrachtet, was die Staaten jetzt tun, und weitere Ankündigungen ausblendet, steigt die Erderwärmung demnach bis 2100 sogar auf 2,7 Grad. Das im Pariser Klimaabkommen von 2015 vereinbarte Ziel ist aber, den Temperaturanstieg auf unter zwei Grad, möglichst 1,5 Grad, im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Dafür müssten nach Berechnungen des Weltklimarats bis 2030 die Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase halbiert werden. Die CAT-Forscher stellten fest, dass zur Halbzeit der Klimakonferenz in Schottland eine «Glaubwürdigkeitslücke» klaffe zwischen dem, was gesagt, und dem, was getan werde. Auch ein «optimistisches Szenario» von lediglich 1,8 Grad Erwärmung sei denkbar - aber nur, wenn diejenigen Staaten ihre langfristigen Zusagen einhielten, die bis zur Mitte des Jahrhunderts klimaneutral werden wollen. Dazu fehlten aber den meisten Ländern belastbare, konkrete Konzepte. Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan nannte die Prognose erschreckend. «Es ist ein niederschmetternder Bericht, der in jeder gesunden Welt Regierungen dazu veranlassen würde, sofort ihre Differenzen beizulegen und mit kompromisslosem Einsatz einen Deal zur Rettung unserer Zukunft auszuarbeiten.» Stattdessen sehe man auf der COP26 «Subversion, Sabotage und Selbstsucht» der Mächtigen, während verletzliche Staaten um ihr Leben kämpften und junge Aktivisten nach Gerechtigkeit riefen.
Bildnachweis: © Natacha Pisarenko/AP/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Prognose: Welt steuert bis 2100 auf 2,4 Grad Erwärmung zu
Steuert die Welt ungebremst auf die Katastrophe zu? Eine Klimaprognose legt das nahe. Auf der COP26 in Glasgow gebe es laut der Greenpeace-Chefin hingegen nur «Subversion, Sabotage und Selbstsucht».
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 25. September 2026
Herbstkirmes 2026 in Wiedenbrück: Fahrgeschäfte, Feuerwerk und Krammarkt
Vom 2. bis 5. Oktober lockt die Herbstkirmes nach Wiedenbrück: Fahrgeschäfte, Feuerwerk, verkaufsoffener Sonntag und Krammarkt.
- 20. September 2026
Klingelbrink wird zur Partymeile: Soleil Society bringt Wiedenbrück zum Pulsieren
Summer Closing am Klingelbrink: volle Straße, mehr als 250.000 Videoaufrufe und eine Debatte über Innenstadtleben. Unser Rückblick mit Bildergalerie.
- 3. Oktober 2026
Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.
Neueste Artikel
- 9. Oktober 2026
Im Unterricht gestorbene Schülerin: Keine Fremdeinwirkung
Eine 16-Jährige brach in einer Realschule in Rheinland-Pfalz zusammen und starb. Was hat die Obduktion ergeben?
- 9. Oktober 2026
Schütze von Berngau bei Festnahme schwer verletzt
Widerstandslos wollte sich der 60-Jährige nach den tödlichen Schüssen nicht der Polizei stellen. Bei der Stürmung des Hauses wurde er schwerer verletzt als zunächst bekannt.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 9. Oktober 2026
Im Unterricht gestorbene Schülerin: Keine Fremdeinwirkung
Eine 16-Jährige brach in einer Realschule in Rheinland-Pfalz zusammen und starb. Was hat die Obduktion ergeben?
- 9. Oktober 2026
Schütze von Berngau bei Festnahme schwer verletzt
Widerstandslos wollte sich der 60-Jährige nach den tödlichen Schüssen nicht der Polizei stellen. Bei der Stürmung des Hauses wurde er schwerer verletzt als zunächst bekannt.

