Für ihre «Zeit»-Reportage über chinesische Pflegekräfte in einem deutschen Seniorenheim hat die Journalistin Xifan Yang den Nannen Preis 2021 gewonnen. Sie erhielt die Auszeichnung am Dienstag in der Königsdisziplin (Egon Erwin Kisch-Preis für die beste Reportage) des renommierten Journalistenpreises. Der Titel der Reportage lautet: «Die Gesandte des Konfuzius». Die Verleihung wurde live ins Netz ausgestrahlt, die Siegerin war per Video zugeschaltet. Seit 2005 verleihen das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr und das von Henri Nannen (1913-1996) gegründete Magazin «Stern» als Stifter den Preis. Der Nannen Preis gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Medienschaffende in Deutschland. Für die diesjährige Verleihung wurde einiges am Preis geändert: Gewinnen konnten auch Journalisten für TV-, Radio- und Podcast-Beiträge. Im Januar hatte Gruner + Jahr dazu mitgeteilt: «Der Nannen Preis ehrt fortan herausragende publizistische Leistungen jeder Art. Ganz gleich, ob sie in traditionellen Medien oder auf digitalen Plattformen veröffentlicht werden, ob in gedrucktem oder gesprochenem Wort, in Bildern, in grafischen oder crossmedialen Formaten.» Es gab zudem neue Kategorien. Zum ersten Mal wurde ein Preis in der Kategorie «Republik» vergeben. Der Journalist Daniel Deckers überzeugte die Jury mit seiner Berichterstattung in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zum Thema sexueller Missbrauch durch Geistliche der Katholischen Kirche. In der Kategorie werden Projekte geehrt, die der Öffentlichkeit einen außergewöhnlichen publizistischen Dienst erweisen. Die zweite neue Kategorie ist «Geschichte des Jahres» und wurde für einen Video-Beitrag verliehen. Die Wissenschaftsjournalistin Mai-Thi Ngyuen-Kim präsentierte den Beitrag «Corona geht gerade erst los» in ihrem Youtube-Kanal Mailab/Funk, gemeinsam mit ihrem Team Lars Dittrich und Melanie Gath. Ngyuen-Kim wurde für ihre Berichterstattung über die Corona-Krise schon mehrmals geehrt. Das Youtube-Video sahen Millionen. In der Kategorie «Lokal» siegte Stefan Proetel vom «Mannheimer Morgen» für seinen Bericht «Die Geschäfte des Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel». Eine Gruppe von Journalisten gewann den Preis in der Kategorie «Investigation» für einen Artikel über Beteiligte am Giftanschlag auf den Kremlgegner Alexej Nawalny, der im «Spiegel» (in Kooperation mit «Bellingcat», «CNN» und «The Insider») erschien. Zu der Gruppe gehörten: Roman Dobrokhotov, Matthias Gebauer, Christo Grozev, Roman Lehberger, Fidelius Schmid, Jörg Diehl und Christian Esch. Der Titel des Artikels: «Das sind die Männer, die Nawalny töten sollten». Bereits seit einigen Tagen waren schon die Träger des Sonderpreises bekannt. Die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf erhielten die Auszeichnung des Magazins «Stern» für ihre beiden Sondersendungen im ProSieben-Programm zur Situation von Geflüchteten im Camp Moria und zum Problem von Alltagssexismus. Auch das Produktionsteam und die Autorin Sophie Passmann, die an den Beiträgen mitwirkten, wurden zugleich mit diesem Preis geehrt.
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Nannen Preis: «Zeit»-Reporterin gewinnt in Königsdisziplin
Es gibt neue Kategorien und er ist jetzt offen für TV- und Podcast-Beiträge: Der Nannen Preis hat sich verändert. Wer dieses Mal gewann.
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