25. August 2023 / News aus der Welt

Nach tödlichen Bränden auf Maui: Klage gegen Stromversorger

Nach der Feuerkatastrophe auf Maui mit zahlreichen Opfern reicht der Bezirk Klage gegen den Energiekonzern Hawaiian Electric ein. Es ist kein Einzelfall.

Ausgebrannte Autos in Lahaina.
Veröffentlicht am 25. August 2023 um 03:47 Uhr von dpa

Gut zwei Wochen nach Ausbruch der verheerenden Brände im US-Bundesstaat Hawaii mit weit über 100 Toten hat der Bezirk Maui Klage gegen den örtlichen Stromversorger eingereicht.

Darin wirft die Behörde dem Energiekonzern Hawaiian Electric unter anderem Fahrlässigkeit vor. So habe der Konzern es versäumt, das Stromnetz abzuschalten, obwohl das Wetteramt zuvor wegen hoher Feuergefahr, begünstigt durch Trockenheit, hohe Temperaturen und starke Winde, eine «Red Flag»-Warnung für die Hawaii-Inselkette herausgegeben hatte.

Bezirk verlangt Schadenersatz

Der Bezirk hält dem Konzern auch vor, Strommasten und andere Einrichtungen schlecht gewartet und vernachlässigt zu haben. Herabfallende Stromkabel hätten trockene Vegetation in Brand gesetzt und so die Feuer ausgelöst, heißt es in einer Mitteilung. Die Feuer auf Maui hätten mehr als 2200 Gebäude zerstört und einen geschätzten Sachschaden von mehr als 5,5 Milliarden Dollar verursacht. Der Bezirk verlangt Schadenersatz in nicht genannter Höhe. Es liegen auch schon Klagen von Anwohnern gegen den Konzern vor.

Die Wald- und Buschbrände waren am 8. August an mehreren Orten auf Maui und der Nachbarinsel Hawaii ausgebrochen. Gemessen an den Opferzahlen waren es die folgenschwersten Brände in den USA seit mehr als 100 Jahren. In der fast vollständig zerstörten Stadt Lahaina kamen mindestens 115 Menschen ums Leben. Helfer durchsuchen mit Leichenspürhunden weiter die ausgebrannten Gebäude, die Opferzahl dürfte noch steigen.

Ähnlicher Fall in Kalifornien

In Kalifornien waren nach riesigen Flächenbränden dortige Energieversorger verklagt worden. Das Unternehmen PG&E hatte sich 2020 für einen verheerenden Waldbrand mit über 80 Toten in der Ortschaft Paradise schuldig bekannt. Mehr als 13.000 Häuser brannten dort im November 2018 ab.

Das Feuer wurde auf defekte Stromleitungen zurückgeführt. Starker Wind trug dazu bei, dass sich die Flammen schnell ausbreiteten. Der Konzern musste Strafen und Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Bei extremen Wetterlagen mit erhöhter Brandgefahr wird nun häufiger der Strom vorsorglich abgeschaltet.


Bildnachweis: © Rick Bowmer/AP/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
News aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Auto rast durch Fußgängerzone - Minister spricht von Unfall
News aus der Welt

Umgestürzte Stühle, Kinderspielzeug auf der Straße: Eine Spur der Verwüstung hat ein Autofahrer im nordhessischen Hofgeismar hinterlassen. Es gibt mehrere Verletzte. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Polen: Betonmischer prallt gegen Zug - eine Tote
News aus der Welt

Ein Lkw kollidiert auf einem unbeschrankten Bahnübergang mit einem Intercity. Eine Frau stirbt, mehrere Menschen werden verletzt. Was über den Unfallhergang bekannt ist.

weiterlesen...
«Takk»: Tränenreicher Abschied von König Harald in Oslo
News aus der Welt

Zehntausende Menschen begleiten in Oslo die letzte Reise des geliebten Königs Harald. Auch hohe Gäste wie Prinz William und Frank-Walter Steinmeier erweisen ihm die letzte Ehre.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Polen: Betonmischer prallt gegen Zug - eine Tote
News aus der Welt

Ein Lkw kollidiert auf einem unbeschrankten Bahnübergang mit einem Intercity. Eine Frau stirbt, mehrere Menschen werden verletzt. Was über den Unfallhergang bekannt ist.

weiterlesen...
«Takk»: Tränenreicher Abschied von König Harald in Oslo
News aus der Welt

Zehntausende Menschen begleiten in Oslo die letzte Reise des geliebten Königs Harald. Auch hohe Gäste wie Prinz William und Frank-Walter Steinmeier erweisen ihm die letzte Ehre.

weiterlesen...