25. Mai 2024 / News aus der Welt

Nach Erdrutsch in Papua-Neuguinea läuft Hilfe schleppend an

Ein Bergteil rutscht in der Nacht ab und begräbt ganze Orte unter sich, verschüttet Hunderte Menschen. In eine der am schwer zugänglichsten Regionen der Erde dringt Hilfe von außen nur langsam vor.

Ein großer Erdrutsch hat das Dorf Kaokalam unter sich begraben.
Veröffentlicht am 25. Mai 2024 um 13:46 Uhr von dpa

Nach einem Erdrutsch werden im abgelegenen Hochland Papua-Neuguineas Hunderte Tote befürchtet. Das Dorf Yambali etwa sei unter den Erdmassen verschwunden, beschrieb die örtliche Zeitung «Post Courier» das Unglück. Mehrere Orte in der Provinz Enga sollen getroffen worden sein, als gegen 3 Uhr am Freitagmorgen (Ortszeit) ein Teil eines Berges abging.

Mindestens 300 Menschen galten als verschüttet, berichtete das Medium unter Berufung auf Regierungsvertreter der Region. Mehr als 1000 Häuser und auch 5000 Schweine wurden demnach begraben. Offizielle Opferzahlen lagen bislang nicht vor.

Anwohner schätzten, dass mindestens 100 Menschen bei dem Unglück starben. Es könnten aber auch weitaus mehr sein. Medienangaben zufolge lebten im betroffenen Gebiet mehr als 3000 Menschen. Spärliche Aufnahmen vom Unglücksort zeigten, wie Anwohner über gewaltige Felsbrocken kletterten und Leichen unter dem Geröll hervorzogen. Allerdings sollen bislang nur wenige Tote tatsächlich geborgen worden sein.

Hilfsorganisation CARE Australia eingetroffen

Anwohner setzten am Samstag die Suche nach Verschütteten unter extrem schwierigen Bedingungen fort. Laut der Hilfsorganisation CARE Australia gelang es einem Einsatzteam für schnelle Hilfe, am Samstagmorgen die betroffenen Orte zu erreichen, wie der Sender BBC berichtete.

Der Straßen-Zugang zum Dorf war CARE zufolge blockiert und die Gegend zunächst damit praktisch nur per Hubschrauber erreichbar. Zudem sei der Boden immer noch in Bewegung, es bestehe die Gefahr weiterer Erdrutsche.

Erdrutsche und Beben keine Seltenheit

Regionale Einsatzkräfte waren unterwegs ins Katastrophengebiet, um Anwohner mit Medizin und Lebensmitteln zu versorgen. Vor Ort fehlte es auch an schwerem Gerät für den Rettungseinsatz - am Freitag hatten die Menschen vor Ort Berichten zufolge mit Äxten und Macheten versucht, Verschüttete freizulegen.

Papua-Neuguineas Ministerpräsident James Marape hatte am Freitag nach eigenen Aussagen Mitarbeiter des Katastrophenschutzes und Militärs zur Hilfe ausgesandt. Die Regierungen von Australien und die USA erklärten, ihre Länder stünden bereit zu helfen.

Die Tropeninsel Papua-Neuguinea liegt nördlich von Australien. Wegen ihrer Nähe zum Äquator sind schwere Regenfälle keine Seltenheit.

Zudem liegt der Inselstaat mit zehn Millionen Einwohnern auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer der seismisch aktivsten Gegenden der Erde. Immer wieder kommt es zu Erdbeben - so zuletzt vor wenigen Tagen, als ein Beben der Stärke 4,5 die Provinz Enga erschütterte. Ob die Erdstöße mit dem nun erfolgten Erdrutsch in Zusammenhang stehen, war unklar.


Bildnachweis: © Ninga Role/NINGA ROLE/AAP Image/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Wiedenbrück: Vier letzte Grundstücke an der Kernekampstraße für den Traum vom Eigenheim
Partner News

Acht Bauplätze waren geplant, vier sind bereits durch die Splietker Architektur und Bauen (Splietker Baugesellschaft mbH) bebaut. Wer jetzt zugreift,

weiterlesen...
Haus in Görlitz eingestürzt - fünf Menschen nicht erreichbar
News aus der Welt

Nach einem Hauseinsturz in Sachsen ist die Lage auch nach mehreren Stunden weiter unklar. Fünf Menschen, die möglicherweise in dem Haus waren, sind nicht erreichbar.

weiterlesen...
Neelas Jahr im Kloster Wiedenbrück endet bald
Allgemeines

Neela Timmermann beendet ihren Freiwilligendienst im Kloster Wiedenbrück.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mutmaßlicher Block-Kidnapper: «Die Kinder haben geweint»
News aus der Welt

Eine israelische Sicherheitsfirma soll die Block-Kinder im Auftrag ihrer Mutter entführt haben. Der Chef ist als Zeuge eine Schlüsselfigur in dem Prozess. Trugen die mutmaßlichen Entführer Waffen?

weiterlesen...
Mehr geht nicht - Lotto-Jackpot weiter bei 50 Millionen Euro
News aus der Welt

Im Lotto «6aus49» liegen weiterhin 50 Millionen Euro im Jackpot der Gewinnklasse 1. Mehr geht nicht. Aber durch die lange Phase ohne Gewinner verändert sich jetzt schon der nächste Jackpot.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mutmaßlicher Block-Kidnapper: «Die Kinder haben geweint»
News aus der Welt

Eine israelische Sicherheitsfirma soll die Block-Kinder im Auftrag ihrer Mutter entführt haben. Der Chef ist als Zeuge eine Schlüsselfigur in dem Prozess. Trugen die mutmaßlichen Entführer Waffen?

weiterlesen...
Mehr geht nicht - Lotto-Jackpot weiter bei 50 Millionen Euro
News aus der Welt

Im Lotto «6aus49» liegen weiterhin 50 Millionen Euro im Jackpot der Gewinnklasse 1. Mehr geht nicht. Aber durch die lange Phase ohne Gewinner verändert sich jetzt schon der nächste Jackpot.

weiterlesen...