Nach den verheerenden Überschwemmungen an der Ahr sieht der Krisenstab eine Gefährdung der Bevölkerung durch die Umweltverschmutzung. Es gehe dabei um die Verunreinigung von Wasser und Schlämmen durch Kraftstoffe, Fäkalien und Chemikalien: «Die Menschen müssen sich weiterhin sehr vorsichtig verhalten im Umgang mit Schlämmen und anderen Dingen», sagte der Leiter des Krisenstabes, Thomas Linnertz, am Donnerstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. «Es sind natürlich auch Stoffe aus irgendwelchen Lagern ausgelaufen.» Als Beispiel nannte er Pflanzenschutzmittel. Er forderte die Menschen deshalb auf, Handschuhe und Schutzkleidung zu tragen und sich die Hände zu waschen. Es werde auch Boden untersucht. «Damit wird man sich vermutlich noch längere Zeit auseinandersetzen müssen», sagte er. Um ausgetretenes Öl aufzunehmen, sollen in verunreinigten Gebieten Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) ausrücken. In der Gesamtlage sei nun eine «gewisse Stabilität erreicht», sagte Linnertz. «Im Mittelpunkt steht weiterhin das Aufräumen.» «Noch recht prekär» sei die Lage jedoch in der Verbandsgemeinde Altenahr und in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. In der Verbandgemeinde Altenahr erfolge die Versorgung der Bevölkerung weiter über Wassertanks und Stromgeneratoren. Nach dem Hochwasser lässt der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) das Wasser in zwei Talsperren in der Eifel auf mögliche Rückstände prüfen. Die Proben aus der Rurtal- und der Urfttalsperre würden auf Spuren von Benzin, Heizöl und Metallen untersucht, sagte der Sprecher des Verbands, Marcus Seiler. Ergebnisse lägen noch nicht vor. Im Einzugsbereich der Flüsse, die Urfttalsperre und Rurtalsperre in der Eifel speisen, seien während des Hochwassers Heizöltanks sowie Tankstellen unter Wasser gestanden. Die Rurtalsperre ist der Füllmenge nach die zweitgrößte Talsperre in Deutschland mit 202,6 Millionen Kubikmetern Fassungsvermögen. Sie liegt westlich von Euskirchen. Ein Bereich des Talsperrenverbundes ist Teil der Trinkwasserversorgung für 600.000 Menschen in Aachen und den umliegenden Städten. Der Sprecher sagte, eine Folge der Überschwemmung sei Treibgut auf der Wasseroberfläche. Der Verband habe Boote gemietet, die Baumstämme, Äste und angeschwemmten Müll von der Oberfläche entfernten. Zunächst seien Boote auf dem Obersee, einem Teil der Rurtalsperre, und auf der Urfttalsperre unterwegs. «Danach ist der Rursee an der Reihe», sagte der Sprecher. Auf diesem nördlichen Teil des Gewässers kann Wassersport betrieben werden. Allerdings werde derzeit davor gewarnt. «Segelboote und Surfer können durch Treibgut gefährdet werden», sagte der Sprecher.Talsperren auf Rückstände prüfen
Aufräumarbeiten auf Talsperre
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Gefährdung der Bevölkerung durch Umweltverschmutzung
Nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gehen die Aufräumarbeiten voran. Behörden kontrollieren nun, ob noch Gefahren für die Bevölkerung bestehen.
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