16. Mai 2024 / News aus der Welt

Millionenschaden: Freiheitsstrafen für Cyber-Betrüger

Sie versprachen eine attraktive Geldanlage über das Internet - und brachten Hunderte um ihr Erspartes. Wegen dieser Vorwürfe sind Mitglieder einer internationalen Betrüger-Bande nun verurteilt worden.

Drei Angeklagte wurden wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt.
Veröffentlicht am 16. Mai 2024 um 17:34 Uhr von dpa

Das Landgericht München I hat drei Mitglieder einer internationalen Bande von Cyber-Betrügern um den sogenannten Wolf von Sofia zu Freiheitsstrafen zwischen knapp zwei und sieben Jahren verurteilt.

Die Männer sollen sich gemeinsam mit anderen Bandenmitgliedern mit Online-Handelsplattformen an Privatanleger in ganz Europa gerichtet und über Callcenter in Bulgarien, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Georgien Menschen bewusst angeworben haben.

Die Kunden glaubten, sie könnten dort ein Depot eröffnen und anschließend über die Plattform handeln. Die Software stellte echte Handelskurse auf die Plattform ein und täuschte den Kunden sowohl Gewinne als auch teilweise den Totalverlust ihrer Investitionen vor.

Schaden von rund acht Millionen Euro

Tatsächlich gab es die angeblichen Finanzprodukte aber überhaupt nicht. Statt das Geld der Menschen zu investieren, nahm es die Bande laut Anklage an sich und wusch es über ein zuvor installiertes Geldwäschesystem rein. Aus dem gesamten Komplex, der auch unter dem Namen «Wolf of Sofia» bekannt wurde, entstand nach Gerichtsangaben ein Schaden von rund acht Millionen Euro.

Bei den Zeugenaussagen zeigten sich «erschütternde Schicksale», wie die Vorsitzende Richterin sagte. So habe ein Handwerker seine gesamte Altersvorsorge in die real nicht existierende Plattform eingezahlt.

Die Wirtschaftsstrafkammer sprach die drei Angeklagten des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs schuldig. Zwei wurden zu Bewährungsstrafen von zwei Jahren beziehungsweise einem Jahr und acht Monaten verurteilt, der Dritte, einer der Rädelsführer der Bande, zu sieben Jahren Haft. Außerdem ordnete das Gericht die Einziehung von rund 666.000 Euro an.

Die Angeklagten waren aus den Philippinen und den Niederlanden sowie aus Zypern und Bulgarien ausgeliefert worden und hatten vor Gericht alle umfassende Geständnisse abgelegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil bislang nur einer der Angeklagten angekündigt hat, auf Rechtsmittel zu verzichten. Die anderen beiden sowie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg als Anklagebehörde können innerhalb einer Woche Revision gegen das Urteil einlegen.


Bildnachweis: © Monika Skolimowska/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
News aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Großbrand in Sprendlingen gelöscht - Evakuierung aufgehoben
News aus der Welt

Stundenlang ist die Feuerwehr in Rheinhessen mit einem Großaufgebot im Einsatz und kann Schlimmeres verhindern: Bewohner dürfen zurück, die Bahnstrecke ist wieder frei.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Bewohner kehren nach Waldbrand in Hürtgenwald zurück
News aus der Welt

Die Flammen rückten bis auf 250 Meter an die Häuser heran – jetzt dürfen die Menschen zurück. Der Landrat des Kreises Düren gab am Abend seine Zustimmung.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vor
News aus der Welt

Monschau bereitet sich auf die mögliche Evakuierung wegen eines Waldbrandes auf belgischer Seite vor. Die deutsche Stadt in Grenznähe plant Notunterkünfte. Im Hürtgenwald entspannt sich die Lage.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Bewohner kehren nach Waldbrand in Hürtgenwald zurück
News aus der Welt

Die Flammen rückten bis auf 250 Meter an die Häuser heran – jetzt dürfen die Menschen zurück. Der Landrat des Kreises Düren gab am Abend seine Zustimmung.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vor
News aus der Welt

Monschau bereitet sich auf die mögliche Evakuierung wegen eines Waldbrandes auf belgischer Seite vor. Die deutsche Stadt in Grenznähe plant Notunterkünfte. Im Hürtgenwald entspannt sich die Lage.

weiterlesen...