19. Januar 2024 / News aus der Welt

Mildere Temperaturen und Wind erwartet

Schlittern, frieren und im Stau stehen: Der Winter hat den Alltag vieler Menschen in Deutschland zuletzt stark geprägt. Jetzt zeichnet sich eine Beruhigung ab. Zumindest kurz.

Winterwetter in Frankfurt: Die Sonne lässt die Eisschicht auf den Bäumen schmelzen.
Veröffentlicht am 19. Januar 2024 um 15:21 Uhr von dpa

Nach mehreren Tagen mit Glatteis, Schnee und verbreitetem Verkehrschaos steht den Menschen in Deutschland eine Verschnaufpause vom Winter bevor. «Die Wetterlage stellt sich in den kommenden Tagen grundlegend um», sagte Markus Übel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Am Wochenende steht demnach überwiegend trockenes Wetter mit gebietsweisem Sonnenschein bevor. Doch die Ruhe währt nur kurz: Schon kommende Woche soll es bei deutlich gestiegenen Temperaturen teils starken Wind und Regen geben.

Die Lage auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen beruhigte sich derweil am Freitag. Dort war es in den Tagen zuvor zu Unfällen, Staus und Sperrungen gekommen. Nur vereinzelt musste noch mit Glätte gerechnet werden. Am Frankfurter Flughafen normalisierte sich der Betrieb nach vielen witterungsbedingten Flugausfällen.

Verkehr auf den Autobahnen fließt wieder

Die seit Donnerstagmittag wegen Schnee und Eisglätte gesperrte Autobahn 5 in Hessen konnte am Freitag wieder normal befahren werden. Auch die nach einem tödlichen Unfall erfolgte Vollsperrung nahe der Raststätte Reinhardshain sei am Mittag aufgehoben worden, sagte ein Polizeisprecher. Dabei war ein 50 Jahre alter Lkw-Fahrer kurz nach Mitternacht in Richtung Kassel nahezu ungebremst auf das Ende eines Staus aufgefahren, er starb noch an der Unfallstelle. Der Stau hatte sich gebildet, als Fahrzeuge bei Schnee und Glätte liegengeblieben waren.

In der Nacht zu Freitag hatten laut Polizei einige Laster keinen Treibstoff mehr, weil die Fahrer ihre Heizungen hatten laufen lassen. Außerdem starteten einige Fahrer nicht, weil sie sich an die gesetzliche Ruhezeiten halten mussten. Durch das Winterwetter hatten sich bereits in der Nacht zuvor lange Staus gebildet. Am Donnerstag hatten Hunderte Menschen stundenlang in Staus auf deutschen Autobahnen festgesteckt. Betroffen waren vor allem die Autobahnen 3, 4, 5 und 7. Teils wurden die Menschen von Rettungskräften mit Decken und heißen Getränken versorgt.

Betrieb am Frankfurter Flughafen normalisiert sich

Am Frankfurter Flughafen, wo in den vergangenen Tagen wegen des Winterwetters hunderte Flüge gestrichen wurden, stabilisierte sich der Betrieb wieder. Von rund 1070 für den Tag geplanten Flugbewegungen am größten deutschen Flughafen seien zunächst nur rund 20 abgesagt worden, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport am Vormittag. Das bewege sich im üblichen Rahmen. Am Mittwoch hatten rund 700 und am Donnerstag noch einmal knapp 350 Starts oder Landungen abgesagt werden müssen.

Regen und Sturm in der kommenden Woche

Im Laufe des Wochenendes soll Deutschland laut DWD in den Einflussbereich eines mächtigen Tiefdruckkomplexes über dem Nordatlantik und Großbritannien gelangen. Am Samstag ist der Himmel demnach im Norden stark bewölkt, von der Mitte bis in den Süden gibt es mehr Sonne. Die Höchstwerte liegen in den meisten Regionen zwischen ein und vier Grad. Am Sonntag ändert sich daran wenig, außer dass es noch etwas wärmer wird.

In der neuen Woche wird es deutlich milder - allerdings auch windig und unbeständig, wie der Meteorologe Markus Übel sagte. Er rechnet mit stürmischen Böen und Sturmböen bis ins Flachland. An der See gibt es schweren Sturm, auch einzelne orkanartige Böen sind an der Nordsee nicht ausgeschlossen. Etwas weniger Wind ist im Südosten Deutschlands zu erwarten.

«Der Wind treibt auch mehrere Regenfelder über Deutschland hinweg. Dieser Regen in Kombination mit deutlich milderen Temperaturen macht dem Schnee rasch den Garaus», so Übel. Am Montag steigen die Temperaturen im Westen und Nordwesten wohl schon auf 10 bis 13 Grad. Im Südosten bleibt es mit Temperaturen um 5 Grad noch etwas kühler.


Bildnachweis: © Frank Rumpenhorst/dpa
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