31. August 2023 / News aus der Welt

KI soll im Schwimmbad beim Retten Ertrinkender helfen

Ertrinkenden-Erkennungssysteme gibt es bereits seit mehreren Jahren. Doch nun soll KI-gestützte Technik auch vor möglichen Gefahrensituationen präventiv warnen können.

KI-gestützte Technik soll im Schwimmbad Situationen vor dem eigentlichen Notfall als Gefahr identifizieren.
Veröffentlicht am 31. August 2023 um 09:23 Uhr von dpa

Mit Hilfe von Videokameras und Künstlicher Intelligenz (KI) in Schwimmbädern sollen Retter bei Notfällen schneller eingreifen können und zum Beispiel Menschen vor dem Ertrinken bewahren.

Vorreiter in Baden-Württemberg ist das Panorama-Bad Freudenstadt, das seit einigen Tagen die neue Technik testet. Diese könne aber kein Personal ersetzen, warnen Fachleute.

15 Kameras in Freudenstadt sollen das Geschehen an vier Becken im Blick haben, wie Tobias Degout, Leiter des Stadtwerke Freudenstadt Bäderbetriebs, sagte. Sie registrierten etwa die Anzahl der Menschen in einem Becken und wiesen die Aufsicht auf Überfüllung hin, indem sie ein Signal an deren Smartwatch - eine intelligente Armbanduhr - senden. In weiteren Stufen gehe es um Vorsicht, wenn sich zum Beispiel ein Kind ohne Schwimmflügel dem Beckenrand nähert, oder um Warnungen, wenn etwa ein Körper reglos 20 Sekunden am Boden liegt.

KI soll präventiv Gefahrensituationen erkennen

Ertrinkenden-Erkennungssysteme gibt es seit rund 20 Jahren. Neu an der KI-gestützten Technik ist laut Frank Achtzehn der präventive Ansatz - also mögliche Bewegungsabläufe vor dem eigentlichen Notfall als Gefahr zu identifizieren. «So gewinnen wir Sekunden, die können lebensentscheidend sein», sagte der Leiter der Abteilung Regelwerk und Beratung bei der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB).

Nach seinen Worten nutzen bislang nur wenige andere Schwimmbäder in Deutschland derartige Technik, etwa in Wiesbaden (Hessen) und Lippstadt (Nordrhein-Westfalen). Im Südwesten soll das System laut der Arbeitsgemeinschaft öffentliche Bäder Baden-Württemberg in Karlsruhe in zwei Bädern im September und Oktober für je zwei Becken eingesetzt werden. «Sollte es sich bewähren, sind weitere Bäder und Becken geplant», teilte der Vorsitzende Necdet Mantar mit.

«Das ist eine super Unterstützung bei Hochbetrieb», sagte der Freudenstädter Bäderchef Degout. Wenn ein Bademeister mit Gästen rede oder Pflaster auf eine Wunde kleben müsse, kriege er im Zweifel nicht sofort mit, was in seinem Rücken geschieht. Ähnlich äußerte sich Achtzehn: «Das System erkennt viele Situationen, die wir früher gar nicht mitgekriegt hätten.» Kamerabasierte Systeme, die eine ertrinkende Person auf dem Beckenboden erkennen, schaffen laut DGfdB heutzutage eine Erkennungsrate von über 95 Prozent. «Und von den Systemen der neuen Generation ist vielleicht sogar mehr zu erwarten.»


Bildnachweis: © Uli Deck/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
News aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Großbrand in Sprendlingen gelöscht - Evakuierung aufgehoben
News aus der Welt

Stundenlang ist die Feuerwehr in Rheinhessen mit einem Großaufgebot im Einsatz und kann Schlimmeres verhindern: Bewohner dürfen zurück, die Bahnstrecke ist wieder frei.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Sarah Connor tritt 2027 beim Park Spektakel in Rheda-Wiedenbrück auf
Lokalnachrichten Rheda-Wiedenbrück

Sarah Connor kommt am 27.8.2027 nach Rheda-Wiedenbrück. Der Vorverkauf startet am Montag um 15 Uhr.

weiterlesen...
Lotto-Jackpot von 50 Millionen Euro in Thüringen geknackt
News aus der Welt

Seit dem Start der Lotterie im Oktober 1955 hat es noch nie so lange gedauert, bis die sechs Richtigen plus Superzahl getippt wurden. In Thüringen wurde der Jackpot nun geknackt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Lotto-Jackpot von 50 Millionen Euro in Thüringen geknackt
News aus der Welt

Seit dem Start der Lotterie im Oktober 1955 hat es noch nie so lange gedauert, bis die sechs Richtigen plus Superzahl getippt wurden. In Thüringen wurde der Jackpot nun geknackt.

weiterlesen...
Wegen Ätna-Asche weniger Landungen am Flughafen von Catania
News aus der Welt

Nach einer Woche mit massiven Einschränkungen kehrte am Flughafen Catania Ruhe ein - doch neue Asche sorgt erneut für leichte Störungen im Flugverkehr.

weiterlesen...