Der europäische Kontinent erwärmt sich im Zuge der Klimakrise etwa doppelt so schnell wie die Welt im globalen Mittel. Die Auswirkungen werden jedes Jahr drastischer, wie aus dem Bericht zum Zustand des Klimas in Europa 2022 hervorgeht. Die Autorinnen und Autoren sehen aber auch ein Hoffnungszeichen: den rasanten Ausbau erneuerbarer Energien in der Europäischen Union zur Stromerzeugung. Die Weltwetterorganisation (WMO) und der EU-Klimawandeldienst Copernicus präsentierten den Bericht in Dublin bei der 6. Europäischen Konferenz zur Anpassung an den Klimawandel. Die Gletscherschmelze war demnach 2022 so stark wie nie zuvor und führte zu einem Rekordmasseverlust, verursacht durch sehr geringe Schneemengen im Winter, einen sehr warmen Sommer und Staubablagerungen aus der Sahara. Die Erwärmung der Meeresoberfläche, etwa im östlichen Mittelmeer, der Ostsee und dem Schwarzen Meer sowie in der südlichen Arktis, war mehr als dreimal so stark wie im globalen Durchschnitt, wie es weiter hieß. In der Folge seien heimische Arten ab- und invasive Arten eingewandert, was zur Störung von Ökosystemen und der biologischen Vielfalt führe. In West- und Südwesteuropa haben einige Länder dem Bericht zufolge das wärmste Jahr seit Beginn ihrer Aufzeichnungen erlebt. Die Rekordhitze sei eine der Hauptursachen dafür gewesen, dass mehr Menschen starben als im langjährigen Mittel. Mit solchen Ereignissen sei nach derzeitigem Verständnis des Klimasystems öfter zu rechnen und sie könnten noch intensiver werden, sagte Copernicus-Direktor Carlo Buontempo. Hitze, Dürre und Waldbrände machten vielen Menschen 2022 stark zu schaffen, heißt es in dem Bericht. Die Durchschnittstemperatur lag demnach 2,3 Grad über dem vorindustriellen Durchschnitt (1850 bis 1900). Der Kontinent habe sich seit den 1980er Jahren etwa doppelt so stark erwärmt wie die Welt im globalen Durchschnitt. Im Pariser Klimaabkommen hatten sich die Staaten darauf geeinigt, die Erwärmung global möglichst auf 1,5 Grad über vorindustriellem Niveau zu begrenzen. In der Europäischen Union wurden nach Angaben der EU-Kommission im vergangenen Jahr fast 40 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen produziert. Dahinter lagen fossile Brennstoffe mit 38,6 Prozent vor Atomstrom mit gut 20 Prozent. Im Jahr davor lagen fossile Brennstoffe an erster Stelle. Der Klimawandel sei auch für Atomkraftwerke relevant, heißt es in dem aktuellen Bericht auch. Die Zahl der Unterbrechungen des Atomstrombetriebs aufgrund ungünstiger klimatischer Bedingungen - etwa niedriger Wasserstand in Flüssen oder Hitzeextreme - habe in den vergangenen 30 Jahren zugenommen. Nötig seien strenge Sicherheitsprüfungen, wenn entschieden werde, ob Anlagen weiter betrieben werden.Folgen des Klimawandels in Europa
Bildnachweis: © Sina Schuldt/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Hoffnungszeichen im Klimawandelschrecken Europas
Hitze, Dürre und Waldbrände haben 2022 Millionen Menschen in Europa betroffen. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur lag deutlich über dem globalen 1,5-Grad-Ziel. Doch es gibt auch Hoffnungszeichen.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 25. September 2026
Herbstkirmes 2026 in Wiedenbrück: Fahrgeschäfte, Feuerwerk und Krammarkt
Vom 2. bis 5. Oktober lockt die Herbstkirmes nach Wiedenbrück: Fahrgeschäfte, Feuerwerk, verkaufsoffener Sonntag und Krammarkt.
- 20. September 2026
Klingelbrink wird zur Partymeile: Soleil Society bringt Wiedenbrück zum Pulsieren
Summer Closing am Klingelbrink: volle Straße, mehr als 250.000 Videoaufrufe und eine Debatte über Innenstadtleben. Unser Rückblick mit Bildergalerie.
- 1. Oktober 2026
70 Jahre Uhrmeister: Jubiläumsabend am 9. Oktober in Wiedenbrück
Discokugeln am Klingelbrink: Unser Video zeigt den Aufbau für 70 Jahre Uhrmeister. Am 9. Oktober ab 17:00 Uhr wird in Wiedenbrück gefeiert.
Neueste Artikel
- 16. Oktober 2026
Fünf Tote bei Gewalttat an Grundschule in Oregon
An einer Grundschule im Westen der USA tötet mutmaßlich ein Teenager drei Kinder und eine Lehrkraft. Auch der Tatverdächtige selbst wird erschossen - noch bevor die Polizei eintrifft.
- 16. Oktober 2026
Gase aus defekten Akkus – drei Schulkinder im Krankenhaus
An einer Grundschule in Schwelm im Ruhrgebiet kommt es zu einem Gasalarm. Eine Lehrkraft und drei Kinder müssen ins Krankenhaus. Feuerwehrleute machen die Ursache in der Brandmeldeanlage aus.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. Oktober 2026
Fünf Tote bei Gewalttat an Grundschule in Oregon
An einer Grundschule im Westen der USA tötet mutmaßlich ein Teenager drei Kinder und eine Lehrkraft. Auch der Tatverdächtige selbst wird erschossen - noch bevor die Polizei eintrifft.
- 16. Oktober 2026
Gase aus defekten Akkus – drei Schulkinder im Krankenhaus
An einer Grundschule in Schwelm im Ruhrgebiet kommt es zu einem Gasalarm. Eine Lehrkraft und drei Kinder müssen ins Krankenhaus. Feuerwehrleute machen die Ursache in der Brandmeldeanlage aus.

