25. Juli 2022 / News aus der Welt

Europa kämpft weiter gegen die Flammen

Während vor allem Griechenland mit Waldbränden zu kämpfen hat, entspannt sich die Situation in anderen Teilen Südeuropas leicht. Eine Region im Südwesten Deutschlands zu drastischen Maßnahmen.

Ein Funke eines Stromkabels hat ein Feuer entzündet in der Nähe des Dorfes Krestena südlich des antiken Olympia.
von dpa

Südeuropa kommt nicht zur Ruhe: Auch zum Wochenstart kämpfen Einsatzkräfte in mehreren Urlaubsländern gegen Waldbrände. Zumindest in Frankreich und Spanien entspannte sich die Lage etwas - auch auf der Urlaubsinsel Teneriffa.

Anders sieht die Situation in Griechenland aus: In dem schwer von Waldbränden getroffenen Land ging der Kampf gegen die Flammen am Montag in die nächste Runde. Hoffnung bestand am Morgen für das Feuer, das seit fünf Tagen im Nationalpark Dadia im Nordosten Griechenlands lodert - dort regnete es, allerdings nur leicht.

Im Südteil der Insel Lesbos hingegen, wo es seit Samstag brennt, herrschte so starker Wind, dass die Brandherde immer wieder angeheizt wurden. Auch ein großer Waldbrand im Westen der Halbinsel Peloponnes, der am Sonntag ausgebrochen war, dauerte am Montagnachmittag noch an. Zudem brannte es auf der bei Urlaubern beliebten Halbinsel Chalkidiki südöstlich der Hafenstadt Thessaloniki. Und auch nahe der kretischen Hauptstadt Rethymno brach im Laufe des Tages wieder ein Brand aus.

Die Brände, die in Griechenland toben, haben bereits mehr als 6600 Hektar Wald und Fläche zerstört. Das ergaben Berechnungen und Karten von Forst- und Waldbrandexperten, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete.

Demnach hat der Waldbrand auf Lesbos bereits rund 1700 Hektar vernichtet. Der Brand im Nationalpark Dadia soll bisher mehr als 2500 Hektar zerstört haben. Das mittlerweile gelöschte Feuer im Norden Athens vergangene Woche legte demnach rund 2400 Hektar in Schutt und Asche.

Für Dienstag sprach die Feuerwehr erneut von einem «sehr hohen Waldbrandrisiko» für Athen und Umgebung sowie die Insel Euböa und die Inseln der östlichen Ägäis. In weiten Teilen des Landes herrsche zudem ein «hohes Waldbrandrisiko».

Erste Erleichterung auf Teneriffa

Der Waldbrand auf der bei Urlaubern beliebten spanischen Kanaren-Insel Teneriffa hat dagegen nachgelassen: Das Feuer verliere an Kraft und es gebe Hoffnung, dass die Flammen in Kürze unter Kontrolle gebracht werden könnten, zitierte die spanische Zeitung «El Día» Inselpräsident Pedro Martín am Montag.

Nach offiziellen Angaben vom Sonntag zerstörten die Flammen bereits mehr als 2150 Hektar. 585 Bewohner von La Guancha und vier weiteren Gemeinden waren in Sicherheit gebracht worden. Zahlreiche ausländische Wandertouristen seien am nahe gelegenen Nationalpark Teide vor den Flammen gewarnt worden. Die vielen anderen Waldbrände der vergangenen Wochen in Spanien wurden unterdessen gelöscht oder weitgehend unter Kontrolle gebracht.

Auch für die Brände an Frankreichs Atlantikküste gab es teilweise Entwarnung. Gelöscht seien aber noch nicht alle Feuer. Südlich von Bordeaux beruhigte sich die Lage mittlerweile. Der Waldbrand bei Landiras ist vollständig unter Kontrolle, teilte die Präfektur für die Gironde am Montagvormittag mit. Auch den zweiten großen Waldbrand in der Gegend, bei La Teste-de-Buch, bekamen die Einsatzkräfte in den Griff.

Auch Mittel- und Osteuropa betroffen

Während sich die Lage in Teilen Südeuropas beruhigt, gehen die Löscharbeiten bei einem Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz weiter. Mehr als 150 Feuerwehrleute mit 54 Fahrzeugen waren am Montag vor Ort, wie ein Sprecher mitteilte. Zudem wurden ein Polizei- und ein Armeehubschrauber eingesetzt. Der Waldbrand war am Sonntagmorgen auf einer Fläche von rund sieben Hektar unweit des bei Touristen beliebten Prebischtors, einer Felsenformation, ausgebrochen. Nachdem das Feuer zunächst unter Kontrolle gebracht worden war, wurde später ein zweiter Brandherd entdeckt. Der Nationalpark Böhmische Schweiz grenzt unmittelbar an die Sächsische Schweiz auf deutscher Seite.

Dort wurden wie in weiteren Teilen Deutschlands am Montag wieder Temperaturen deutlich über 30 Grad erwartet. Vor allem die Menschen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg müssen mit Hitze rechnen, sagte Meteorologe Andreas Friedrich. Es naht etwas Abkühlung: Tief «Daniela» bringt laut der Vorhersage im Laufe des Tages kühlere Meeresluft von Norden her ins Land. Von Westen kommend seien Schauer und örtlich teils kräftige Gewitter wahrscheinlich. Am Dienstag klettern die Temperaturen nur noch auf 18 bis 23 Grad im Norden und Nordwesten und auf 24 bis 29 Grad im Rest des Landes. Am Donnerstag soll es schon wieder etwas wärmer werden.

Die von der extremen Trockenheit begünstigten Wald- und Vegetationsbrände machten am Montag auch Einsatzkräften in Deutschland zu schaffen: Bei Gransee nördlich von Berlin kämpfte die Brandenburger Feuerwehr gegen einen großen Brand. Betroffen seien 30 Hektar Feld und 20 Hektar Wald, sagte der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte Philipp Haase am Montag. Schätzungsweise bis zu 120 Einsatzkräfte seien vor Ort, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost.

Auch im Osten Thüringens brannte es am Montag. Rund ein Hektar Feld sowie bis zu zwei Hektar Wald waren nach Angaben des Einsatzleiters am späten Mittag in Brand geraten, das Feuer aber «größtenteils unter Kontrolle».

Kein Leitungswasser für Gartenbewässerung oder Pools

Anderswo sorgt die anhaltende Trockenheit in Kombination mit hohen Temperaturen für drastische Maßnahmen: Um Trinkwasser zu sparen, dürfen die Menschen in Neuffen im baden-württembergischen Landkreis Esslingen ihr Leitungswasser vorerst nicht mehr für ihre Gärten und Pools benutzen. Ebenso sei es ab sofort verboten, mit dem Wasser Planschbecken zu füllen, Autos zu waschen oder Terrassen abzuspritzen, teilten die Stadt und die Freiwillige Feuerwehr am Montag mit. Der Schritt sei nötig, um die Menschen in der Region weiter mit Trinkwasser versorgen zu können. Aus Seen, Bächen und Flüssen dürfen die Menschen in Neuffen ebenfalls kein Wasser mehr nehmen. Das Verbot gilt demnach bis Ende August.


Bildnachweis: © Giannis Spyrounis/ilialive.gr via AP/dpa
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