20. Juli 2021 / News aus der Welt

Harvey Weinstein von New York nach Los Angeles überstellt

Noch in dieser Woche könnte der Ex-Filmproduzent in Kalifornien vor Gericht erscheinen. Auch dort werfen ihm mehrere Frauen sexuelle Übergriffe vor - bei einer Verurteilung droht Weinstein lebenslange Haft.

Auch in Los Angeles beschuldigen mehrere Frauen Harvey Weinstein sexueller Übergriffe.
Veröffentlicht am 20. Juli 2021 um 20:45 Uhr von dpa

Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein, der wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung eine langjährige Haftstrafe absitzt, wird von New York nach Los Angeles überstellt.

Ankläger in Kalifornien wollen Weinstein aufgrund von Anschuldigungen von fünf Frauen dort einen weiteren Prozess machen. Weinstein sei am Dienstagvormittag (Ortszeit) von einem Hochsicherheitsgefängnis im Norden des US-Bundesstaates New York zur Überstellung nach Kalifornien den Behörden übergeben worden, teilte ein Sprecher der Gefängnisverwaltung laut «Variety» mit. Der 69-Jährige könnte bereits diese Woche in Los Angeles zu einer Anhörung vor Gericht erscheinen, sagte sein Verteidiger Mark Werksman der «Los Angeles Times».

Fünf Frauen hatten im vorigen Jahr in Kalifornien gegen den früheren Film-Mogul weitere Vorwürfe wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe vorgebracht. Diese sollen sich zwischen 2004 und 2013 ereignet haben.

Weinstein droht in LA lebenslange Haft

Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles hat Anklage wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung erhoben. Im Falle eines Schuldspruchs droht ihm lebenslange Haft.

In New York war der Ex-Filmproduzent im Februar 2020 von einer Jury wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung für schuldig befunden und zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Er sitzt diese Strafe in einem Gefängnis im Bundesstaat New York ab.

Seine Verurteilung markierte einen Meilenstein der US-Rechtsgeschichte. In dem aufsehenerregenden Fall, durch den die #MeToo-Bewegung maßgeblich mit ausgelöst wurde, hatte die Jury den Zeugenaussagen mehrerer Frauen entgegen Weinsteins Unschuldsbeteuerungen und trotz des Mangels an Beweisen geglaubt.


Bildnachweis: © Uncredited/New York Unified Court System via AP/dpa
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