9. August 2022 / News aus der Welt

Great Barrier Reef: Korallen erholen sich - keine Entwarnung

Forscher melden eine Korallen-Zunahme in einem Großteil des Great Barrier Reef. Dank der rasch wachsenden Acropora-Korallen erholt sich das Weltnaturerbe schneller als gedacht. Aber es gibt einen Haken.

Das Great Barrier Reef ist sogar aus dem Weltraum zu sehen.
Veröffentlicht am 9. August 2022 um 05:02 Uhr von dpa

Große Teile des australischen Great Barrier Reef weisen den stärksten Korallenbewuchs seit 36 Jahren auf. Die Zunahme wurde mittels eines Langzeit-Überwachungsprogramms in den nördlichen und zentralen Gebieten des größten Riffs der Erde verzeichnet. In der südlichen Region machen vermehrte Vorkommen des Dornenkronenseesterns den Korallen hingegen zu schaffen, teilte das Australische Institut für Meereswissenschaften (Aims) in seinem Jahresbericht mit. Die roten Stachelhäuter fressen massenhaft Steinkorallen.

Insgesamt wurden 87 repräsentative Riffe zwischen August 2021 und Mai 2022 untersucht. Das Ergebnis: Nördlich von Cooktown stieg die durchschnittliche Hartkorallenbedeckung von 27 Prozent im vergangenen Jahr auf 36 Prozent. Im zentralen Bereich erhöhte sich der Bewuchs von 27 auf 33 Prozent. Im südlichen Teil zwischen Proserpine und Gladstone wurde hingegen nur noch eine Korallenbedeckung von 34 Prozent verzeichnet, nach 38 Prozent in Vorjahr.

Die Aims-Experten gaben trotz der teilweise guten Nachrichten keine Entwarnung. Grund: Für den Anstieg sind vor allem schnell wachsende Steinkorallen der Gattung Acropora verantwortlich. «Diese Korallen sind besonders anfällig für Wellenschäden, wie sie durch starke Winde und tropische Wirbelstürme verursacht werden», sagte Aims-Programmleiter Mike Emslie. Zudem sei die Gattung Acropora auch extrem anfällig für Korallenbleichen, die auftreten, wenn die Wassertemperaturen steigen. «Das bedeutet, dass große Zunahmen der Hartkorallenbedeckung schnell durch Störungen an Riffen, an denen Acropora-Korallen vorherrschen, zunichte gemacht werden können.»

Bleichereignisse nehmen zu

Störungen träten jetzt immer häufiger auf und dauerten immer länger, sagte Instituts-Chef Paul Hardisty. Die diesjährige Korallenbleiche sei die vierte in sieben Jahren gewesen - absolutes «Neuland» auch für Experten. Die Wissenschaftler müssten erst noch verstehen, wie das Riff auf Temperaturstress und derart häufige Bleichen reagiere.

«Die Bleichereignisse von 2020 und 2022 waren zwar umfangreich, erreichten jedoch nicht die Intensität der Ereignisse von 2016 und 2017», sagte Hardisty. «Diese neuesten Ergebnisse zeigen, dass sich das Riff in Perioden ohne starke Störungen auch wieder erholen kann.»

Das riesige Riff, das sogar aus dem Weltraum zu sehen ist, ist wegen der Meereserwärmung zunehmend in Gefahr. Die Korallen stoßen bei schwierigen Bedingungen die für die Färbung sorgenden Algen ab, mit denen sie sonst zusammenleben. Gebleichte Korallen sind extrem gestresst, aber sie leben noch und können sich wieder erholen.


Bildnachweis: © -/Great Barrier Reef Marine Park Authority/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Geiselnahme in Berlin: Was wir wissen und was nicht
News aus der Welt

Ein Mann hält eine Frau in einem Supermarkt in Berlin fest. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg - bis die Polizei den Mann überwältigt. Was bislang bekannt ist und welche Fragen noch offen sind.

weiterlesen...
Still Collins rockt den Rhedaer Rathausplatz am 18. Juli
Lokalnachrichten Rheda-Wiedenbrück

Am 18. Juli findet das Open-Air-Spektakel mit Still Collins auf dem Rhedaer Rathausplatz statt. Der Eintritt ist frei.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Besucher verliert Teil von Finger in Freizeitpark
News aus der Welt

Eine Tour auf einer Wasser-Achterbahn macht Spaß. In einem Freizeitpark in den Niederlanden kam es nun zu einem Unglück.

weiterlesen...
Autofahrer fährt in Italien in Gruppe von Radlern
News aus der Welt

Die Szene kennen viele: Auf der Straße gibt es für Auto- und Radfahrer zu wenig Platz. In Italien artet ein Streit, wer wen behindert, völlig aus. Vier Amateursportler sind zum Teil schwer verletzt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Besucher verliert Teil von Finger in Freizeitpark
News aus der Welt

Eine Tour auf einer Wasser-Achterbahn macht Spaß. In einem Freizeitpark in den Niederlanden kam es nun zu einem Unglück.

weiterlesen...
Autofahrer fährt in Italien in Gruppe von Radlern
News aus der Welt

Die Szene kennen viele: Auf der Straße gibt es für Auto- und Radfahrer zu wenig Platz. In Italien artet ein Streit, wer wen behindert, völlig aus. Vier Amateursportler sind zum Teil schwer verletzt.

weiterlesen...