Der französisch-polnische Filmemacher Roman Polanski hat einen Verleumdungsprozess in Paris gewonnen. Die britische Schauspielerin Charlotte Lewis hatte gegen ihn geklagt, weil dieser in einem Interview von ihr erhobene Vergewaltigungsvorwürfe als Lüge bezeichnet hatte. Das Pariser Strafgericht sprach den 90-Jährigen nun von Lewis' Verleumdungsvorwurf frei. Bei der Urteilsverkündung war der Oscar-Preisträger («Der Pianist») nicht anwesend. Die 56-jährige Lewis hingegen zeigte sich am Dienstag den Tränen nahe. «Ich bin traurig - traurig für mich, meinen Sohn und meine Mutter», sagte sie. Sie habe einen langen Kampf verloren. Lewis hatte gegen Polanski geklagt, nachdem dieser in der Wochenzeitschrift «Paris Match» ihre Vergewaltigungsvorwürfe als «abscheuliche Lüge» abgewiesen hatte. «Die grundlegende Eigenschaft eines guten Lügners ist ein ausgezeichnetes Gedächtnis», hatte der Filmemacher in dem Interview gesagt - und auf angebliche Widersprüche bei Lewis hingewiesen. Der Regisseur verwies in dem Interview auf Aussagen der Darstellerin in einem englischen Magazin, in dem sie gesagt habe, dass sie von ihm fasziniert gewesen sei und seine Geliebte werden wollte. Sie habe ihn wahrscheinlich mehr begehrt als er es wollte. Lewis hatte zu dem von Polanski zitiertem Interview gesagt, zahlreiche ihr zugeschriebenen Zitate seien nicht exakt. Sie sei falsch zitiert worden. Nach der Veröffentlichung des Interviews des Regisseurs in «Paris Match» im Dezember 2019 reichte die Schauspielerin eine Verleumdungsklage ein. Lewis hatte im Jahr 2010 bei einer Pressekonferenz behauptet, dass der Regisseur sie im Jahr 1983 vergewaltigt habe. Damals war sie 16 Jahre alt. Sie hatte gegen Polanski aber keine Klage eingereicht. Die Britin hatte unter seiner Regie in dem Abenteuerfilm «Piraten» aus dem Jahr 1986 mitgespielt. Bereits im Vorfeld erinnerte die Staatsanwaltschaft daran, dass bei dem Gerichtsurteil weder über die Wahrheit der behaupteten Vergewaltigung entschieden werde noch über die Authentizität der der Schauspielerin zugeschriebenen Zitate, sondern darüber, ob Polanski seine Meinungsfreiheit missbraucht habe oder nicht. In den vergangenen Jahren hatten mehrere Frauen Polanski sexueller Übergriffe bezichtigt. Der Regisseur ist nach einer Anklage wegen Sex mit einer Minderjährigen seit 1978 vor den US-Behörden auf der Flucht. Polanski hatte damals unerlaubten Sex mit einer 13-Jährigen zugegeben, eine Vergewaltigung aber bestritten. Er setzte sich aus den USA ab, als sich ein Schuldspruch und eine Haftstrafe abzeichneten. Polanski ist nie wieder in die USA gereist. Erst vor wenigen Wochen kam in den USA erneut ein Missbrauchsvorwurf gegen ihn auf. Der Fall soll 2025 vor Gericht gehen.Polanski zu Vorwürfen: «abscheuliche Lüge»
Lewis war damals 16 Jahre alt
Mehrere Frauen werfen Polanski sexuelle Übergriffe vor
Bildnachweis: © Str/AP/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Roman Polanski gewinnt Verleumdungsprozess
In einem Interview hatte er ihre Vergewaltigungsvorwürfe als Lüge bezeichnet. Deswegen hat eine Schauspielerin den Filmemacher Roman Polanski verklagt. Nun wurde das Urteil gesprochen.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...
- 11. Juli 2026
Geiselnahme in Berlin: Was wir wissen und was nicht
Ein Mann hält eine Frau in einem Supermarkt in Berlin fest. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg - bis die Polizei den Mann überwältigt. Was bislang bekannt ist und welche Fragen noch offen sind.
- 12. Juli 2026
Mindestens 27 Tote bei Brandkatastrophe in Bangkok
Gegen Mitternacht bricht in einem Bierlokal in der Nähe eines beliebten Marktes ein verheerendes Feuer aus. Die Feuerwehr hat es bald unter Kontrolle - für viele aber zu spät.
Neueste Artikel
- 10. August 2026
Eine Tatperson nach tödlichen Schüssen in Berlin im Visier
Ein 30-Jähriger stirbt nach Schüssen in Berlin. Die Polizei sucht nach einer Tatperson und bittet die Bevölkerung um Mithilfe.
- 10. August 2026
Erster Todesfall bei verheerendem Feuer im Westen Kanadas
Rasend schnell hat sich ein Waldbrand in der kanadischen Provinz British Columbia ausgebreitet. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Jetzt bestätigt die Polizei einen ersten Todesfall.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 10. August 2026
Eine Tatperson nach tödlichen Schüssen in Berlin im Visier
Ein 30-Jähriger stirbt nach Schüssen in Berlin. Die Polizei sucht nach einer Tatperson und bittet die Bevölkerung um Mithilfe.
- 10. August 2026
Erster Todesfall bei verheerendem Feuer im Westen Kanadas
Rasend schnell hat sich ein Waldbrand in der kanadischen Provinz British Columbia ausgebreitet. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Jetzt bestätigt die Polizei einen ersten Todesfall.

