13. Juni 2022 / News aus der Welt

G7 und der Bär: Polizei «im Austausch mit Behörden»

In Garmisch-Partenkirchen rüstet man sich gerade für den G7-Gipfel. Das Sicherheitskonzept umfasst diverse Gefahrenlagen - aber nicht in erster Line die Bedrohung durch einen Bären. Doch die Polizei sieht sich darauf vorbereitet.

Eine Wildtierkamera hat im Landkreis Garmisch-Partenkirchen einen Braunbären aufgenommen.
Veröffentlicht am 13. Juni 2022 um 05:59 Uhr von dpa

Wahrscheinlich 18.000 Polizeibeamte sollen beim G7-Gipfel Ende Juni rund um das streng abgeschirmte Schloss Elmau für Sicherheit sorgen. Doch schleicht gerade jetzt ein Bär durchs Unterholz - und trifft womöglich auf die Beamten, die ebenfalls im Wald unterwegs sind?

Tatsächlich wurde ein Braunbär Ende April im südlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen nicht weit von Elmau entfernt von einer Wildtierkamera fotografiert. Und bei Scharnitz in Tirol, Luftlinie gut zehn Kilometer zum Schloss, haben Bauern Ende Mai ihre Schafe von der Alm geholt, nachdem offensichtlich ein Bär - derselbe oder ein anderer - 15 Tiere gerissen hatte.

In erster Linie umfasst das strenge Sicherheitskonzept für den hochkarätigen Gipfel vom 26. bis zum 28. Juni keine Bedrohung durch Bären. In die polizeilichen Vorbereitungen fließe aber eine ständige Lagebewertung ein, in die auch die Bärensichtung aufgenommen werde, teilte der G7-Planungstab der Polizei mit. «Wir stehen diesbezüglich bereits mit den zuständigen Behörden im Austausch.»

Vorbereitungen laufen wie geplant weiter

Die Aufbauarbeiten der 16 Kilometer langen Sperre rund den Tagungsort seien nicht von der Bärensichtung betroffen. «Die damit beauftragte Firma wird entsprechend informiert.» Dass der Bär versehentlich eingezäunt werden und dann im engen Sicherheitsbereich mit den Staats- und Regierungschefs unterwegs sein könnte, schloss die Polizei aus. Es handele sich nicht um eine «vollumschließende Sperre».

Für den Fall einer Begegnung mit einem Bären das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) schon nach dem Abschuss von Problembär Bruno 2006 Ratschläge entwickelt, die freilich auch die Polizeibeamten anwenden können. «Bleiben Sie möglichst ruhig und gelassen», rät das LfU. «Bleiben Sie stehen und machen Sie den Bären durch ruhiges Sprechen und langsame Armbewegungen auf sich aufmerksam.» Man solle nicht wegrennen und auch nicht versuchen, ihn zu vertreiben, sondern langsam und kontrolliert den Rückzug antreten.

Falls der Bär tatsächlich angreift: «Legen Sie sich bäuchlings flach auf den Boden oder kauern Sie sich auf den Boden, die Hände im Nacken. Wenn vorhanden, schützt so Ihr Rucksack den Rücken. Der Bär wird in der Regel von Ihnen ablassen oder Sie nur beschnuppern.»


Bildnachweis: © Privat/Landratsamt Garmisch-Partenkirchen/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Auto rast durch Fußgängerzone - Minister spricht von Unfall
News aus der Welt

Umgestürzte Stühle, Kinderspielzeug auf der Straße: Eine Spur der Verwüstung hat ein Autofahrer im nordhessischen Hofgeismar hinterlassen. Es gibt mehrere Verletzte. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...
Katze entwischt - Familie verbringt Urlaub an Raststätte
News aus der Welt

Eigentlich wollen sie in die Berge fahren, doch als bei einer Pause ihre geliebte Katze davonläuft, schmeißt eine Familie ihre Pläne über den Haufen. Nun heißt es Autobahn statt Gipfelkreuz.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Für Kinder tabu: EU-Kommission will Social Media erst ab 13
News aus der Welt

Schluss damit, dass Kinder am Handy daddeln? In Deutschland und dem Rest der EU könnten soziale Netzwerke künftig erst ab dem Alter von 13 Jahren erlaubt sein. Was plant Brüssel?

weiterlesen...
Zeuge rettet Kind vor Zug – Mutter muss in Psychiatrie
News aus der Welt

Eine Mutter bringt ihre vierjährige Tochter an die Gleise, ein Zeuge verhindert im letzten Moment die Katastrophe. Wegen versuchten Mordes stand die Frau vor Gericht. Nun fiel das Urteil.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Für Kinder tabu: EU-Kommission will Social Media erst ab 13
News aus der Welt

Schluss damit, dass Kinder am Handy daddeln? In Deutschland und dem Rest der EU könnten soziale Netzwerke künftig erst ab dem Alter von 13 Jahren erlaubt sein. Was plant Brüssel?

weiterlesen...
Zeuge rettet Kind vor Zug – Mutter muss in Psychiatrie
News aus der Welt

Eine Mutter bringt ihre vierjährige Tochter an die Gleise, ein Zeuge verhindert im letzten Moment die Katastrophe. Wegen versuchten Mordes stand die Frau vor Gericht. Nun fiel das Urteil.

weiterlesen...