Prinz, Bauer und Jungfrau - das Kölner Dreigestirn wird seit Jahrzehnten von Männern verkörpert. Doch in der aktuellen Karnevalssession sind Stimmen laut geworden, ob nicht die Zeit reif sei für Frauen im Dreigestirn. «Ich fände gut, wenn es mindestens einen weiblichen Prinzen geben würde - aber noch besser fände ich ein weibliches Dreigestirn», sagte etwa Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) kürzlich dem «Kölner Stadt-Anzeiger». «Ich hoffe, dass dies in den kommenden Jahren Realität wird.» Prinzipiell stehe dem nichts im Wege, erklärt eine Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval, das das Dreigestirn auswählt. «Zum Geschlecht des Kölner Dreigestirns gibt es in unserer Satzung keine Vorgaben.» Auch ein gemischtes Trio sei möglich. In der Vergangenheit habe es aber nur eine sehr überschaubare Zahl von Bewerberinnen gegeben. Bewerben können sich Dreiergruppen aus den rund 80 ordentlichen Karnevalsgesellschaften. «Alle Bewerberteams müssen ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen und unter Beweis stellen, dass sie das nötige Rüstzeug für über 450 Auftritte vom Hospiz bis zur Fernsehsitzung mitbringen», erläutert die Sprecherin. Auch die privaten und beruflichen Voraussetzungen müssen passen: Das Dreigestirn muss monatelang sehr viel Zeit investieren und ist während der Session wochenlang gar nicht zu Hause. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Kandidatur seien am Ende die persönlichen Fähigkeiten. «Eine konzeptionelle Idee, wie die Rollen mit Leben gefüllt werden sollen, ist dabei das Entscheidende, nicht das Geschlecht», betont Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn. «Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich weibliche Kandidaten durchsetzen werden.» Rüya Gazez-Krengel, Präsidentin der Damengesellschaft «Schmuckstückchen», kann sich ein weibliches Dreigestirn für die Zukunft gut vorstellen. «Aber nicht von jetzt auf gleich.» Zunächst müssten alle Beteiligten - unter anderem die großen traditionsreichen Mitgliedsgesellschaften - ins Boot geholt werden. «Sonst sehe ich die Gefahr, dass es ein Quoten-Dreigestirn würde, das wäre nicht schön», meint Gazez-Krengel. «Ein weibliches Dreigestirn soll ja genauso wertgeschätzt und anerkannt werden wie ein männliches.» Mehrstufiges Auswahlverfahren
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Frauen ins Kölner Dreigestirn? - Gedankenspiele im Karneval
In der Karnevalszeit regiert in Köln das Dreigestirn - und das besteht seit Jahrzehnten ausschließlich aus Männern. Jetzt sind auch mal die Frauen dran, fordert unter anderem OB Reker.
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