18. Februar 2023 / News aus der Welt

Frankreich fürchtet zweiten Dürre-Sommer

Wochenlang kein Niederschlag und viel zu niedrige Grundwasserspiegel: Frankreich droht ein weiteres extrem trockenes Jahr.

Der im Sommer abgesackte Grundwasserspiegel in Frankreich hatte kaum Möglichkeit, sich aufzufüllen und zu erholen.
Veröffentlicht am 18. Februar 2023 um 07:33 Uhr von dpa

Nach dem vergangenen Sommer mit extremer Hitze und Wassermangel macht Frankreich mitten im Winter anhaltende Trockenheit zu schaffen - und schon gibt es Angst vor einem zweiten Dürre-Sommer. Seit vier Wochen habe es praktisch keinen Niederschlag gegeben, der bisherige Rekord von 22 Tagen ohne Regen im Winter aus dem Jahr 1989 sei bereits gebrochen worden, teilte der Wetterdienst Météo France mit. Dazu kämen Temperaturen, die eher dem März oder April entsprächen, Auslöser sei ein über Westeuropa stagnierendes Hochdruckgebiet.

Der im Sommer abgesackte Grundwasserspiegel habe kaum Möglichkeit, sich aufzufüllen und zu erholen, warnte der nationale geologische Dienst (BRGM) bereits. Die Niederschläge im Herbst seien ungenügend gewesen und schon zum Jahreswechsel lagen die Pegelstände deutlich unter denen ein Jahr zuvor. Nach aktuellen Daten des nationalen Wassermonitorings weisen von 422 beobachteten Grundwassergebieten 125 ein sehr niedriges Niveau auf, 120 ein niedriges Niveau und 97 ein mäßig niedriges Niveau.

Dabei sei es gerade im Winter wichtig, dass sich das Grundwasser wieder auffüllt, sagte der Agrar-Meteorologe Serge Zaka dem Sender France Info. Die Zeit von November bis März, in der sich das Grundwasser wieder auffüllt, sei entscheidend. «Davon hängt ab, was das ganze Jahr über passiert.» Im Moment reichten die Regenmengen nicht aus, um die Dürre im Jahr 2022 auszugleichen. «Das ist eine Zeitbombe: Sobald die geringen Wassermengen im Boden von den Pflanzen genutzt werden, muss das Grundwasser angezapft werden, um die Pflanzen zu bewässern, und wir werden die gleichen Folgen wie im letzten Jahr haben.»


Bildnachweis: © Olivier Chassignole/AFP/dpa
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