2. Januar 2025 / News aus der Welt

Flughafen in Südkorea nach tödlichem Unglück durchsucht

Die Unglücksmaschine einer koreanischen Billigfluglinie zerschellte auf dem Flughafen Muan. Die Ursache dafür ist noch unklar. Die Ermittler suchen nach weiteren Hinweisen.

Die Polizei durchsuchte den Flughafen und das Büro der betroffenen Airline.
Veröffentlicht am 2. Januar 2025 um 10:56 Uhr von dpa

Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in Südkorea hat die Polizei den Flughafen von Muan durchsucht. Betroffen sei auch das Büro der Billigfluglinie Jeju Air gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Beamte. Dem Durchsuchungsbefehl lagen demnach Vorwürfe fahrlässigen Handelns mit Todesfolge zugrunde. 

Wie Yonhap weiter berichtete, untersagte die Polizei außerdem dem Chef von Jeju Air, Kim E Bae, die Ausreise. Kim sei ein wichtiger Zeuge in dem Fall, habe die Behörde die Entscheidung begründet. 

Aufprall an Mauer

Die Boeing 737-800 von Jeju Air war am Sonntag ohne ausgeklapptes Fahrwerk auf dem Flughafen im Südwesten Südkoreas auf dem Rumpf gelandet, über die Fahrbahn geschlittert und an einer Mauer zerschellt. 179 der insgesamt 181 Insassen kamen dabei ums Leben. Zwei Crew-Mitglieder überlebten. 

Unmittelbar vor der Bruchlandung hatten die Piloten einen Zusammenprall mit Vögeln gemeldet, wovor der Tower in Muan kurz zuvor noch gewarnt hatte. Ungeklärt ist, wie der Vogelschlag mit der Fehlfunktion des Fahrwerks zusammenhängen könnte. Die Maschine war aus dem thailändischen Bangkok gekommen. An Bord befanden sich neben zwei Thais ausschließlich Koreaner. 

Auch Ermittler aus den USA vor Ort

Derzeit ermitteln neben koreanischen Experten auch Vertreter einer US-Behörde und des US-Flugzeugbauers Boeing am Unfallort. Beide Flugschreiber wurden geborgen und die Daten des Stimmrecorders aus dem Cockpit übertragen. Der zweite Flugschreiber wurde durch das Unglück beschädigt und soll in den USA weiter untersucht werden.

In den Fokus geriet zudem die Mauer am Ende der Landebahn, an der die Maschine zerschellte und in Flammen aufging. Nach Ansicht mancher Experten wäre jene Betonkonstruktion um das Antennensystem, das Piloten bei der Landung unterstützt, nicht notwendig gewesen und habe das Ausmaß der Katastrophe womöglich noch verschlimmert. 

Südkorea leitete nach dem Unglück außerdem unter seinen heimischen Airlines eine Untersuchung von Flugzeugen desselben Typs ein.


Bildnachweis: © Uncredited/YONHAP/AP/dpa
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