2. Mai 2025 / News aus der Welt

Schock an der Haltestelle - Auto fährt in Stuttgart in Menge

Mitten im Feierabendverkehr fährt in der Stuttgarter Innenstadt ein Auto in eine Menschengruppe an einer U-Bahn-Haltestelle. Mehrere Menschen werden teils schwer verletzt.

Am frühen Abend fährt ein Fahrzeug in eine Menschengruppe an einer Bahnhaltestelle.
Veröffentlicht am 2. Mai 2025 um 21:37 Uhr von Marco Krefting, Tatjana Bojic und David Nau, dpa

Es geschieht an einem der ersten warmen Abende in der Stuttgarter Innenstadt: An der zentralen Stadtbahn-Haltestelle am Olgaeck warten Menschen nach dem Feierabend auf die nächste Bahn, als plötzlich ein schwarzer Geländewagen um die Ecke biegt und in eine Menschenmenge fährt. Mindestens acht Menschen werden dabei verletzt, drei davon laut Feuerwehr lebensgefährlich. Alle drei werden in Stuttgarter Krankenhäuser eingeliefert. Eine Person muss vor Ort wiederbelebt werden.

Auf Fotos sind noch Überreste des Materials der Rettungskräfte zu sehen: Plastikhandschuhe, Tüten, Verbandmaterial. Am Unfallort liegt auch ein zusammengeklappter Kinderwagen, inwieweit auch Kinder beteiligt waren, kann ein Polizeisprecher aber zunächst nicht sagen.

Einsatzkräfte schützen Unfallort vor Blicken

Die Leichtverletzten behandeln die Einsatzkräfte in einer Art Bus der Feuerwehr, nach und nach können die Menschen diesen wieder verlassen und werden weggeführt. Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei arbeiten in einem weiträumig abgesperrten Bereich und hängen den Ort des Vorfalls mit Planen zum Sichtschutz ab.

Nach ersten Ermittlungen handelt es sich bei dem Vorfall laut Polizei aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Unfall. «Wir gehen im Moment von einem Unfall aus, ermitteln aber in alle Richtungen», sagt ein Sprecher. Ausschließen könne man eine Amokfahrt nie, man könne nicht in die Köpfe der Menschen hineinschauen. 

Auto kommt teils auf Fußgängerweg zum Stehen

Der Fahrer des Autos, ein 42 Jahre alter Mann, wird nach Polizeiangaben festgenommen und vernommen. Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Auch wie schnell das Auto in die Menge fuhr, ist zunächst nicht bekannt. Unfallspezialisten schauen sich den Ort des Geschehens einer Polizeisprecherin zufolge genau an, Zeugen werden verhört.

Der Vorfall ereignet sich gegen 17.50 Uhr an der oberirdischen U-Bahn-Haltestelle Olgaeck. Das Fahrzeug kommt dort teils auf der Straße, teils auf dem Bereich, auf dem sonst Fußgänger an der Ampel warten müssen, zum Stehen. Das eigentlich stabil wirkende Metallgeländer dahinter ist umgebogen.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei biegt der Mann aus einer einspurigen Nebenstraße nach rechts auf die stadtauswärts führende mehrspurige Bundesstraße ab und fährt dabei in die Menschengruppe, die wohl von der Stadtbahn-Haltestelle kommt.

Bahnen fahren nicht mehr

Die Haltestelle liegt mittig. Auf dieser Seite führt die Straße stadtauswärts aus dem Tal-Kessel heraus, auf der anderen Seite stadteinwärts. Der Unfallort befindet sich außerhalb der teils verkehrsberuhigten Innenstadt, östlich des Cityrings. An der oberirdischen Haltestelle fahren mehrere wichtige U-Bahn-Linien ab. 

Am Abend normalisiert sich die Verkehrslage an dem wichtigen Knotenpunkt wieder langsam. Nachdem die Straße und die Bahn-Strecke zeitweise komplett gesperrt waren und weder Fahrzeuge noch Bahnen passieren konnten, gibt die Polizei am Abend zunächst die Gegenfahrbahn wieder frei. Auch Straßenbahnen passieren die Unfallstelle wieder.

Am Abend lädt ein Abschleppwagen das Unfallfahrzeug - laut Polizei eine schwarze Mercedes-G-Klasse - auf und transportiert es ab. Die Mercedes-G-Klasse ist eine Art Geländewagen. Auf der Straße bleiben nur weiße Markierungen der Position des Autos zurück.


Bildnachweis: © Marco Krefting/dpa
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