23. Dezember 2021 / News aus der Welt

Feiertage für Flutopfer im Ahrtal - Weihnachten am Wasser

Die Menschen im Gebiet Ahrtal, das extrem vom Hochwasser Mitte Juli betroffen war, werden dieses Weihnachtsfest wohl mit gemischten Gefühlen feiern.

"Aufgeben ist keine Option“, steht auf der Fassade eines von der Flut zerstörten Hauses in Dernau.
Veröffentlicht am 23. Dezember 2021 um 09:25 Uhr von dpa

Maria, hochschwanger, und Josef suchen vergeblich eine Herberge. Jesus wird daher in einem Stall geboren. So steht es in der Bibel.

Auch zwei Jahrtausende später, an Weihnachten 2021, sind im flutgeschädigten Ahrtal zahlreiche Familien immer noch auf Notunterkünfte angewiesen. Das extreme Hochwasser Mitte Juli hat hier 134 Menschen getötet, mehr als 750 verletzt und Tausende Häuser beschädigt oder zerstört. Wie feiern die Anwohner Heiligabend?

Ganz unterschiedlich, sagt der evangelische Pfarrer Bernd Bazin, Koordinator des Teams der Diakonie Katastrophenhilfe an der Ahr. Manche verbrächten Weihnachten in ihren Ausweichquartieren ganz woanders etwa bei Verwandten, manche wohl vor Ort in Notunterkünften wie Tiny Houses (Minihäuser), manche in ihren unbeschädigten Häusern weiter oben an den Hängen des Ahrtals.

Bazin vermutet, «dass es für manche ein unvergessliches Weihnachten wird: Wir haben in der Flut so zusammengehalten, wir haben so viel Solidarität erlebt.» Für andere Talbewohner dagegen könnte Heiligabend «ganz furchtbar werden» mit der Wiederkehr traumatischer Erinnerungen an die Hochwassernacht, so dass sie eine Weihnachtsfeier als «pervers» empfinden könnten. Viele haben in der Nacht auf den 15. Juli in Todesangst auf Dächern ausgeharrt, Hilfeschreie von Nachbarn gehört und Zerstörungen an den eigenen Häusern erlebt, als von der Sturzflut mitgerissene Autos und Heizöltanks dagegen geprallt sind.

Danach sind im Ahrtal zahlreiche soziale Anlaufstellen entstanden, darunter der Verein «Die Ahrche» in Bad Neuenahr-Ahrweiler. An Heiligabend ist hier ein festliches Essen geplant.

Die freiwillige Helferin Claudia Kreuser sagt: «Wir wollen den Leuten ein bisschen Heimat schenken und für sie ein offenes Ohr haben.» Gerade an Weihnachten. Kreuser vermutet, «dass die Flut Kinderängste der Menschen geweckt haben könnte, die jetzt wieder hochkommen».


Bildnachweis: © Thomas Frey/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Tomaten, Gemüse & Grillfleisch: Hof Rascher startet in die Saison
Partner News

St. Vit: Hof Rascher startet in die Saison – Tomaten, Kohlrabi, Brokkoli, Rote Bete und Grillfleisch vom eigenen Strohschwein.

weiterlesen...
Geiselnahme in Berlin: Was wir wissen und was nicht
News aus der Welt

Ein Mann hält eine Frau in einem Supermarkt in Berlin fest. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg - bis die Polizei den Mann überwältigt. Was bislang bekannt ist und welche Fragen noch offen sind.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Influencerin Sydney Towle mit 26 an Krebs gestorben
News aus der Welt

Eigentlich veröffentlichte Sydney Towle Surf- und Tanzvideos in den sozialen Medien. Doch dann wurde bei ihr Krebs diagnostiziert - und die Influencerin dokumentierte ihren Kampf dagegen.

weiterlesen...
 Auffahrunfall auf der Gütersloher Straße
Polizeimeldung

Gütersloh (ots) - Rheda-Wiedenbrück (MK) - Am Donnerstagnachmittag (06.08., 17.00 Uhr) ereignete sich auf der...

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Influencerin Sydney Towle mit 26 an Krebs gestorben
News aus der Welt

Eigentlich veröffentlichte Sydney Towle Surf- und Tanzvideos in den sozialen Medien. Doch dann wurde bei ihr Krebs diagnostiziert - und die Influencerin dokumentierte ihren Kampf dagegen.

weiterlesen...
Undefinierbarer Geruch führt zu Zwischenlandung von Flieger
News aus der Welt

Eigentlich wollten die Passagiere von Südafrika nach Deutschland fliegen - doch sie kamen in der Republik Kongo an. Der Grund war ein Geruch in der Kabine. Was passiert jetzt?

weiterlesen...