9. November 2025 / News aus der Welt

Fast 800 Millionen Menschen mit chronischer Nierenkrankheit

Die weltweite Zahl der Menschen mit Nierenleiden hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Die gute Nachricht: Deutschland entzieht sich diesem Trend.

Ein Mediziner untersucht die Niere eines Patienten mit einem Ultraschallgerät
von dpa

Die Zahl der Betroffenen hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt: Im Jahr 2023 litten einer Studie zufolge weltweit 788 Millionen Menschen an einer chronischen Nierenkrankheit. 1,48 Millionen Menschen starben in dem Jahr an dieser Erkrankung. Das berichtet ein Forschungsteam um Theo Vos von der University of Washington in Seattle im Fachjournal «The Lancet». Diabetes, Fettleibigkeit und hoher Blutdruck sind demnach die häufigsten Ursachen für Nierenleiden.

«Chronische Nierenerkrankungen erfahren in der Gesundheitspolitik weiterhin deutlich weniger Aufmerksamkeit als andere nicht übertragbare Krankheiten», wird Vos in einer Mitteilung seines Instituts zitiert. Dabei ergab die Untersuchung, dass diese Erkrankungen 2023 weltweit die neunthäufigste Todesursache sind. Zudem sind Nierenfunktionsstörungen weltweit für fast 12 Prozent aller Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich.

Weltweit 14 Prozent der Menschen mit chronischer Nierenkrankheit

In absoluten Zahlen hat sich die Anzahl der Menschen mit chronischer Nierenkrankheit von 378 Millionen im Jahr 1990 auf 788 im Jahr 2023 mehr als verdoppelt. Dieser hohe Anstieg ist jedoch teilweise auf die wachsende Weltbevölkerung und die Alterung vieler Gesellschaften zurückzuführen, denn die Krankheit betrifft überwiegend ältere Menschen.

Weltweit litten 2023 demnach gut 14 Prozent der Menschen an einer chronischen Nierenkrankheit - die weitaus meisten davon allerdings in einem frühen Stadium. Besonders häufig sind Nierenleiden in Nordafrika und im Nahen Osten, wo 18 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Weitere Regionen mit überdurchschnittlicher Häufigkeit sind Südasien, Afrika südlich der Sahara sowie Lateinamerika und die Karibik.

 Deutschland liegt deutlich unter dem globalen Durchschnitt

Grundsätzlich betreffen Nierenkrankheiten auch viele Menschen in Staaten mit einem hohen Durchschnittseinkommen, etwa in Japan. Deutschland liegt mit 8,4 Prozent deutlich unter dem globalen Durchschnitt - zudem sank hierzulande die Häufigkeit seit 1990, entgegen dem weltweiten Trend.

Die Forscher werteten für die Studie mehr als 2.200 Datenquellen aus, darunter Melderegister, Register für Nierenversagen und Haushaltsbefragungen. Aus diesen Daten erstellten sie mit einem Computermodell Werte für 204 Länder und Territorien. 

«Chronische Nierenerkrankungen stellen eine wachsende globale Gesundheitskrise dar, deren Folgen größtenteils vermeidbar sind», sagt Ko-Autorin Lauryn Stafford, ebenfalls aus Seattle. Es gebe inzwischen sehr wirksame Medikamente, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen könnten. Im schlimmsten Fall hilft eine Nierentransplantation: Deren Anzahl stieg zwischen 1990 und 2023 von 1,59 Millionen auf 4,59 Millionen.


Bildnachweis: © Maurizio Gambarini/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Nach Skandal: Fatima Bosch aus Mexiko ist neue Miss Universe
News aus der Welt

Nach einem Eklat wird ausgerechnet die Teilnehmerin aus Mexiko zur neuen Miss Universe gekürt. Der Beauty Contest in Thailand war von Skandalen und einem Sturz geprägt.

weiterlesen...
Großbaustelle gefährdet Umsatz der Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück
Lokalnachrichten Rheda-Wiedenbrück

Die Gewerbetreibenden in Rheda-Wiedenbrück blicken mit großer Sorge auf die umfangreiche Großbaustelle zwischen Wiedenbrück und Rheda (Hauptstraße).

weiterlesen...
Pflegeberatung Henkenjohann in Rheda-Wiedenbrück
Partner News

Wenn Sie nicht mehr weiterwissen, ist hier jemand, der hilft!

weiterlesen...

Neueste Artikel

Zig Millionen gerettet: Schimmelpilz ist Mikrobe des Jahres
News aus der Welt

Seit den 1940er Jahren bewahrt Penicillin Menschenleben. Die Substanz wird von einem unansehnlichen Pilz produziert - Käsekenner kennen ihn unter anderem von Camembert und Brie.

weiterlesen...
Nach Tod von Matthew Perry: Arzt zu Hausarrest verurteilt
News aus der Welt

«Friends»-Star Matthew Perry hatte ein Narkosemittel im Blut, als er starb. Die Spur führte zu Ärzten und Mittelsmännern. Nun wurde ein Arzt verurteilt - allerdings nicht zu einer Gefängnisstrafe.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Zig Millionen gerettet: Schimmelpilz ist Mikrobe des Jahres
News aus der Welt

Seit den 1940er Jahren bewahrt Penicillin Menschenleben. Die Substanz wird von einem unansehnlichen Pilz produziert - Käsekenner kennen ihn unter anderem von Camembert und Brie.

weiterlesen...
Nach Tod von Matthew Perry: Arzt zu Hausarrest verurteilt
News aus der Welt

«Friends»-Star Matthew Perry hatte ein Narkosemittel im Blut, als er starb. Die Spur führte zu Ärzten und Mittelsmännern. Nun wurde ein Arzt verurteilt - allerdings nicht zu einer Gefängnisstrafe.

weiterlesen...