Mehr als 30 Jahre nach der Ermordung des Mafiajägers Giovanni Falcone auf Sizilien ist eine der zentralen Figuren des Attentats wieder ein freier Mann. Der frühere Mafiakiller Giovanni Brusca hat seine gesamte Haftstrafe samt anschließender Bewährung verbüßt, wie die italienischen Justizbehörden mitteilten. Der 68-Jährige arbeitete nach seiner Festnahme mit der Justiz zusammen. Inzwischen lebt er außerhalb von Sizilien unter anderem Namen in einem Zeugenschutzprogramm. Brusca hatte zugegeben, im Mai 1992 bei dem Bombenanschlag auf Falcones Autokolonne den Zünder ausgelöst zu haben. Der Jurist war eine der Symbolfiguren im Kampf gegen Italiens organisierte Kriminalität. Bei dem Anschlag auf einer Autobahn in der Nähe der sizilianischen Hauptstadt Palermo wurden auch seine Frau und drei Leibwächter getötet. Das Attentat machte Schlagzeilen weltweit. Vier Jahre später wurde der Mafioso festgenommen. Anschließend sagte er als Zeuge aus. Brusca ermordete nach eigenen Angaben mehr als hundert Menschen. Der Ex-Vertraute des verstorbenen Cosa-Nostra-Bosses Salvatore Riina gab auch ein anderes spektakuläres Verbrechen zu: die Entführung und Ermordung des Sohnes eines Kronzeugens gegen die Mafia. Der Leichnam des Kindes wurde später in Salzsäure aufgelöst. Wegen des Attentats auf Falcone war das ehemalige Cosa-Nostra-Mitglied zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Bereits im Mai 2021 wurde Brusca aus dem Gefängnis entlassen. Seither musste er sich jedoch noch regelmäßig bei der Polizei melden. Seit Ende Mai sind nun alle Auflagen weg. Die Schwester seines Mordopfers, Maria Falcone, äußerte «Schmerz und tiefe Bitterkeit». Zugleich verwies sie darauf, dass die Freilassung Folge eines Gesetzes sei, das ihr Bruder gewollt habe, um die Mafia von innen heraus zu zerschlagen.Auch viele andere Mafia-Morde auf dem Konto
Bildnachweis: © Nino Labruzzo/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Falcone-Attentäter nach drei Jahrzehnten auf freiem Fuß
Im Auftrag der Mafia brachte er mehr als 100 Menschen um - auch den Top-Juristen Giovanni Falcone. Jetzt ist die Strafe verbüßt. Die Schwester des Mafiajägers äußert tiefen Schmerz - und Verständnis.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 8. Juni 2026
Wiedenbrück: Vier letzte Grundstücke an der Kernekampstraße für den Traum vom Eigenheim
Acht Bauplätze waren geplant, vier sind bereits durch die Splietker Architektur und Bauen (Splietker Baugesellschaft mbH) bebaut. Wer jetzt zugreift,
Nach einem Hauseinsturz in Sachsen ist die Lage auch nach mehreren Stunden weiter unklar. Fünf Menschen, die möglicherweise in dem Haus waren, sind nicht erreichbar.
Musik, Tanz und Spezialitäten aus vielen Ländern erwarten die Besucher Ende Mai auf dem Rathausplatz in Rheda
Neueste Artikel
- 14. Juni 2026
Flugzeugabsturz in den USA: Zwölf Tote vermutet
Im Mittleren Westen der USA stürzt an einem sonnigen Sonntag ein Flugzeug ab, das Fallschirmspringer nutzen. Es wird befürchtet, dass niemand überlebt hat.
Ein Streit zwischen zwei Großfamilien eskaliert: Mitten in Göttingen fallen Schüsse, ein Polizist wird getroffen. Was bisher über die Tat bekannt ist - und wie es dem verletzten Ermittler geht.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 14. Juni 2026
Flugzeugabsturz in den USA: Zwölf Tote vermutet
Im Mittleren Westen der USA stürzt an einem sonnigen Sonntag ein Flugzeug ab, das Fallschirmspringer nutzen. Es wird befürchtet, dass niemand überlebt hat.
Ein Streit zwischen zwei Großfamilien eskaliert: Mitten in Göttingen fallen Schüsse, ein Polizist wird getroffen. Was bisher über die Tat bekannt ist - und wie es dem verletzten Ermittler geht.

