28. April 2026 / News aus der Welt

EU-Parlament: Hunde und Katzen in EU müssen gechippt werden

Läuft ein Haustier weg, soll schneller klar sein, zu welcher Person oder Familie es gehört. Mikrochips sollen außerdem gegen illegalen Welpenhandel helfen. Was künftig in der gesamten EU gelten soll.

Hunde müssen künftig registriert und gechippt sein. Privatleute haben aber einige Jahre Zeit dafür. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 28. April 2026 um 13:54 Uhr von dpa

Hunde und Katzen in der EU müssen künftig nach dem Willen des Europaparlaments durch Mikrochips identifizierbar sein. Die Europäische Union will so den illegalen Handel mit den Tieren eindämmen und ihren Schutz verbessern. Unterhändler des Parlaments und der EU-Staaten hatten sich im November auf die neuen Regeln geeinigt. Sie müssen nun noch formell vom Rat, also den EU-Staaten, bestätigt werden. 

Für die Chip-Pflicht gibt es danach mehrjährige Übergangsfristen. Für Hunde greift sie zehn Jahre nach dem Inkrafttreten und für Katzen nach 15 Jahren - jeweils, wenn sie privat gehalten werden. Bauernhofkatzen sind davon ausgenommen. Für Händler gelten die neuen Regeln dagegen bereits nach vier Jahren. Die deutsche Abgeordnete Manuela Ripa, die im Umweltausschuss am Vorhaben mitgewirkt hat, forderte die Bundesregierung auf, schon früher eine Chip-Pflicht einzuführen. 

Bisher gibt es in Deutschland keine allgemeine Chip- und Registrierungspflicht für alle Hunde und Katzen. Viele Städte und Bundesländer haben aber bereits Regeln. 

Gegen illegalen Handel

Wenn die EU-Vorgaben endgültig in Kraft treten, müssen alle Hunde und Katzen zudem in einer nationalen Datenbank registriert werden. Die Daten können zwischen den EU-Ländern ausgetauscht werden, sodass ein Tier besser einem Halter zugeordnet werden kann. Läuft etwa ein Hund im Urlaub davon, kann so auch in einem Tierheim im Ausland besser ermittelt werden, wohin er gehört. Außerdem soll es so schwieriger werden, Hunde und Katzen, die rechtswidrig gehalten oder in die EU gebracht wurden, weiterzuverkaufen.

Für Händler und Züchter wird außerdem festgeschrieben, dass sie die Tiere unter guten Bedingungen halten müssen. Hunde und Katzen mit «extremen Merkmalen» dürfen zudem nicht für die Zucht verwendet werden, wenn ein «hohes Risiko» für Leid besteht. Genaue Definitionen dafür legt die EU-Kommission mit Fachleuten bis Juli 2030 fest. Stark gezüchtete Hunde mit extrem flachen Nasen haben etwa oft Atemnot. 

Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union besitzen offiziellen Angaben zufolge mehr als 72 Millionen Hunde und 83 Millionen Katzen. Beim Handel mit den beiden Tierarten wird Schätzungen zufolge jährlich ein Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro erzielt.


Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa
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