Im Fall der nach Stunden beendeten Geiselnahme am Samstag in einem Dresdner Einkaufszentrum läuft die kriminalistische Aufarbeitung der Umstände und Hintergründe. Bei den Ermittlungen wegen des Verdachts des Totschlags und der Geiselnahme gegen den mittlerweile toten Täter wird das Geschehen rekonstruiert. Nach bisherigen Erkenntnissen hat der 40-Jährige zunächst am Morgen seiner Mutter in den Kopf geschossen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass die 62-Jährige infolgedessen starb. Nach derzeitigem Stand war die Pistole nicht legal im Besitz des Deutschen, der «geringfügig und nicht einschlägig» vorbestraft ist und zuletzt 2016 zu einer Geldstrafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt worden ist. Der Mann hatte im Adventstrubel in Sachsens Landeshauptstadt am Samstag über Stunden für Angst und Schrecken gesorgt und einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Beim Zugriff am Mittag war er überwältigt worden und wenig später an dabei erlittenen Verletzungen gestorben. Die Polizei geht davon aus, dass er psychisch krank war. Im Oktober hatte es einen Einsatz in Heidenau gegeben, weil er aufgebracht und geistig verwirrt gewesen sei und in medizinische Obhut gebracht worden sei, sagte ein Sprecher. Nach der Tötung seiner Mutter in einem Wohnhaus im Stadtteil Prohlis wollte der Mann nach bisherigen Erkenntnissen in der Innenstadt mit Waffengewalt in den Sender Radio Dresden eindringen und gab dabei Schüsse ab. Er hatte das neunjährige Kind einer Bekannten dabei, mit dem er sich dann in der Altmarkt-Galerie verschanzte und im Büro eines Geschäfts auch eine 38-jährige Angestellte als Geisel nahm. Die Polizei hatte versucht, ihn zum Aufgeben zu bewegen. Als Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Schussgeräusche in dem Büro hörten, stürmten sie den Raum und verletzten dabei den Beschuldigten schwer. Die Geiseln wurden äußerlich unversehrt befreit. Die Staatsanwaltschaft leitete noch zu Lebzeiten des Mannes ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Totschlags gegen ihn ein. Die Untersuchungen in dem Fall dauern weiter an, etwa zu den Hintergründen und Motiven der Taten sowie wie der Mann an die Waffe gelangt war. Das werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. Mit Verweis auf die Ermittlungen könnten keine weitergehenden Auskünfte erteilt werden.Polizei: Täter wohl psychisch krank
Bildnachweis: © Jörg Schurig/dpa-Zentralbild/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Geiselnehmer in Dresden erschoss Mutter mit Pistole
Zwei Tage nach der dramatischen Geiselnahme in Dresden gibt es neue Erkenntnisse. Die Ermittler rekonstruieren den Ablauf des Geschehens - und wissen schon etwas mehr dazu.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
Nach einem Hauseinsturz in Sachsen ist die Lage auch nach mehreren Stunden weiter unklar. Fünf Menschen, die möglicherweise in dem Haus waren, sind nicht erreichbar.
Gütersloh (ots) - Rheda-Wiedenbrück (FK) - Donnerstag (07.05.) führte der Verkehrsdienst der Kreispolizeibehörde...
Vier deutsche Passagiere der «Hondius» werden nach dem Hantavirus-Ausbruch per Sondertransport nach Frankfurt gebracht. Dort folgt die Weiterreise in die Quarantäne.
Neueste Artikel
- 7. Juni 2026
Studie: Menschen sind kooperativer als sie denken
Eine globale Studie mit positivem Ergebnis: Die meisten Menschen sind kooperationsbereit, auch wenn das für sie Nachteile bedeutet. Auffällig ist das Resultat für Deutschland.
Bei einem beliebten Sommerfestival in der Stadt Toledo am Eriesee fallen Schüsse. Die Polizei geht von mehreren Schützen aus. Die Fahndung nach den Verdächtigen läuft auf Hochtouren.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 7. Juni 2026
Studie: Menschen sind kooperativer als sie denken
Eine globale Studie mit positivem Ergebnis: Die meisten Menschen sind kooperationsbereit, auch wenn das für sie Nachteile bedeutet. Auffällig ist das Resultat für Deutschland.
Bei einem beliebten Sommerfestival in der Stadt Toledo am Eriesee fallen Schüsse. Die Polizei geht von mehreren Schützen aus. Die Fahndung nach den Verdächtigen läuft auf Hochtouren.

