30. August 2022 / News aus der Welt

Ermittlungen wegen Mordverdachts nach tödlichem Brand

Der schwere Brand in Apolda mit vier Toten entpuppt sich augenscheinlich als Verbrechen. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen einen Verdächtigen mit Benzinkanistern beim Betreten des Hauses.

Verkohlte Fensterrahmen an einem Mehrfamilienhaus in Apolda. Bei dem Brand starben vier Menschen.
von dpa

Zwei Tage nach dem schweren Wohnhausbrand mit vier Toten im thüringischen Apolda ist am Dienstag Haftbefehl gegen einen Tatverdächtigen erlassen worden.

Das Amtsgericht Erfurt sei dem Antrag der Staatsanwaltschaft Erfurt gefolgt, teilte deren Sprecher Hannes Grünseisen mit. Gegen den 35 Jahre alten bulgarischen Staatsbürger, der am Montag vorläufig festgenommen worden war, wird wegen Mordes und Brandstiftung ermittelt. Er war am Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt worden und sollte nach der Verkündung des Haftbefehls in Untersuchungshaft gebracht werden.

Bei dem Brand in dem Wohnhaus am frühen Sonntagmorgen waren ein 53-jähriger Mann bulgarischer Herkunft und drei weitere, bisher nicht identifizierte Menschen ums Leben gekommen. Knapp zwei Dutzend Menschen wurden teils schwer verletzt, darunter auch Kinder. 30 Menschen hatten die Feuerwehrleute aus dem brennenden Haus gerettet.

Für die Brandopfer läuft eine Spendenaktion

Nach Angaben Grünseisens haben Aufzeichnungen einer Überwachungskamera am Brandort die Ermittler auf die Spur des Tatverdächtigen gebracht. Diese zeigten den Mann mit Benzinkanistern in der Hand beim Betreten des Hauses, sagte er und bestätigte einen MDR-Bericht. Die Polizei hatte am Montag von Zeugenhinweisen auf den Mann und von ihm vorliegenden Fotos gesprochen.

Der Tatverdächtige war am Montag aus eigenem Antrieb zur Polizei nach Jena gegangen - Grünseisen zufolge wegen eines anderen Sachverhalts. Dort wurde er vorläufig festgenommen. Polizei und Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hatten am Montag zunächst mitgeteilt, er habe sich dort freiwillig gestellt. Grünseisen zufolge kommt Mord als Straftatbestand in Frage, wenn ein «gemeingefährliches» Mittel, mit dem Menschen getötet oder gefährdet werden können, im Spiel sei. Das sei bei einem Brand, der sich unkontrolliert ausbreiten könne, der Fall.

Die Brandermittler konnten die Ruine des großen Mehrfamilienhauses, das etwas außerhalb des Stadtzentrums liegt, laut Polizei auch am Dienstag zunächst nicht betreten. Es fehle noch die Freigabe durch einen Statik-Experten, hieß es von der Polizei.

Ersten Menschen, die durch den Brand ihr Heim verloren hatten, seien neue Wohnungen zugewiesen worden, sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. Die Betroffenen waren den Angaben zufolge zunächst bei Verwandten oder Bekannten untergekommen, einige wurden auch in das evangelische Gemeindehaus aufgenommen. Für die Brandopfer läuft eine Spendenaktion, die Stadt hat ein Spendenkonto eingerichtet.

Nach Angaben der Stadtverwaltung lebten in dem Haus ausschließlich bulgarische Staatsbürger, der Hausbesitzer sei ebenfalls Bulgare. Ein Feuerwehrsprecher hatte von 44 in dem Haus gemeldeten Menschen sowie fünf Gästen zum Zeitpunkt des Brandes gesprochen. Den Sachschaden durch den Brand hatte die Polizei auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.


Bildnachweis: © Bodo Schackow/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Ferienspiele vorgestellt: Buntes Programm in den Sommerferien
Stadt Rheda-Wiedenbrück

Viele schöne Aktionen haben sich die Jugendhäuser St. Aegidius und St. Pius, das städtische Jugendzentrum und Vereine...

weiterlesen...
Luke Mockridge live in Rheda-Wiedenbrück
Veranstaltungstipp

Im Herbst ist er in der Stadthalle Rheda-Wiedenbrück zu Gast

weiterlesen...
Ein einzigartiges Ambiente in Wiedenbrück
Partner News

Das Seecafé & Restaurant am Emssee der Flora-Westfalica lädt zum verweilen ein

weiterlesen...

Neueste Artikel

Spezialeinheiten überwältigen Automatensprenger
News aus der Welt

Seit 2020 sollen sie immer wieder in Deutschland auf Beutefahrt gegangen sein, aber nach ihrem jüngsten Coup in Heilbronn wartete auf fünf mutmaßliche Gangster in Südholland eine böse Überraschung.

weiterlesen...
Mutmaßliche Erpresser hatten Schumacher-Familie zum Ziel
News aus der Welt

Bekannt war bereits, dass zwei Männer wegen versuchter Prominenten-Erpressung in Untersuchungshaft sitzen. Nun gibt die Staatsanwaltschaft bekannt, wen die mutmaßlichen Täter im Visier hatten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Spezialeinheiten überwältigen Automatensprenger
News aus der Welt

Seit 2020 sollen sie immer wieder in Deutschland auf Beutefahrt gegangen sein, aber nach ihrem jüngsten Coup in Heilbronn wartete auf fünf mutmaßliche Gangster in Südholland eine böse Überraschung.

weiterlesen...
Mutmaßliche Erpresser hatten Schumacher-Familie zum Ziel
News aus der Welt

Bekannt war bereits, dass zwei Männer wegen versuchter Prominenten-Erpressung in Untersuchungshaft sitzen. Nun gibt die Staatsanwaltschaft bekannt, wen die mutmaßlichen Täter im Visier hatten.

weiterlesen...