Nach der Explosion einer Fliegerbombe auf einer Baustelle der Deutschen Bahn in München ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. «Wenn so etwas passiert, muss es eine Ursache haben», sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Dass die Bombe übersehen wurde, weise darauf hin, dass der Bereich vor Beginn der Bohrarbeiten womöglich nicht, zu wenig oder falsch abgesucht worden sei. «Selbstverständlich unterstützen wir die laufenden Ermittlungen und arbeiten eng mit den Behörden zusammen», sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen könne man keine weiteren Angaben machen. Grundsätzlich lege die Bahn bei Bauarbeiten aber höchste Sicherheitsstandards an. Ein Schaden von rund fünf Millionen Euro sei bei der Explosion der Bombe in der Nähe der Donnersbergerbrücke am Mittwoch entstanden, bei der nach Polizeiangaben vier Menschen verletzt wurden - darunter drei Bauarbeiter. Einer von ihnen, ein 62-Jähriger aus dem Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Lebensgefahr bestand allerdings nach einer mehrstündigen Operation nicht. «Wir bedauern zutiefst, dass es zu diesem Unfall gekommen ist. Wir wünschen den Verletzten baldige Genesung», sagte die Bahn-Sprecherin. Zwei weitere Bauarbeiter erlitten ein Knalltrauma und konnten nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Ein Passant wurde von einem umherfliegenden Stein am Kopf getroffen und erlitt eine Platzwunde. Hätten zur Mittagszeit nicht die meisten Arbeiter Essenspause gemacht, hätte es nach Polizeiangaben noch viel mehr Verletzte geben können. Interesse an einer Aufklärung hat auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Normalerweise werde auf solchen Baustellen vorab immer intensiv sondiert, wo noch Blindgänger versteckt liegen könnten, hatte er mittags bei einem Besuch am Unglücksort gesagt. Er gehe davon aus, dass das auch auf dieser Baustelle geschehen sei. «Da muss jetzt ermittelt werden: Warum hat man diese Bombe vorher nicht erkannt?» Die Detonation ereignete sich auf einer Baustelle für die zweite Stammstrecke - ein Mammutprojekt, das den extrem dichten Verkehr entlang der bisherigen Trasse entzerren soll. Die bisherige Stammstrecke gilt als Nadelöhr. Sie führt vom Ostbahnhof in einem Tunnel durch die Innenstadt bis in den Münchner Westen und gilt mit rund 1000 Zügen täglich als eine der am meisten befahrenen Bahnstrecken Europas. Nun wird auf der Baustelle, wo das Unglück geschah, also erst mal nach den Ursachen geforscht. Wie geht es weiter? Verzögert sich nun das ganze Projekt? Das weiß man auch bei der Bahn noch nicht. Aktuell könne man noch keine Aussage dazu treffen, wie sich der Vorfall auf den weiteren Verlauf der Baumaßnahmen auswirken werde, hieß es. Aus Sicht der Polizei ist die Explosion vor allem der Beweis dafür, dass es wichtig ist, bei der Entschärfung von Fliegerbomben zu evakuieren und Anwohner aufzurufen, ihre Häuser zu verlassen. Die Münchner Bombe sei in einer Tiefe von zwei oder drei Metern explodiert, sagte der Polizeisprecher. Da können man sich die Auswirkungen ja vorstellen, wäre sie schon freigelegt gewesen. «Das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, warum es so explizite und weiträumige Absperrungen gibt.»Millionenschaden durch Explosion
Und was war die Ursache?
Bildnachweis: © Polizeipräsidium München/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Ermittlungen nach Bombenexplosion in München
Bei der Explosion einer Fliegerbombe in München werden vier Menschen verletzt, einer schwebte sogar in Lebensgefahr. Der Schaden geht in die Millionen.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 15. März 2026
CONG4 Bettenmanufaktur – Deine Anlaufstelle für individuellen Schlaf in Rheda-Wiedenbrück & Kreis GT
Handgefertigte Betten, Matratzen und Schlaflösungen – persönlich, regional und maßgeschneidert.
- 10. April 2026
Rheda-Wiedenbrück: B61 – Restarbeiten ab 13. April, Tempo 50 und Einspurbetrieb bis Freitag
Straßen.NRW führt ab Montag letzte Bankett- und Markierungsarbeiten auf der B61 durch
Österliche Ideen für Zuhause, zum Verschenken und für den Friedhof: Blumenhaus Wagner bringt den Frühling in die Feiertage.
Neueste Artikel
- 12. April 2026
Oberleitung reißt – ICE-Passagiere sitzen stundenlang fest
Ein ICE bleibt liegen, die Oberleitung kracht auf den Zug. Zwei Passagiere kollabieren und die Rettung dauert. Was ist auf der Bahnstrecke Berlin-München geschehen?
- 12. April 2026
Gestrandeter Wal atmet schwächer
Der gestrandete Buckelwal reagiert nicht auf erneute Mobilisierungsversuche und atmet inzwischen schwächer. Ob eine neu beobachtete Zwischenatmung ein baldiges Ableben andeutet, ist noch unklar.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 12. April 2026
Oberleitung reißt – ICE-Passagiere sitzen stundenlang fest
Ein ICE bleibt liegen, die Oberleitung kracht auf den Zug. Zwei Passagiere kollabieren und die Rettung dauert. Was ist auf der Bahnstrecke Berlin-München geschehen?
- 12. April 2026
Gestrandeter Wal atmet schwächer
Der gestrandete Buckelwal reagiert nicht auf erneute Mobilisierungsversuche und atmet inzwischen schwächer. Ob eine neu beobachtete Zwischenatmung ein baldiges Ableben andeutet, ist noch unklar.

