Einen Tag nach der Gewalttat an einem Gymnasium in Bremerhaven liegen die Hintergründe nach wie vor im Dunkeln. Es gebe Hinweise darauf, dass der 21-jährige Tatverdächtige psychische Probleme habe, sagte Oberstaatsanwalt Oliver Constien am Freitag. «Diesen Hinweisen gehen wir nach.» Der Tatverdächtige selbst mache von seinem Schweigerecht Gebrauch. Die schwer verletzte Schulbeschäftigte schwebe weiterhin in Lebensgefahr, sagte Constien. Der Tatverdächtige soll mit einer Armbrust auf sie geschossen haben. Kurz nach dem Angriff nahm ihn die Polizei in der Nähe des Tatorts fest. Polizisten stellten auch eine Schreckschusswaffe und zwei Messer sicher. Dem Tatverdächtigen wird versuchter Mord vorgeworfen, das Amtsgericht Bremerhaven erließ am Donnerstagabend einen Haftbefehl gegen den 21-Jährigen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Am Freitag waren die Ermittler erneut im Gymnasium, um den Tathergang weiter rekonstruieren zu können. «Die Ermittlungen nehmen jetzt noch mal richtig Fahrt auf», sagte eine Polizeisprecherin. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte blieben nach bisherigen Erkenntnissen unverletzt. Sie seien im Nachgang von Fachleuten betreut worden. Die Ermittler gehen bei der Tat von einem Einzeltäter aus. Sie durchsuchten bereits am Donnerstag mehrere Objekte, um Erkenntnisse über das Motiv des mutmaßlichen Gewaltverbrechers herauszufinden. Die Ermittler baten darum, Bild-, Ton- und Videodateien, die zur Aufklärung der Tat beitragen könnten, über das spezielle Hinweisportal der Polizei hochzuladen. Ein von einem Augenzeugen in den sozialen Medien veröffentlichtes Video zeigt die Festnahme des 21-Jährigen kurz nach der Tat in der Nähe der Schule. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Echtheit der Aufnahme. Darauf ist der mutmaßliche Täter zu sehen, wie er augenscheinlich ruhig an einer vielbefahrenen Kreuzung vor einer Ampel sitzt. Neben ihm liegt eine Armbrust. Als sich die Polizei mit Blaulicht nähert, legt er sich noch vor Ankunft der Beamten flach auf den Boden. Er lässt sich widerstandslos festnehmen. Am Freitag war die Polizei mit erhöhter Präsenz in Bremerhaven unterwegs, um das Sicherheitsbedürfnis der Menschen zu stärken, wie die Polizeisprecherin sagte. «Wir wollen den Menschen zeigen, dass wir da sind, dass wir ansprechbar sind», sagte sie. Polizeibeamte stünden auch in allen Bremerhavener Schulen für Gespräche zur Verfügung. «Es gilt aufzuklären, was der Sachstand ist und vorhandene Fehlinformationen richtigzustellen.»Festnahme ohne Widerstand
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Ermittler suchen nach Motiv des Bremerhavener Schützen
Ein bewaffneter 21-Jähriger dringt in eine Schule ein, Schüler und Lehrkräfte verbarrikadieren sich in Klassenräumen. Eine Angestellte wird mit einer Armbrust lebensgefährlich verletzt. Wie konnte es zu der Tat kommen?
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