14. März 2022 / News aus der Welt

Ein Ufo? Fallermittler, übernehmen Sie!

Da am Himmel, da war doch was. Aber was? Manche Menschen fasziniert die Vorstellung von außerirdischem Leben inklusive entsprechender Flugobjekte. Dabei gibt es fast immer rationale Erklärungen.

Der Medizininformatiker Danny Ammon ist in seiner Freizeit Fallermittler bei der Gesellschaft für die Erforschung des Ufo-Phänomens.
Veröffentlicht am 14. März 2022 um 10:03 Uhr von Alexandra Stober, dpa

Glauben Sie an Außerirdische? Danny Ammon lacht, bevor er antwortet. «Das ist die falsche Frage.» Denn er geht die Sache mit den unbekannten Objekten völlig anders an.

Kontakt zu nicht-irdischen Wesen spielt dabei keine Rolle, den suchen einige Menschen besonders am World Contact Day (15. März). Dann schicken sie sich an, mit übersinnlichen Methoden Nachrichten ins All zu senden.

Dagegen sind die Methoden Ammons äußerst handfest, wenn er sich mit Meldungen von Ufo-Sichtungen beschäftigt. Der Medizininformatiker aus Jena ist in seiner Freizeit Fallermittler bei der Gesellschaft zur Erforschung des Ufo-Phänomens. Fallermittler - klingt nach Kripo-Arbeit. Das sei es auch ein wenig, sagt Ammon. Wenn jemand eine Sichtung meldet, folgt ein standardisierter Prozess, um die Kerndaten so objektiv wie möglich zu erfassen. Er spricht lieber von Phänomen als Objekt - das sei neutraler.

Das Gesehene wird eingeordnet

Wichtig sind Fragen wie: Wann haben Sie es genau gesehen? Wie war das Wetter? In welche Richtung haben Sie geschaut? Gibt es Fotos oder Videoaufnahmen davon? Dann heißt es, diese Angaben genau zu überprüfen und weitere Daten zu erheben. Dabei helfen Ammon beispielsweise Wetter-Datenbanken und spezielle Webseiten, auf denen man Flugbewegungen nachvollziehen kann. Aus den zusammengetragenen Informationen leitet er dann eine Arbeitshypothese ab, etwa: Es war ein Hubschrauber.

«Wir gehen immer davon aus, dass eine Sichtung herkömmlich erklärt werden kann», sagt der 42-Jährige. So bestätigten sich auch in mehr als 90 Prozent der Fälle die Arbeitshypothesen. Sehr zur Freude der meisten Zeugen: «Wir helfen ihnen dabei, das Gesehene in ihre Lebenswelt einzuordnen.» Nur in sehr wenigen Fällen merken Ammon und seine Mitstreiter, dass jemand die herkömmliche Erklärung nicht glaubt - nicht glauben will.

Verschwörungsnarrative rund ums Ufo

Das kann problematisch sein. «Wer über Ufos spekulieren möchte, soll das selbstverständlich tun. Es ist natürlich, sich über das Unbekannte Gedanken zu machen. Bedenklich ist es, wenn Ufos in größere Verschwörungserzählungen integriert werden, die oft antisemitisch sind und Hass gegen Menschen schüren», sagt der Historiker Daniel Brandau von der Freien Universität Berlin. Bei seiner Forschung zur Geschichte der Raketentechnik in Deutschland hat er sich mit diesen Aspekten beschäftigt.

Auch Ammon kennt sie alle, die Verschwörungsnarrative rund um Ufos. Er hat Dutzende Bücher gelesen und weiß, wie einfach es ist zu spekulieren, zu raunen. «Wir sehen es als unsere Kernaufgabe, dem entgegenzuwirken. Mit Fakten.» Apropos: Wofür sprechen diese in den Fällen, bei denen es am Ende keine eindeutige herkömmliche Erklärung für eine Objekt-Sichtung gibt? «Jeder Fall wird umfassend dokumentiert und veröffentlicht. Das, was vorläufig nicht erklärbar ist, bleibt so stehen.»

Also vielleicht doch..? Ammon lacht erneut. Als Teenager, am Anfang seiner Ufo-Karriere, da habe er an Außerirdische geglaubt. Mit der Erfahrung und dem Blick des Analytikers sagt er heute: «In manchen Fällen fehlt schlicht ein Puzzleteil. Oder es war eventuell ein Phänomen, das wir derzeit noch nicht wissenschaftlich erklären können.»


Bildnachweis: © Danny Ammon/Gesellschaft für die Erforschung des UFO-Phänomens (GEP)/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Haus in Görlitz eingestürzt - fünf Menschen nicht erreichbar
News aus der Welt

Nach einem Hauseinsturz in Sachsen ist die Lage auch nach mehreren Stunden weiter unklar. Fünf Menschen, die möglicherweise in dem Haus waren, sind nicht erreichbar.

weiterlesen...
 Kooperative Verkehrskontrollen in Rheda-Wiedenbrück
Polizeimeldung

Gütersloh (ots) - Rheda-Wiedenbrück (FK) - Donnerstag (07.05.) führte der Verkehrsdienst der Kreispolizeibehörde...

weiterlesen...
Deutsche «Hondius»-Passagiere auf dem Weg nach Frankfurt
News aus der Welt

Vier deutsche Passagiere der «Hondius» werden nach dem Hantavirus-Ausbruch per Sondertransport nach Frankfurt gebracht. Dort folgt die Weiterreise in die Quarantäne.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Zwei Eis (plus Extras) in Rom: 44 Euro
News aus der Welt

Sie waren nicht die ersten Touristen, die sich in Italiens Hauptstadt abziehen ließen. Aber die Empörung über eine arg teure Pause ist bei einem Paar aus den USA groß – genauso wie auf Facebook.

weiterlesen...
Zwei spürbare Erdbeben in Mittelgriechenland
News aus der Welt

Die Erde bebte auf der Insel Euböa – sogar in Athen wackeln Häuser. Wie die Menschen reagieren und warum die Region immer wieder bebt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Zwei Eis (plus Extras) in Rom: 44 Euro
News aus der Welt

Sie waren nicht die ersten Touristen, die sich in Italiens Hauptstadt abziehen ließen. Aber die Empörung über eine arg teure Pause ist bei einem Paar aus den USA groß – genauso wie auf Facebook.

weiterlesen...
Zwei spürbare Erdbeben in Mittelgriechenland
News aus der Welt

Die Erde bebte auf der Insel Euböa – sogar in Athen wackeln Häuser. Wie die Menschen reagieren und warum die Region immer wieder bebt.

weiterlesen...