Der Ebola-Ausbruch im Ostkongo hat möglicherweise früher begonnen als bisher angenommen. Drei freiwillige Rotkreuz-Helfer hätten sich wahrscheinlich schon am 27. März infiziert, als sie mit Toten in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo in Kontakt kamen, teilte die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Genf mit. Sie seien in einer anderen humanitären Angelegenheit im Einsatz gewesen, bevor bekannt wurde, dass das Ebolavirus grassiert. Sie starben den Angaben zufolge am 5., 15. und 16. Mai. Bislang war die früheste bekannte Infektion des aktuellen Ausbruchs ein Mann aus dem Kongo, der am 24. April mit Symptomen behandelt und drei Tage später gestorben war. Die ersten Ebola-Fälle waren erst am 15. Mai im Labor bestätigt worden. Am 17. Mai erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits mehr als 240 bekannte mutmaßliche Infektionen. Experten gehen davon aus, dass der Ausbruch über Wochen unentdeckt blieb. Häufungen von ungeklärten Todesfällen wurden bereits vorher untersucht. Da es sich bei dem aktuellen Ausbruch aber um den seltenen Bundibugyo-Typ des Ebolavirus handelt, wurde der Erreger mit herkömmlichen Tests zunächst nicht bestätigt. In der Demokratischen Republik Kongo gibt es nach WHO-Angaben fast 750 Verdachtsfälle und knapp 180 mutmaßliche Todesfälle. In dem Land wurden demnach 83 Infektionen mit dem Ebolavirus, darunter 9 Todesfälle, im Labor bestätigt. Erstmals seit vergangener Woche meldete auch das Nachbarland Uganda drei neue bestätigte Infektionen mit dem Virus. Zwei von ihnen, ein Fahrer und eine Krankenschwester, waren vorige Woche mit dem ersten bekannten Fall in dem Land in Kontakt gekommen, wie das ugandische Gesundheitsministerium mitteilte. Damit zählt Uganda nun fünf bestätigte Fälle. Zahlen zu Verdachtsfällen veröffentlicht das Land nicht. Beim dritten Fall handele es sich um eine Frau aus der Demokratischen Republik Kongo, die mit einem Flugzeug in die ugandische Hauptstadt Kampala gereist war. Sie wurde dort mit Bauchbeschwerden behandelt und sei dann zurückgereist. Eine Probe von ihr sei inzwischen positiv auf Ebola getestet worden, hieß es. Alle Kontaktpersonen der drei Infizierten seien identifiziert und würden überwacht und mit Blick auf ihre Kontakte nachverfolgt. Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, weil es für den seltenen Bundibugyo-Typ weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Die WHO betrachtet das Risiko einer Ansteckung im Kongo als sehr hoch, in der Region als hoch, weltweit aber als gering. Ebola überträgt sich anders als etwa das Coronavirus nicht durch Tröpfchen in der Luft, sondern durch engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten.Ausbruch blieb wochenlang unentdeckt
Neue Fälle in Uganda entdeckt
Frau mit Ebola-Symptomen im Flugzeug
Bildnachweis: © Jerome Delay/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Ebola-Ausbruch begann wohl früher – Uganda meldet neue Fälle
Die Angst vor dem Überschwappen des Ebola-Ausbruchs aus dem Kongo in andere Länder ist groß. Es gibt neue Fälle in Uganda - und möglicherweise begann der Ausbruch früher als bislang vermutet.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 8. Juni 2026
Wiedenbrück: Vier letzte Grundstücke an der Kernekampstraße für den Traum vom Eigenheim
Acht Bauplätze waren geplant, vier sind bereits durch die Splietker Architektur und Bauen (Splietker Baugesellschaft mbH) bebaut. Wer jetzt zugreift,
Nach einem Hauseinsturz in Sachsen ist die Lage auch nach mehreren Stunden weiter unklar. Fünf Menschen, die möglicherweise in dem Haus waren, sind nicht erreichbar.
Musik, Tanz und Spezialitäten aus vielen Ländern erwarten die Besucher Ende Mai auf dem Rathausplatz in Rheda
Neueste Artikel
- 13. Juni 2026
Familie mit Kleinkind stirbt bei Autounfall
Bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Sattelzug kommt in Oberbayern eine dreiköpfige Familie ums Leben – darunter ein zweijähriges Kleinkind. Für den Fahrer des Lkws geht der Unfall glimpflich aus.
In einem Amsterdamer Wohnblock soll eine Gruppe junge Männer Sprengsätze gebaut haben – offenbar für einen geplanten Überfall in Deutschland. Die Polizei ermittelt.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 13. Juni 2026
Familie mit Kleinkind stirbt bei Autounfall
Bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Sattelzug kommt in Oberbayern eine dreiköpfige Familie ums Leben – darunter ein zweijähriges Kleinkind. Für den Fahrer des Lkws geht der Unfall glimpflich aus.
In einem Amsterdamer Wohnblock soll eine Gruppe junge Männer Sprengsätze gebaut haben – offenbar für einen geplanten Überfall in Deutschland. Die Polizei ermittelt.

