Das Kunststoffnetz um die Zitronen, das Plastik um die drei Paprika oder der Joghurtbecher - solche Alltagsverpackungen sind oftmals schlecht fürs Klima und die Umwelt. Einer neuen Studie zufolge könnten die Treibhausgasemissionen durch Verpackungen in Deutschland jedoch bis 2045 um 94 Prozent gesenkt werden. Das ergab eine am Donnerstag vorgestellte Untersuchung des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. Bis 2030 könnten die Emissionen im Vergleich zu 2021 demnach bereits um 46 Prozent schrumpfen. Über die Hälfte der Einsparungen ließen sich durch eine Klima- und Energiewende, beispielsweise durch eine energiesparende Produktion, erreichen. Ein großer Teil könne auch durch die Art der Verpackungen und die Kreislaufwirtschaft eingespart werden. Beispiele dafür seien leichtere Verpackungen oder ein vermehrter Einsatz von recyceltem Plastik. Rezyklate nennt man die Kunststoffe, die aus Recycling-Prozessen gewonnen werden. Zu neuen Verpackungen für Lebensmittel eignen sie sich jedoch in der Regel nicht. «Der Joghurtbecher im gelben Sack kann nach dem Recyceln nicht zu einem neuen Joghurtbecher werden», erklärt Sandra Völker vom Müllentsorger Alba Berlin. Stattdessen könne er beispielsweise für Spielzeug oder Stadionstühle verwendet werden. Die Verringerung von Müll und dessen Wiederverwertung gelten als einige der wesentlichen Grundpfeiler der europäischen Bemühungen zum Aufbau einer Kreislaufwirtschaft. EU-weit wurden dafür Recyclingziele für die Jahre 2025, 2030 und 2035 festgelegt. So müssen unter anderem ab 2025 mindestens 55 Prozent der sogenannten Siedlungsabfälle, also etwa Müll aus privaten Haushalten, recycelt und für die Wiederverwendung vorbereitet werden. Ebenso müssen 65 Prozent des gesamten Verpackungsmülls recycelt werden. Deutschland steht im europäischen Vergleich gut da: 2020 wurden 67 Prozent der Siedlungsabfälle recycelt, ebenso 68,1 Prozent der Verpackungsabfälle - damit wurden die jeweiligen Ziele von mindestens 55 Prozent bis 2025 schon übertroffen. Einzig das spezifische Recyclingziel für Plastikverpackungen (50 Prozent bis 2025) wurde mit 46,2 Prozent 2020 noch nicht erreicht. Und der Weg zum Rezyklat ist lang, wie das Beispiel des Joghurtbechers zeigt: Vom gelben Sack wird er in eine Sortieranlage gebracht und zunächst auf einen groben Berg mit anderen Leichtverpackungen geworfen. Von dort bringt ein Radlader schaufelweise Müll in einen Gebindeöffner. «Der reißt die Müllbeutel auf, lockert alles und dann geht es aufs Förderband», sagt Völker. Im nächsten Schritt wird dann sortiert: Mit Windanlagen, Siebtrommeln, die an Waschmaschinen erinnern und auch händisch werden die unterschiedlichen Materialien getrennt. «Der Joghurtbecher besteht ja heute oft aus drei Dingen. Dem Aluminiumdeckel, dem Plastikbecher und Pappe darum», sagt Völker. «Idealerweise trennt man zu Hause alle drei Dinge voneinander und wirft die Pappe in den Papiermüll und den Deckel und Becker getrennt voneinander in die Wertstofftonne.» Sonst bekämen die Maschinen manchmal Probleme beim Sortieren. Bei der Leichtverpackungsanlage Alba Berlin werden knapp 60 Prozente der Abfälle zu Rezyklaten. 40 Prozent gehen hingegen in die thermische Verwertung, werden also verbrannt. Die dabei entstehende Energie kann als elektrische Energie, Wärme oder Prozessdampf genutzt werden.Für Lebensmittel ungeeignet
Der lange Weg des Joghurtbechers
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Der Weg des Joghurtbechers: Wie Plastik recycelt wird
Eben war es noch der leere Joghurtbecher, nun wird daraus ein Spielzeug für Kinder: Plastikmüll kann recycelt werden. Einer Studie zufolge lassen sich damit große Mengen an Treibhausgasen vermeiden.
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