31. Juli 2021 / News aus der Welt

Chempark-Explosion: Abfälle aus Agrar-Chemie-Produktion

Trotz einer ersten Entwarnung besorgt Anwohner in Leverkusen weiter die Frage, welche Stoffe bei der Explosion am Chempark womöglich in die Luft gelangten. Nun gibt es Infos über die Inhalte der betroffenen Abfalltanks.

Im Leverkusener Chempark hatte es eine Explosion mit mehreren Toten gegeben.
Veröffentlicht am 31. Juli 2021 um 17:48 Uhr von dpa

In dem Abfalltanklager der Explosion von Leverkusen haben sich nach Angaben der Kölner Bezirksregierung «flüssige Reststoffe aus der Produktion von Chemikalien für die Landwirtschaft» befunden.

Der Hauptbestandteil dieser Abfälle seien «phosphor- und schwefelhaltige Chemikalien», teilte die Behörde am Samstag mit. Noch sei aber die Frage offen, ob durch die Detonation möglicherweise gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt worden seien. Es würden weitere Proben genommen.

Der genaue Inhalt der Tanks in der Sondermüllverbrennungsanlage war zuvor nicht öffentlich bekannt gewesen. Bei einer Pressekonferenz am Freitag hatte der Betreiber Currenta darauf verwiesen, es handle sich um einen Gegenstand in einem Ermittlungsverfahren. Das Unternehmen selbst wisse natürlich, was sich in den Tanks befunden habe.

Den Behörden seien diese Informationen «vollumfänglich» übergeben worden, hatte Currenta erklärt. Am Donnerstag und Freitag seien die Daten verschickt worden. Einsatzkräfte am unmittelbaren Explosionsort hätten allerdings schon direkt Informationen zu den Stoffen gehabt.

Nach der gewaltigen Detonation und einem anschließenden Brand war am Dienstagmorgen in Leverkusen eine riesige Rauchwolke aufgestiegen, in der Region gingen Rußpartikel nieder. Bei einer ersten Analyse stellte das Landesumweltamt (LANUV) nach eigenen Angaben keine Rückstände von Dioxin und dioxinähnlichen Stoffen fest. Bei den Polychlorierten Biphenylen (PCB) und den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) maßen die Experten nur sehr geringe Werte. Die Ergebnisse wurden als erste vorsichtige Entwarnung gewertet.

Zugleich kündigte das Amt, mit dem Wissen über den genauen Inhalt der Tanks noch weitere Analysen anstellen zu wollen. Bis zu einer abschließenden Klärung sollen die Vorsichtsmaßnahmen für Anwohner aufrecht erhalten werden. Dazu zählt etwa, kein Obst oder Gemüse aus dem Garten zu essen oder verunreinigte Flächen anzufassen.

Tote und Verletzte

Nach der Detonation waren mindestens fünf Menschen ungekommen, zwei gelten weiterhin als vermisst. 31 Menschen wurden verletzt. Die Ursache für das Unglück ist noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion. Sie will herausfinden, ob menschliche Fehler zur Katastrophe führten.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) forderte eine genaue Aufklärung der Geschehnisse. «Jetzt müssen vor allem die Ursachen genau aufgeklärt und aufgearbeitet werden. Schnellstmöglich sind alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, damit sich künftig ein derartig schlimmes Unglück nicht wiederholt», erklärte die Politikerin, die am Samstag den Unglücksort besuchte. Nach Angaben des Umweltministeriums wurde «für die Analytik der Brandrückstände» eine «Task Force vereinbart».


Bildnachweis: © David Young/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Wieder Tempo 70 auf der B Straße zwischen Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh
Kreis Gütersloh

Kreis Gütersloh: Tempofreigabe zwischen Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh

weiterlesen...
Glatteis-Gefahr verlagert sich in den Osten Deutschlands
News aus der Welt

Was der Westen hinter sich hat, steht dem Osten noch bevor. Vor allem im Nordosten und Südosten kann es spiegelglatt werden. Brandenburg hat die Präsenzpflicht an Schulen für Dienstag aufgehoben.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Vermisster Junge – was wir wissen und was nicht
News aus der Welt

Wo ist Noah? Weiterhin wird nach dem Achtjährigen gesucht. Dabei sind auch Hubschrauber, Boote und Hunde im Einsatz. In einem Bereich intensiviert die Polizei ihre Ermittlungen.

weiterlesen...
17-Jährige nach tödlichem Stich in NRW auf freiem Fuß
News aus der Welt

In NRW wird ein 17-Jähriger durch einen Stich in den Hals getötet. Ein gleichaltriges Mädchen gibt zu, zugestochen zu haben - in Notwehr. Sie kommt frei.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Vermisster Junge – was wir wissen und was nicht
News aus der Welt

Wo ist Noah? Weiterhin wird nach dem Achtjährigen gesucht. Dabei sind auch Hubschrauber, Boote und Hunde im Einsatz. In einem Bereich intensiviert die Polizei ihre Ermittlungen.

weiterlesen...
17-Jährige nach tödlichem Stich in NRW auf freiem Fuß
News aus der Welt

In NRW wird ein 17-Jähriger durch einen Stich in den Hals getötet. Ein gleichaltriges Mädchen gibt zu, zugestochen zu haben - in Notwehr. Sie kommt frei.

weiterlesen...