Als Prinzessin Diana 1997 bei einem Autounfall in Paris starb, hätte sich wohl kaum jemand vorstellen können, dass ihre beiden Söhne knapp drei Jahrzehnte später ein tiefes Zerwürfnis trennen würde. Doch am 29. Todestag der «Königin der Herzen» am 31. August ist das Verhältnis zwischen Prinz William (44) und Prinz Harry (41) Berichten zufolge auf einem Tiefpunkt angelangt. Dabei galten die Brüder einst als unzertrennlich. Noch vor einigen Jahren traten sie gut gelaunt bei gemeinsamen Terminen in der Öffentlichkeit auf, teilten sich ein Pressebüro und arbeiteten bei Wohltätigkeitsinitiativen zusammen. Doch dann folgte der Bruch Harrys und seiner Frau Meghans (45) mit der Königsfamilie. In einem Interview mit der Talkshow-Legende Oprah Winfrey und einer Netflix-Doku packten sie aus. Spätestens seit Harry in seiner Autobiografie «Spare» («Reserve») mit William und anderen Royals abrechnete, ist das Tischtuch zerschnitten. Den Thronfolger, in dessen Schatten Harry als «Reserve» zeitlebens stand, bezeichnete er in dem Buch als «geliebten Bruder und Erzfeind». Unter anderem schilderte er eine Auseinandersetzung, bei der ihn William körperlich angegangen haben soll. «Er packte mich am Kragen, zerriss meine Kette und warf mich zu Boden», klagte Harry, der nach eigenen Angaben bei dem Vorfall durch einen zerbrochenen Hundenapf verletzt wurde. Der Palast schwieg zu den Vorwürfen. Die Indiskretion dürfte den penibel auf Privatsphäre bedachten William jedoch zur Weißglut gebracht haben. Doch nach der kürzlichen Rückkehr der Sussexes, wie Harry, seine Frau Meghan und die beiden Kinder auch genannt werden, aus den USA, trennt die Brüder kein Ozean mehr, sondern allenfalls eine eineinhalbstündige Autofahrt. Wo genau sich die abtrünnigen Royals niedergelassen haben, die nach ihrem Abschied aus dem engeren Kreis der Königsfamilie 2020 in Kalifornien lebten, ist nicht bekannt. Berichten zufolge könnte es sie in die idyllische Region der Cotswolds westlich von London gezogen haben. Während Harry inzwischen zu seinem Vater, König Charles (77), wieder einen Draht gefunden zu haben scheint, ist das Verhältnis zu William weiter schwer zerrüttet. In einem Interview ließ Harry durchblicken, dass er eine Aussöhnung mit seinem Bruder durchaus begrüßen würde, doch von William kam nur eisiges Schweigen. Das könnte sich nach den jüngsten Entwicklungen ändern, glaubt der Royal-Kenner und Verfassungsexperte Craig Prescott von der Londoner Universität Royal Holloway. «William könnte zunehmend isoliert wirken, vielleicht auch unnachgiebig und stur. Es könnte also der Punkt kommen, an dem William in der ganzen Sache als der Böse dasteht», sagt Prescott im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Noch sei es nicht so weit, schränkt er ein, aber das Szenario sei durchaus denkbar. Für die Monarchie und damit auch für einen künftigen König William wäre es durchaus gut, wenn nicht nur eine Aussöhnung, sondern auch eine Rückkehr Harrys in den Kreis der «working royals» zustande käme, führt Prescott aus. «Ich bin etwas besorgt, was in 15 Jahren sein wird», sagt er. «Dann wird es einen König William und eine Königin Catherine auf dem Thron geben. Vielleicht noch einen Prinzen Edward und eine Herzogin Sophie, die royale Pflichten wahrnehmen, aber sonst vielleicht niemanden», so Prescott weiter. Dass der Bruch zwischen den Brüdern wirklich bis in die Kindheitstage zurückreicht, wie es in Harrys Buch nahegelegt wird, glaubt der Experte nicht. Er hält es eher für wahrscheinlich, dass Harry über die mangelnde Unterstützung seines Bruders in seinem Kampf gegen die Boulevardpresse enttäuscht war. Beide machen die Paparazzi für den Tod ihrer Mutter verantwortlich, die dem schwarzen Mercedes in der verhängnisvollen Nacht in Paris 1997 hinterherjagten. Doch Harry ging einen Schritt weiter. Er äußerte öffentlich seine Sorge, es könne seiner Frau Meghan eines Tages genauso gehen und begab sich auf einen wahren Kreuzzug gegen die Boulevardblätter, der in verschiedenen Zivilklagen gipfelte. William hingegen hatte in den vergangenen Jahren noch ganz andere Sorgen als nur den Zwist mit seinem Bruder. Bei seiner Frau Kate (44) wurde 2024 Krebs diagnostiziert und sie musste sich einer Chemotherapie unterziehen. Ein Jahr später teilte sie mit, in Remission zu sein. In Remission bedeutet bei Krebs üblicherweise, dass die Krankheit unter Kontrolle oder derzeit nicht nachweisbar ist. Die genaue Bedeutung hängt von der individuellen Situation ab. Bei vielen Krebsarten wird man erst nach fünf Jahren ohne Rückfall als geheilt angesehen. Um welche Art von Krebs es sich bei Kate handelte, ist nicht bekannt. William bezeichnete das Jahr im Rückblick als «brutal» und schwerstes seines Lebens. Kate wird jedoch womöglich die Fähigkeit zugetraut, zwischen den beiden Brüdern zu vermitteln. Medien spekulierten, sie könne auf William einwirken und ihn milde stimmen. Sollten sie Recht behalten, würde am Ende die Frau, die Dianas Titel als Princess of Wales geerbt hat, den Frieden zwischen deren Söhnen wieder herstellen. Es wäre wohl allen Beteiligten zu wünschen, bevor der 30. Todestag Dianas im kommenden Jahr ansteht.«Geliebter Bruder und Erzfeind»
Von William kam nur eisiges Schweigen
Beide machen Paparazzi für den Tod Dianas verantwortlich
Könnte die Princess of Wales womöglich vermitteln?
Bildnachweis: © Dominic Lipinski/Pool PA via AP/dpa
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Bruderkrieg zum Todestag: Warum William und Harry streiten
Prinzessin Diana starb am 31. August 1997 bei einem Verkehrsunfall in einem Pariser Tunnel. Ihre einst unzertrennlichen Söhne sind inzwischen schwer zerstritten. Gibt es Hoffnung auf Versöhnung?
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