Bestimmte Industriechemikalien, die Menschen vor allem über Lebensmittel und Trinkwasser aufnehmen, bauen sich einer Studie zufolge schneller im menschlichen Körper ab als bisher angenommen. Unter die Lupe genommen wurden in der Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sogenannte Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS), auch Ewigkeitschemikalien genannt. Für die Studie verglichen die Fachleute 15 PFAS-Verbindungen. Ein Wissenschaftler machte dafür einen Selbstversuch und nahm ein niedrig dosiertes Gemisch aus PFAS-Chemikalien zu sich. Anschließend wurde die Konzentration der Substanzen in einem Zeitraum von 450 Tagen im Blut sowie deren Ausscheidung in Stuhl und Urin gemessen. Laut BfR ist die Untersuchung die erste ihrer Art. «Entscheidend ist die Länge der Kohlenstoffkette des Moleküls: Kurzkettige PFAS werden rascher ausgeschieden», teilte das BfR mit. Sie hätten nur eine Halbwertszeit von Tagen bis Wochen, langkettige PFAS dagegen eine von bis zu mehreren Jahren. Die Halbwertszeit gibt an, nach welcher Zeit die Hälfte einer Substanz abgebaut ist oder den Körper verlassen hat. Kurzkettige Verbindungen würden vor allem mit dem Urin ausgeschieden. Langkettige Verbindungen hingegen könnten aus dem gebildeten Urin zurückgeholt werden. «Ihre Ausscheidung über den Urin ist daher nur sehr gering, was ihre lange Verweildauer im Körper erklärt.» PFAS werden in zahlreichen Verbraucherprodukten eingesetzt, zum Beispiel in Kosmetika, Kleidung oder Kochgeschirr. Die Chemikalien gelten als besonders langlebig und stabil. Sie haben sich weltweit in der Umwelt verteilt und werden in kleinen Mengen über Nahrung und Trinkwasser aufgenommen. Für die Risikobewertung des BfR seien die Ergebnisse sehr wichtig, schreibt das Institut. Vor allem das Wissen über die Halbwertszeiten sei im Falle einer Kontamination von Lebensmittel oder Trinkwasser entscheidend.Ausscheidung über Urin entscheidend
Ergebnisse wichtig für Risikobewertung
Bildnachweis: © Annette Riedl/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Bestimmte PFAS-Chemikalien scheidet der Mensch rasch aus
Sogenannte Ewigkeitschemikalien kommen in vielen Produkten vor und sind sowohl in der Umwelt als auch in Menschen zu finden. Viele bauen sich nur langsam ab. Doch bei einigen geht es schneller.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 10. April 2026
Rheda-Wiedenbrück: B61 – Restarbeiten ab 13. April, Tempo 50 und Einspurbetrieb bis Freitag
Straßen.NRW führt ab Montag letzte Bankett- und Markierungsarbeiten auf der B61 durch
- 15. März 2026
CONG4 Bettenmanufaktur – Deine Anlaufstelle für individuellen Schlaf in Rheda-Wiedenbrück & Kreis GT
Handgefertigte Betten, Matratzen und Schlaflösungen – persönlich, regional und maßgeschneidert.
Österliche Ideen für Zuhause, zum Verschenken und für den Friedhof: Blumenhaus Wagner bringt den Frühling in die Feiertage.
Neueste Artikel
- 12. April 2026
Massenpanik: Mindestens 30 Tote an Ausflugsziel in Haiti
Ein über soziale Medien beworbenes Treffen lockt viele junge Menschen an Haitis Zitadelle, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Vor Ort kommt es zu Chaos und einer tödlichen Panik.
- 12. April 2026
Oberleitung reißt – ICE-Passagiere sitzen stundenlang fest
Ein ICE bleibt liegen, die Oberleitung kracht auf den Zug. Zwei Passagiere kollabieren und die Rettung dauert. Was ist auf der Bahnstrecke Berlin-München geschehen?
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 12. April 2026
Massenpanik: Mindestens 30 Tote an Ausflugsziel in Haiti
Ein über soziale Medien beworbenes Treffen lockt viele junge Menschen an Haitis Zitadelle, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Vor Ort kommt es zu Chaos und einer tödlichen Panik.
- 12. April 2026
Oberleitung reißt – ICE-Passagiere sitzen stundenlang fest
Ein ICE bleibt liegen, die Oberleitung kracht auf den Zug. Zwei Passagiere kollabieren und die Rettung dauert. Was ist auf der Bahnstrecke Berlin-München geschehen?

