23. März 2026 / News aus der Welt

Flieger kollidiert auf Rollfeld mit Einsatzauto: Piloten tot

«Stop, stop, stop», rief der Tower in New York dem Einsatzwagen noch zu, doch es war zu spät. Mit voller Wucht krachte die Maschine in das Fahrzeug. Gab es einen Kommunikationsfehler?

Die Maschine wurde schwer beschädigt.
Veröffentlicht am 23. März 2026 um 21:24 Uhr von Jörg Vogelsänger, dpa

Dramatischer Zusammenstoß nach der Landung: Bei der Kollision einer Passagiermaschine mit einem Einsatzwagen sind auf dem Flughafen LaGuardia in New York der Pilot und der Copilot ums Leben gekommen.

Zudem seien 39 Menschen an Bord der Air-Canada-Maschine sowie die zwei Insassen des Einsatzautos verletzt worden, teilte eine Sprecherin der für den Flughafen zuständigen Behörde vor Journalisten mit. Zwar hätten inzwischen 32 Personen das Krankenhaus verlassen können, es gebe aber auch Schwerverletzte.

Der Vorfall ereignete sich am späten Sonntagabend (Ortszeit) nach der Landung der Maschine auf dem Rollfeld, teilte der Flughafen auf X mit. Der aus Montreal kommende Flug, ausgeführt von der Gesellschaft Jazz Aviation, sei gegen 23.40 Uhr gelandet. An Bord des Fliegers vom Typ Bombardier CRJ-900 waren 72 Passagiere und 4 Besatzungsmitglieder, wie die für die See- und Flughäfen zuständige Port Authority of New York and New Jersey weiter erklärte.

Auf Bildern ist die an der Front stark beschädigte Maschine zu sehen. Sie ragt mit abgerissenem Bug nach oben, Trümmerteile ragen heraus oder liegen auf der Piste. Bei dem in die Kollision verwickelten Fahrzeug habe es sich um einen Wagen der Flughafen-Feuerwehr gehandelt, der zu einem Einsatz unterwegs gewesen sei.

Dramatischer Funkverkehr

Der Wagen habe zunächst die Erlaubnis bekommen, das Rollfeld zu überqueren, hieß es in Medienberichten. Dann versuchte der Tower noch verzweifelt, den Zusammenstoß zu verhindern, wie aus einem von CNN veröffentlichten Funkverkehr hervorgeht. «Stop, stop, stop, stop, stop, Truck One, stop, stop, stop! Stop, Truck One, stop! Truck One, stop!», ruft demnach ein Lotse der Besatzung des Einsatzfahrzeuges zu.

US-Verkehrsminister Sean Duffy betonte auf einer Pressekonferenz, dass der Flughafen «gut besetzt» sei. Derzeit seien insgesamt 33 Fluglotsen im Einsatz. Ziel sei es allerdings, 37 Mitarbeiter zu beschäftigen. Er widersprach zudem einem Gerücht, dass lediglich ein Fluglotse zum Zeitpunkt des Unfalls im Dienst gewesen sei. 

Der Flugbetrieb auf dem Flughafen wurde laut der Verkehrssicherheitsbehörde NTSB vorübergehend unterbrochen. Erst am Montagmittag (Ortszeit) durften wieder Maschinen starten und landen, es sei aber weiter mit Verspätungen und Absagen zu rechnen, teilte die Flughafenverwaltung mit. 

Die Verkehrssicherheitsbehörde NTSB leitete eine Untersuchung ein. Dabei werde es auch um die Kommunikation zwischen Tower, Einsatzwagen und Flugzeug gehen, hieß es in den Berichten. Kanada helfe bei den Untersuchungen mit, teilte Premierminister Mark Carney mit. Der Vorfall habe ihn zutiefst traurig gemacht und seine Gedanken seien bei allen, die davon betroffen seien. 

Der Vorfall sei «schrecklich», sagte US-Präsident Donald Trump. «Sie haben einen Fehler gemacht. Es ist ein gefährliches Business.» Wen Trump für den Fehler verantwortlich machte, führte er nicht weiter aus. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani wollte sich vor Ort selbst ein Bild machen. 

Schon Ende 2025 gab es einen Unfall

Bereits im Oktober 2025 waren auf dem Flughafen LaGuardia zwei regionale Passagierflugzeuge auf dem Rollfeld zusammengestoßen. Auf dem Weg zu ihrem Startpunkt habe eine Maschine mit ihrer Tragfläche den Bug eines anderen Fliegers touchiert, hieß es damals. Ein Mitglied des Bordpersonals wurde leicht verletzt.

Im Jahr 2020 war in LaGuardia für rund vier Milliarden Dollar (rund 3,5 Mrd Euro) ein neues Terminal in Betrieb genommen worden. Der 1939 eröffnete Flughafen ist nach dem früheren New Yorker Bürgermeister Fiorello LaGuardia (1882-1947) benannt und wird vor allem für Verbindungen innerhalb der USA genutzt.


Bildnachweis: © Ryan Murphy/AP/dpa
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