2. November 2022 / News aus der Welt

Überdurchschnittlicher Temperaturanstieg in Europa

Schneller als anderswo steigen in Europa die durchschnittlichen Temperaturen. Dürre, Waldbrände und Überschwemmungen sind die Folgen. Die Weltwetterorganisation hat aber auch ein Lob parat.

Ein Außenthermometer in einem Kleingarten zeigt die Temperatur von knapp 40 Grad an.
Veröffentlicht am 2. November 2022 um 15:39 Uhr von dpa

In Europa sind die Temperaturen in den vergangenen 30 Jahren mehr als doppelt so schnell gestiegen wie im globalen Durchschnitt. Das berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf, die zusammen mit dem europäischen Erdbeobachtungssystem Copernicus in Reading am Mittwoch den Klimazustandsbericht Europa vorlegte. Der Fokus liegt auf den Zeitraum bis 2021, nicht 2022.

Im Zeitraum 1991 bis 2021 seien die Temperaturen in Europa durchschnittlich um 0,5 Grad pro Dekade gestiegen. Sie steigen in der Arktis und in höheren nördlichen Breiten der Erde besonders schnell. Zudem erwärmt sich die Luft über Kontinenten im Schnitt rascher als über Ozeanen.

Regen statt Schnee

Die Alpengletscher hätten von 1997 bis 2021 rund 30 Meter ihrer Eisdicke verloren, heißt es in dem Bericht. Der Eisschild Grönlands schmelze und beschleunige den Anstieg des Meeresspiegels. Im Sommer 2021 wurde dort am höchsten Punkt auf gut 3200 Metern erstmals seit Beginn der Messungen in den 80er Jahren Regen statt Schnee registriert.

«Während der Erwärmungstrend anhält, werden außergewöhnliche Hitze, Waldbrände, Überschwemmungen und andere Auswirkungen des Klimawandels die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Ökosysteme beeinträchtigen», teilte die WMO mit.

Die WMO lobt aber die Europäische Union als Vorzeigeregion in Sachen Eindämmung des Treibhausgasausstoßes. In der EU sei der Ausstoß von 1990 bis 2020 um 31 Prozent gesunken. «In Europa erleben wir live, wie die Welt sich erwärmt und dies zeigt uns, dass selbst gut vorbereitete Gesellschaften nicht vor den Auswirkungen extremer Wetterereignisse sicher sind», sagte WMO-Chef Petteri Taalas.


Bildnachweis: © Jens Büttner/dpa
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