25. Februar 2026 / News aus der Welt

Ameisenart hat keine eigenen Männchen und Arbeiterinnen

Diese Ameisen nutzen andere Ameisenstaaten aus, um ihre Nachkommen aufziehen zu lassen. Sie können sogar auf eigene Männchen verzichten. Wie geht das?

Hellbraune, geflügelte Ameisenköniginnen überfallen den Staat einer anderen Art und lassen dort den eigenen Nachwuchs aufziehen.
Veröffentlicht am 25. Februar 2026 um 12:35 Uhr von dpa

Eine Ameisenart verzichtet einer Studie zufolge vollständig auf Männchen und Arbeiterinnen. Diese Verhaltensweise sei bisher von keiner anderen Ameisenart bekannt, teilte die Universität Regensburg mit. Diese «spektakuläre Entdeckung» bei der Art Temnothorax kinomurai ist das Ergebnis eines japanisch-deutschen Forscherteams unter Beteiligung des Regensburger Zoologen Jürgen Heinze.

Die Studie zeige, dass Königinnen dieser Ameisenart zunächst Ameisenstaaten der verwandten Art Temnothorax makora überfallen. Sie töten deren jeweilige Königin und einige Arbeiterinnen, übernehmen deren kleinen Staat und legen unbefruchtete Eier ab. Diese werden von den restlichen Arbeiterinnen des überfallenen Staates ausschließlich zu neuen Königinnen der Art Temnothorax kinomurai aufgezogen. 

Möglich macht dies die sogenannte Jungfernzeugung (Parthenogenese), bei der sich aus unbefruchteten Eiern Nachkommen entwickeln. Temnothorax kinomurai ist damit die erste bekannte Ameisenart, bei der es weder Arbeiterinnen noch Männchen gibt, wie das Forschungsteam im Fachjournal «Current Biology» berichtet.

Das Grundschema bei Ameisen sei, wie bei den meisten anderen Tierarten auch, dass es zwei Geschlechter gibt - Weibchen und Männchen, erläutert Heinze. Bei den weiblichen Tieren gibt es demnach Königinnen, die für Paarung und Fortpflanzung zuständig sind, und Arbeiterinnen, die alle anderen Tätigkeiten im Staat übernehmen. Die Männchen sterben nach der Paarung. Ihr Sperma werde aber von der Königin zeitlebens genutzt, um Eier zu befruchten.

Manche parasitische Ameisenarten hätten die Arbeiterinnenkaste verloren - nicht aber die Männchen. Die Königin dringe in Nester anderer Arten ein, um die dortigen Arbeiterinnen für sich arbeiten zu lassen. Bei einigen wenigen Gruppen vermehren sich laut Studie weibliche Tiere ohne Männchen durch Parthenogenese und hätten noch eigene Arbeiterinnen.

Die Besonderheit der Temnothorax kinomurai habe der japanische Ameisenforscher - und Namensgeber - Kyoichi Kinomura aufgrund seiner Beobachtungen schon lange vermutet, wie die Universität Regensburg mitteilt. Jedoch habe die extreme Seltenheit dieser in Eicheln in Japan lebenden Art es schwierig gemacht, exakte Daten zur Brutproduktion zu erheben. Durch gezielte Aufzuchtversuche mit in Japan gefundenen Kolonien sei seine Vermutung jetzt bestätigt worden.


Bildnachweis: © Kyoichi Kinomura/Universität Regensburg/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Rheda-Wiedenbrück: B61 – Restarbeiten ab 13. April, Tempo 50 und Einspurbetrieb bis Freitag
Baustellen und Sperrungen

Straßen.NRW führt ab Montag letzte Bankett- und Markierungsarbeiten auf der B61 durch

weiterlesen...
Ostern im Blumenhaus Wagner: Frühlingsgrüße für Zuhause und zum Verschenken
Partner News

Österliche Ideen für Zuhause, zum Verschenken und für den Friedhof: Blumenhaus Wagner bringt den Frühling in die Feiertage.

weiterlesen...
Erneute Auszeichnung für drei starke Innungsbetriebe
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Drei Betriebe aus dem Bereich des Lebensmittelhandwerks dürfen sich erneut über eine besondere Anerkennung freuen: Die...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Pro Arbeit zeigt „Gesichter und Stimmen der Integration“
Stadt Rheda-Wiedenbrück

Pro Arbeit präsentiert erfolgreiche Integration durch Porträts in Rheda-Wiedenbrück.

weiterlesen...
Sternschnuppen am Nachthimmel und der Mond spielt mit
News aus der Welt

Es darf wieder gewünscht werden: Derzeit verglühen Kometentrümmer am Nachthimmel.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Sternschnuppen am Nachthimmel und der Mond spielt mit
News aus der Welt

Es darf wieder gewünscht werden: Derzeit verglühen Kometentrümmer am Nachthimmel.

weiterlesen...
Prozess nach Tod von Hamburger Familie in Istanbul gestartet
News aus der Welt

Eine Hamburger Familie stirbt im Türkei-Urlaub nach einem Gift-Einsatz gegen Bettwanzen. Im Prozess in Istanbul fordern Angehörige Gerechtigkeit – und klagen über fatale Fehler.

weiterlesen...