Beim Kentern eines Bootes vor den Bahamas sind mindestens 17 mutmaßliche Migranten aus Haiti ums Leben gekommen. Darunter waren 15 Frauen und ein kleines Kind, wie Premierminister Philip Davis bei einer Pressekonferenz mitteilte. Demnach war das zweimotorige Boot nachts von der Hauptstadt der Bahamas, Nassau, gestartet und kurz darauf, gut zehn Kilometer vor der Küste, wohl wegen stürmischer See gekentert. Es seien vermutlich rund 60 Menschen an Bord gewesen, sagte Davis. Ziel sei wohl die US-Stadt Miami gewesen. 25 Menschen seien gerettet worden, es werde nach möglichen weiteren Opfern gesucht. Vermutlich handle es sich um Menschenschmuggel, es werde ermittelt. Nassau liegt etwa 300 Kilometer von Miami entfernt. Die Zahlen der unerlaubten Grenzübertritte von Mexiko in die Vereinigten Staaten waren in den vergangenen Monaten besonders hoch. Hinzu kommen Versuche, aus karibischen Ländern wie Haiti und Kuba auf dem Seeweg in die USA zu gelangen - wer von der Küstenwache aufgegriffen wird, wird in der Regel schnell zurückgeschickt. Auch an der Landgrenze werden die meisten Migranten seit Beginn der Corona-Pandemie abgewiesen, ohne Asyl beantragen zu können - ein im internationalen Recht wie auch im US-Gesetz verankertes Recht. Viele Haitianer flüchteten zuletzt vor Armut, Bandengewalt und politischem Chaos in ihrer Heimat, dem ärmsten Land des amerikanischen Kontinents. Seit der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse vor gut einem Jahr gab es weder Wahlen noch wurde die Tat aufgeklärt. Nach Angaben der Organisation Witness at the Border wurden seit vergangenem 19. September mehr als 24.000 Menschen aus den USA nach Haiti abgeschoben.
Bildnachweis: © Uncredited/Royal Bahamas Defense Force/AP/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
17 Tote bei Bootsunglück vor den Bahamas
Tragödie auf dem Atlantik: Ein zweimotoriges Boot aus Haiti kentert vor den Bahamas, viele Menschen ertrinken - darunter auch ein kleines Kind. Ermittler glauben an einen Fall von Menschenschmuggel.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 10. April 2026
Rheda-Wiedenbrück: B61 – Restarbeiten ab 13. April, Tempo 50 und Einspurbetrieb bis Freitag
Straßen.NRW führt ab Montag letzte Bankett- und Markierungsarbeiten auf der B61 durch
Österliche Ideen für Zuhause, zum Verschenken und für den Friedhof: Blumenhaus Wagner bringt den Frühling in die Feiertage.
- 15. April 2026
Erneute Auszeichnung für drei starke Innungsbetriebe
Drei Betriebe aus dem Bereich des Lebensmittelhandwerks dürfen sich erneut über eine besondere Anerkennung freuen: Die...
Neueste Artikel
- 20. April 2026
«Mache Rückführung» - Zeugin schildert Gespräch mit Block
Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder wird die Hamburger Hauptermittlerin befragt. Einen Satz fand die Polizistin nach der Tat so wichtig, dass sie ihn direkt in ihr Merkbuch schrieb.
- 20. April 2026
Frontalzusammenstoß auf Landstraße – Drei Frauen sterben
Auf einer Landstraße bei Celle kommt es zu einer folgenschweren Kollision: Ein Auto stößt frontal mit einem Lastwagen zusammen – für drei Frauen in dem Auto kommt jede Hilfe zu spät.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 20. April 2026
«Mache Rückführung» - Zeugin schildert Gespräch mit Block
Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder wird die Hamburger Hauptermittlerin befragt. Einen Satz fand die Polizistin nach der Tat so wichtig, dass sie ihn direkt in ihr Merkbuch schrieb.
- 20. April 2026
Frontalzusammenstoß auf Landstraße – Drei Frauen sterben
Auf einer Landstraße bei Celle kommt es zu einer folgenschweren Kollision: Ein Auto stößt frontal mit einem Lastwagen zusammen – für drei Frauen in dem Auto kommt jede Hilfe zu spät.

