Rheda-Wiedenbrück: Mitarbeitende und Eltern der katholischen Kindertageseinrichtungen zeigen sich angesichts des im Landtag befindlichen Gesetzentwurfs zum überarbeiteten Kinderbildungsgesetz tief besorgt. Diese Sprachlosigkeit wurde im Rahmen einer Protestaktion durch gemeinsames Schweigen symbolisiert.
Am Samstag, den 4. April 2026, findet von 8 bis 12 Uhr ein Proteststand auf dem Markt in Wiedenbrück vor der Aegidiuskirche statt. Dort demonstrieren Kita-Personal, Eltern und Kinder schweigend und rufen gleichzeitig zur Unterschriftenaktion auf. Auch die Kita St. Pius setzt ein Zeichen mit einem Mahn-Bauzaun vor der Kirche, passend zum Osterfeuer am darauffolgenden Sonntag.
Nachdem das System der katholischen Kindertageseinrichtungen bisher oft laut und kreativ auf Missstände im Kinderbildungsgesetz (KiBiz) aufmerksam gemacht hat, ist es nun still geworden. Der aktuell im Landtag beratene Gesetzentwurf sorgt für große Verunsicherung bei Mitarbeitenden und Eltern.
Zentrale Forderungen der KitasDie Mitarbeitenden und Träger der katholischen Kindertageseinrichtungen im Erzbistum fordern klare Verbesserungen im Gesetz:
- Gute Bindung statt wechselndem Personal: Die geplante Aufteilung in Kern- und Randzeiten führt zu häufig wechselnden Bezugspersonen. Kinder brauchen jedoch feste und vertraute Bezugspersonen, um sich sicher zu fühlen.
- Zeit für Gespräche: Wichtige Tür-und-Angel-Gespräche beim Bringen und Abholen könnten durch neue Zeitregelungen eingeschränkt werden, obwohl der Austausch mit Eltern entscheidend für die Entwicklung der Kinder ist.
- Kitas in der Nähe: Kleine Einrichtungen sind durch das aktuelle Finanzierungssystem gefährdet. Die Kitas sollen als wichtige soziale Treffpunkte in Dörfern und Stadtteilen erhalten bleiben.
- Bildung statt nur Betreuung: Kitas sind Bildungsorte. Der Gesetzentwurf berücksichtigt aus Sicht der Träger die pädagogische Qualität nicht ausreichend.
Steigende Kosten für Energie, Reparaturen und Instandhaltung stellen viele Einrichtungen vor große Herausforderungen. Die bisherigen Landeszuschüsse reichen nicht aus, um diese Entwicklungen auszugleichen. Daher fordern die Beteiligten eine Finanzierung, die den tatsächlichen Kosten gerecht wird, damit Kitas weiterhin sichere und qualitativ hochwertige Orte für Kinder bleiben.

