Die Aula des Ratsgymnasiums war erfüllt von Licht, Bildern und Geschichten: 350 Schülerinnen und Schüler erlebten eine außergewöhnliche Begegnung mit dem Bestsellerautor Stephan Orth, der die Jugendlichen in seinem Multimediavortrag zu „Couchsurfing in der Ukraine“ auf eine intensive Reise in ein Land mitten im Krieg mitnahm.
Orth berichtete den Jahrgangsstufen 9 bis Q1 von seinen persönlichen Erlebnissen in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion 2022. Auf seinen Reisen übernachtet er bei Einheimischen, hört ihre Geschichten, unterstützt beim Wiederaufbau und dokumentiert, wie Menschen ihren Alltag zwischen Luftalarm, Zerstörung und Hoffnung meistern. Zentrale Fragen begleiteten den Vortrag: Wie leben die Menschen, die geblieben sind? Was gibt ihnen Hoffnung? Und wie betrifft dieser Krieg uns in Europa?
Besonders berührend waren die persönlichen Begegnungen, die Orth schilderte. Durch seine ukrainische Exfreundin hat er eine enge Verbindung zu dem Land entwickelt und den Krieg aus nächster Nähe miterlebt – von den Schrecken der Raketenangriffe bis hin zu der beeindruckenden Widerstandskraft der Bevölkerung. Bewegend erzählte er von Lijdia, einer 85-jährigen Frau, die nach der Zerstörung ihrer Wohnung im Keller lebt und dennoch sagt: „Alles wird gut werden.“ Solche Begegnungen machen sein Buch zu einem packenden Bericht über das Leben im Ausnahmezustand. Seine Erzählungen wurden durch Fotos, Videos und Musik lebendig untermalt. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten, sondern auch die Emotionen hinter den Schlagzeilen. Der Krieg wurde so greifbar – kein fernes Geschehen, sondern eine Realität, die Europa betrifft.
Neben seinen aktuellen Erfahrungen in der Ukraine sprach Orth über frühere Reisen, unter anderem nach Russland vor Kriegsbeginn, sowie über weitere Werke wie „Couchsurfing im Iran“, „Couchsurfing in Saudi-Arabien“ und „Couchsurfing in Russland“. Sein Ziel ist stets dasselbe: Menschen in den Mittelpunkt stellen und hinter politische Schlagzeilen blicken.
Im Anschluss hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Fragen zu stellen – über die aktuelle Lage in der Ukraine, persönliche Einschätzungen des Autors oder seine Arbeit als Reisejournalist und Schriftsteller. Das große Interesse spiegelte wider, wie sehr der Vortrag die Jugendlichen bewegte.
Die Veranstaltung, die dank der Kontakte von Tobias Wellerdiek überhaupt erst ermöglichst wurde, war weit mehr als eine Lesung. Sie regte zum genauen Hinsehen, Nachdenken und Mitfühlen an. Viele verließen die Aula sichtlich berührt, mit einem nachhaltigen Eindruck von einer Gesellschaft, die trotz aller Zerstörung weiter kämpft, hofft und lebt.
Zwischen Zerstörung und Hoffnung: Stephan Orth am Rats
Fotos, Videos und persönliche Geschichten: Stephan Orth berichtete am Ratsgymnasium von seinen Reisen durch die Ukraine im Krieg
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