Seit 1976 stehen in St. Vit die Gebäude der Kreisfeuerwehrschule – erkennbar am markanten Schlauchturm, der längst zum inoffiziellen Landmark des Stadtteils geworden ist. Jetzt zeichnet sich ab, dass diese Ära irgendwann endet: Zieht der Kreis mit der Ausbildung ab, wird die Fläche frei – und sie gehört der Stadt Rheda-Wiedenbrück selbst.
Was zuletzt geplant war
Erst im Frühjahr klang es so, als könnte es schnell gehen: Auf dem Areal sollte neuer Wohnraum entstehen, was sogar dem angrenzenden Löschzug Vorteile verschafft hätte – etwa durch modernisierte Unterbringung oder eine Neuordnung der Nutzung vor Ort. Die Idee lag nahe: Eine stadteigene Fläche in zentraler Lage, ein Bedarf an Wohnraum in der Doppelstadt, ein absehbarer Leerstand – eigentlich ein Lehrbuchfall für eine Nachnutzung.
Nun jedoch drückt die Verwaltung auf die Bremse. Die genauen Gründe dafür sind bislang nicht öffentlich im Detail bekannt. Auffällig ist aber der Zusammenhang mit einem zweiten, praktisch gleichzeitig gemeldeten Vorgang: Für ein direkt angrenzendes Neubaugebiet in St. Vit hat die Stadt eine vorläufige Veränderungssperre über das gesamte Areal verhängt – noch bevor die eigentliche Planung richtig begonnen hat. Ein Investor wollte dort bauen, darf es aber vorerst nicht.
Warum die Stadt jetzt zögert
Das deutet auf ein größeres Muster hin, nicht auf einen Einzelfall: Die Stadt scheint sich für den gesamten Bereich St. Vit erst eine geordnete Planungsgrundlage schaffen zu wollen, bevor einzelne Projekte – ob auf dem Feuerwehrschul-Gelände oder auf Nachbarflächen – weiter vorangetrieben werden. Eine Veränderungssperre ist genau das Instrument, mit dem Kommunen unkoordinierte Einzelentscheidungen verhindern, während sie an einem übergeordneten Bebauungsplan arbeiten.
Was das für St. Viet bedeuten könnte
Für Anwohner und Interessenten heißt das zunächst: Abwarten. Bis ein Bebauungsplan steht, bewegt sich auf keiner der Flächen viel – weder auf dem Schulgelände noch beim geplanten Neubaugebiet nebenan. Das kann am Ende zu einer durchdachteren Lösung führen, bei der Wohnraum, Verkehrsanbindung und die Zukunft des Löschzugs zusammen gedacht werden, statt Fläche für Fläche isoliert zu entscheiden. Es bremst aber auch Tempo aus einem Prozess, der ohnehin schon seit Jahren diskutiert wird.
Offen bleibt: Wann ein Bebauungsplanverfahren für St. Vit konkret aufgesetzt wird und ob die Kreisfeuerwehrschule tatsächlich zeitnah aufgegeben wird. Sobald der Kreis einen festen Termin für den Umzug in ein neues Bevölkerungsschutzzentrum nennt, dürfte auch die städtische Planung für das Gelände wieder Fahrt aufnehmen.
Bildquelle: Kreisfeuerwehrverband Gütersloh


