Auch im 194. Vereinsjahr wurde der traditionelle Osterweckruf am Karsamstag, dem 04.04.2026, erneut durchgeführt. Die Wurzeln dieses Brauchs reichen bis ins Jahr 1830 zurück. Seit 1832 wird die Tradition von der Liedertafel Eintracht 1832 Wiedenbrück gepflegt und weitergeführt. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung durch zahlreiche Gastsänger unterstützt. Mitwirkende kamen unter anderem von der MGV Geselligkeit Batenhorst, dem WTV Oldie Rugby sowie den Unternehmen Eu-Dur, Humpe und Billen. Auch ehemalige Messdiener beteiligten sich an dem Gesang. Insgesamt nahmen 23 Sänger teil – eine Zahl, die die Organisatoren besonders erfreute. Der starke Zuspruch zeigte, dass das Interesse an Brauchtum und Tradition weiterhin lebendig ist. Gleichzeitig hoffen die Verantwortlichen, künftig auch jüngere Sänger für die Mitwirkung begeistern zu können. Notenkenntnisse sind für die Teilnahme ausdrücklich nicht erforderlich.
Gestartet wurde der Osterweckruf um 22.50 Uhr im Anschluss an die Auferstehungsmesse in der Aegidiuskirche, wo Pastor Loer die Sänger herzlich begrüßte. Mit dem traditionellen Lied „Stehet auf, stehet auf, Christen stehet auf! Und singt dem Herrn darauf“ begann der musikalische Rundgang durch die Stadt. Weitere Stationen führten unter anderem zum Wohnsitz von Pastor Loer und Dechant Edeler, zum Konrad-Adenauer-Platz sowie in das historische Rathaus, wo die stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Bauer die Sänger empfing. Dort wurde neben dem Osterweckruf auch das Lied „Das Morgenrot am kühlenden Morgen“ vorgetragen. Im Verlauf des Abends und der Nacht folgten weitere Auftritte auf dem Marktplatz, an der „Fuchshöhle“, an der Kreuzkirche sowie vor der Paterskirche. Auch die Gäste des Irish Pub konnten den Osterweckruf musikalisch erleben. Die letzte Station bildete die Vereinsgaststätte Bischoff, wo gegen 01.25 Uhr der Abschluss erfolgte. Dort wurde der Osterweckruf ein letztes Mal angestimmt, gefolgt von einer Zugabe in den frühen Morgenstunden. Bei einem gemeinsamen Frühstück ließen die Beteiligten den Abend in geselliger Runde ausklingen.
Der 1. Vorsitzende Josef Buthe dankte allen Mitwirkenden für ihren Einsatz und betonte die Bedeutung von Tradition, Brauchtum und Gemeinschaft für das gesellschaftliche Miteinander in Rheda-Wiedenbrück. Für alle Beteiligten war der Osterweckruf auch in diesem Jahr ein besonderes und eindrucksvolles Erlebnis.

