House-Musik zwischen Fachwerkfassaden, ein Summer Closing mit Strahlkraft und anschließend eine Diskussion über das Leben in der Innenstadt. Zwei Videos zum Abend kamen innerhalb von weniger als 24 Stunden zusammen auf mehr als 250.000 Aufrufe.
Wiedenbrück. Manchmal braucht es nur einen kleinen Teil einer Stadt, um zu zeigen, wie viel Leben in ihr steckt. Am Freitag, 18. September, wurde der Klingelbrink zu genau so einem Ort: Soleil Society und Karli Café verwandelten die Straße mit ihrem Summer Closing in eine kleine Open-Air-Partymeile. Menschen kamen zusammen, vor dem DJ-Pult wurde getanzt, die Leuchtschrift der Soleil Society setzte zwischen den Fassaden einen weithin sichtbaren Akzent. Dieser Teil Wiedenbrücks pulsierte.
Ab 18 Uhr und bei freiem Eintritt stand der Abend im Zeichen von House-Musik und dem gemeinsamen Sommerausklang. Wir waren mit der Kamera dabei. Unsere Aufnahmen zeigen Begegnungen auf der Straße, Gäste vor den beleuchteten Häusern und DJs, die den Klingelbrink zum Tanzplatz machten. Eine Veranstaltung, die vor allem eines vermittelte: Hier haben Menschen Lust, ihre Stadt gemeinsam zu erleben.
Mehr als eine Viertelmillion Aufrufe und eine Bewertung als Auslöser
Die Aufmerksamkeit endete nicht mit dem Abend. Nach den der Redaktion mitgeteilten Zahlen verzeichneten zwei Videos von der Veranstaltung in weniger als 24 Stunden insgesamt mehr als 250.000 Aufrufe. Gemeint sind Videoaufrufe, nicht ebenso viele unterschiedliche Zuschauerinnen und Zuschauer.
Besonders viel Resonanz erhielt ein Instagram-Beitrag von Karli Café und seinen Mitwirkenden, der Partybilder mit einer negativen Google-Bewertung verbindet. Die darin gezeigte Ein-Stern-Rezension beklagt lauten Bass und eine aus Sicht des Verfassers unzumutbare Störung nach 23 Uhr. Ob diese Zeitangabe und die geschilderte Belastung zutreffen, ist nicht unabhängig bestätigt.
Karli Café reagiert in dem Beitrag mit Dank an die Gäste und einem deutlichen Bekenntnis zur Veranstaltung: „Wir würden es immer wieder machen!“ Das Café beschreibt Innenstädte als Orte der Begegnung und Lebensfreude.
Zwischen Innenstadtbelebung und guter Nachbarschaft
In den öffentlich sichtbaren Kommentaren stehen Begeisterung und Kritik nebeneinander. Gäste loben den lebendigen Abend und wünschen sich eine Wiederholung. Eine Kommentatorin schreibt sinngemäß, solche Angebote hätten ihr früher vor Ort gefehlt; zum Ausgehen habe man sonst in andere Städte fahren müssen.
Andere Stimmen mahnen Rücksicht auf die Nachbarschaft an. Sie verweisen insbesondere auf Menschen im Schichtdienst und Beschäftigte im Gesundheitswesen, die auf Schlaf angewiesen seien. Die Kommentare zeigen damit unterschiedliche Erwartungen an denselben Ort: Treffpunkt und Ausgehmeile für die einen, Wohnumfeld und Rückzugsraum für die anderen. Eine repräsentative Umfrage sind sie nicht.
Unser Standpunkt: Diesen Schwung bis zur Herbstkirmes mitnehmen
Für uns ist das Summer Closing ein starkes Beispiel dafür, wie junge Veranstalter das Stadtleben bereichern können. Innenstadtbelebung bleibt häufig ein abstraktes Schlagwort. Am Klingelbrink bekam sie Gesichter, Musik und Bewegung. Wer möchte, dass Menschen ihre Freizeit vor Ort verbringen, muss ihnen auch Anlässe dafür geben.
Gute Nachbarschaft gehört dazu. Frühzeitige Informationen, verlässliche Endzeiten, ein durchdachtes Lautstärkekonzept und erreichbare Ansprechpartner sollten bei solchen Veranstaltungen selbstverständlich mitgedacht werden. Die Antwort auf unterschiedliche Bedürfnisse sollte eine gute Organisation sein, verbunden mit dem Willen, solche Abende möglich zu machen.
Deshalb lohnt es sich, diesen Erfolg weiterzudenken. Eine eigene Stage auf der Herbstkirmes könnte der nächste Schritt sein: mit House-Musik, lokalen DJs und einem Angebot für alle, die sich dieses Lebensgefühl auch dort wünschen. Das ist unser Vorschlag, keine angekündigte Planung.
Die Soleil Society wäre dafür der perfekte Rahmen. Der Klingelbrink hat gezeigt, welche Energie in diesem Format steckt. Rheda-Wiedenbrück braucht genau solche Impulse. Dringend.






