Gütersloh. Wenn Angehörige immer mehr auf Hilfe angewiesen sind, kommen zahlreiche Fragen auf: Wie lässt sich die Pflege organisieren und finanzieren, welche Hilfen stehen zur Verfügung und wo kann man sich umfassend beraten lassen? Wie gelingt es, die eigene physische und psychische Gesundheit zu bewahren, während man sich um einen hilfebedürftigen Angehörigen kümmert? Mit diesen und vielen anderen Fragen kamen Teilnehmerinnen der Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige, die aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stammen, zur Veranstaltung in die Diakonie Gütersloh. Insbesondere für Personen mit Migrationshintergrund gestaltet sich die Orientierung im deutschen Pflegesystem und die Inanspruchnahme hilfreicher Angebote als besonders herausfordernd.
Silke Stitz, Pflege- und Demenzberaterin, die seit vielen Jahren Angehörige von Pflegebedürftigen berät, berichtete über die Beratungsangebote der Diakonie und beantwortete umfassend zahlreiche Fragen der Teilnehmenden. Dabei wurden unter anderem das Beantragen des Pflegegrads, die Verhinderungspflege und der Umgang mit Demenzkranken thematisiert. Obwohl nicht alle individuellen Pflegesituationen im offenen Gruppengespräch geklärt werden konnten, war die Veranstaltung für die Teilnehmenden eine große Hilfe.
Die Veranstaltung wurde vom Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe organisiert, und mit Unterstützung vom Projekt GiGeL (Gütersloher interkulturelle Gesundheitslots*innen) realisiert. Weitere Vorträge rund um Pflege sind in Planung, darunter eine Informationsveranstaltung zum Thema ‚Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht‘. Im Kreis Gütersloh gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen für Menschen, die Angehörige pflegen und betreuen. Im Mittelpunkt steht der Austausch mit Menschen, die sich in ähnlichen Lebenslagen befinden. Die Gruppen bieten die Gelegenheit zu gegenseitiger Unterstützung, praktischen Empfehlungen und emotionaler Entlastung. Gruppenmitglieder werden durch den Austausch mit Gleichbetroffenen, durch gemeinsame Aktivitäten und durch Veranstaltungen mit Informationen über relevante Themen gestärkt – so können sie besser mit ihrem herausfordernden Pflegealltag umgehen. Zusätzlich zu den allgemeinen Pflegeselbsthilfegruppen gibt es spezielle Gruppen für Eltern von pflegebedürftigen Kindern sowie Gesprächskreise für Angehörige von Menschen mit Demenz.
Wenn Betroffene nach einer passenden Selbsthilfegruppe suchen oder selbst eine Gruppe gründen möchten, können sie sich an das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe (KoPS) wenden. Hier kann man sich informieren und die Unterstützung bei der Gruppengründung bekommen. Kontakt: 05241/852884, E-Mail kops@kreis-guetersloh.de. Das KoPS wird vom Land NRW und den Pflegekassen gefördert.
Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)


