Gütersloh. Wie geht es weiter mit den fünf in Kreisträgerschaft befindlichen Berufskollegs? Das diskutierten jetzt die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport. Die Verwaltung hatte in einer Vorlage die Rahmenbedingungen für die Schulentwicklungsplanung aufgezeigt, der Ausschuss votierte einstimmig dafür, auf dieser Basis die weitere Planung zu verfolgen. Am 31. März hat der Kreisausschuss das Thema auf seiner Tagesordnung. „Im Prinzip hat sich die Profilbildung der Berufskollegs bewährt“, fasste Kreisdirektorin Susanne Koch die Vorlage zusammen. Basierend auf den bisherigen Überlegungen, die zusammen mit den Berufskollegs, mit der Schülerschaft und unter Begleitung des Beratungsunternehmens ‚conceptk‘ angestrengt worden sind, sollen lediglich einzelne Fachbereiche beziehungsweise einzelne Bildungsgänge optimiert werden. Vor größeren Herausforderungen steht der Schulträger bei den Schulgebäuden: Die PCB-belasteten Teile des Reinhard-Mohn-Berufskollegs sind nicht sanierungsfähig. Ebenso das PAK-belastete Bauteil des Carl-Miele-Berufskollegs. Neubau, Generalsanierung – der Kreis Gütersloh will jetzt klären, welche Lösungen die wirtschaftlichsten sind. In beiden Berufskollegs hat es Probesanierungen gegeben – ohne befriedigendes Ergebnis. Auch in Halle (Westf.) stellt sich die Frage eines Teilneubaus oder eines kompletten Neubaus. Die Frage soll auf Basis eines noch zu erstellenden Raumprogramms geklärt werden. Das Ergebnis wird dann der Politik zur Entscheidung vorgelegt.
In einem halbseitigen Beschlussvorschlag hat die Verwaltung die zentralen Eckpfeiler der Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs aufgelistet: Erhalt aller fünf Berufskollegs an den drei Standorten Gütersloh, Halle (Westf.) und Rheda-Wiedenbrück. Weitgehende Beibehaltung der 2008 erfolgten Profilbildung, also etwa Gesundheit in Halle (Westf.) und Wirtschaft und Verwaltung am Ems-Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück. Die berufliche Orientierung soll an allen drei Standorten in möglichst vielen Fachbereichen angeboten werden. Gerade hier, so die Verwaltungsvorlage, habe sich gezeigt, dass die Schülerinnen und Schüler weniger flexibel und mobil seien. Die Konzentration von Bildungsgängen solle geprüft werden mit dem Ziel, die Qualität und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Multifunktionale Raumnutzungen sollen in einem größeren Ausmaß angestrebt werden, um auch künftig flexibel reagieren zu können.
Der Schulentwicklungsprozess für die Berufskollegs ist bereits im vergangenen Jahr gestartet. Workshops, Begehungen sowie eine Befragung der Schülerschaft, der Berufskollegs, der allgemeinbildenden Schulen und der Ausbildungsbetriebe wurden durchgeführt. Im Ergebnis kamen alle Beteiligten zu der Erkenntnis, dass eine grundlegenden Neuausrichtung mehr Nach- als Vorteile hätte. Alle fünf Berufskollegs und ihre drei Standorte sollen stattdessen erhalten bleiben und die 2008 erfolgte Profilbildung lediglich geschärft werden. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die fünf Berufskollegs teils mit erheblichen Investitionen moderne Fachräume und Ausstattung erhalten haben, beispielsweise das naturwissenschaftliche Zentrum am Reckenberg-Berufskolleg, das auch vom Ems-Berufskolleg mitgenutzt wird. Einen weiteren Vorteil sieht die Verwaltung auch in der guten Erreichbarkeit der drei Standorte und in den vielfältigen Kooperationen vor Ort, etwa mit der Wirtschaft und den Ausbildungsbetrieben.
Ausblick: Als nächstes soll in mehreren Workshops geklärt werden, wo Optimierungsbedarf besteht. Es wird mindestens drei Fach-Workshops geben: Metall, Erziehung und Soziales sowie Wirtschaft und Verwaltung. Die Ergebnisse sollen der Kreispolitik in der Juni-Sitzung des Ausschusses vorgestellt werden. Im Anschluss daran soll das Beratungsunternehmen mit der weiteren Planung fortfahren und unter anderem Raumprogramme für die einzelnen Berufskollegs entwickeln.
Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)


