20. Februar 2026 / Kreis Gütersloh

Birken-Moorwald wird geschützt

Harsewinkel. „Wer hat denn dort die Kiefern geringelt?“ Das mag sich mancher Spaziergänger fragen, der dieser Tage...

Veröffentlicht am 20. Februar 2026 um 11:50 Uhr von Lena Drücker

Harsewinkel. „Wer hat denn dort die Kiefern geringelt?“ Das mag sich mancher Spaziergänger fragen, der dieser Tage das Hühnermoor in Marienfeld besucht und die abgeschälte Rinde an den Bäumen sieht. „Diese Maßnahme dient der Verbesserung des geschützten Birken-Moorwaldes“, erklärt Ulrike Rediker-Authmann vom Sachgebiet Naturschutz des Kreises Gütersloh.

Bei den Bäumen, bei denen durch die abgeschälte Rinde die Wasser- und Nährstoffversorgung unterbrochen wird, handelt es sich um Kiefern. „Diese Baumart gehört natürlicherweise nicht in den Moorwald und wurde vom Menschen aus forstwirtschaftlichen Gründen eingebracht“, erläutert Rediker-Authmann. Sie ergänzt: „Die teilweise sehr großen Kiefern entziehen dem Standort durch ihre Verdunstung Wasser, das für die Existenz des Hochmoores essenziell ist. Die Kiefern werden nun in den nächsten Jahren langsam absterben, tragen nicht mehr zur Wasserverdunstung bei und machen Platz für Arten des Moorwaldes wie Torfmoose und Wollgräser.“ Die abgestorbenen Bäume bleiben dabei vor Ort und bieten als Totholz Lebensraum für darauf spezialisierte Arten. „Außerdem wäre eine Entnahme nicht ohne erhebliche Beschädigungen des Bodens möglich gewesen, denn der Moorwald steht auf Hochmoortorf, der bestenfalls bis an die Oberfläche nass und extrem Verdichtungsempfindlich ist“, weiß die Expertin.


Der ‚Lebensraumtyp 91D0, Moorwald‘ ist ein sogenannter prioritärer Lebensraumtyp der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie). Diese wurde erlassen, um europaweit ein Netz von Lebensräumen und -arten zu schützen. Das bedeutet, dass zum Schutz des Moorwaldes an anderen Stellen sogar FFH-Gebiete ausgewiesen wurden. Das ist in Marienfeld nicht passiert, denn der Moorwald kommt nur kleinflächig vor. An der Ost- und der Westseite des offenen Moorkörpers nimmt er insgesamt eine Fläche von knapp einem Hektar ein.

Mit dieser Maßnahme setzen die untere Naturschutzbehörde des Kreises Gütersloh und die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V. ihre Bemühungen fort, alle Niederschläge, die dem Hühnermoor zugutekommen, an Ort und Stelle zu halten und die Verdunstung herabzusetzen. Alle Maßnahmen im Wald wurden mit dem zuständigen Förster abgestimmt. Die Flächengröße von baumfreien Hochmooren und angrenzenden Moorwäldern ist in Deutschland zwar stabil, aber die Qualität der Biotope hat abgenommen. Die Wasserverfügbarkeit ist dabei ein entscheidender Faktor, der im Zuge des Klimawandels zeitweise Mangelware oder sehr ungleichmäßig verteilt ist.

Weitere Informationen: https://www.kreis-guetersloh.de/nsg-huehnermoor


Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)


Bildnachweis/Bildinformationen: Im Naturschutzgebiet Hühnermoor sollen die geringelten Kiefern den Moorwald schützen. Foto:  Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V.

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