5. Oktober 2023 / Kreis Gütersloh

30 Jahre, 300 Arbeiten und vielfältige Einblicke

Bonn/Gütersloh. Als Mitte September in Bonn die Landessieger des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten...

von Jan Focken

Bonn/Gütersloh. Als Mitte September in Bonn die Landessieger des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten ausgezeichnet wurden, standen nicht nur Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Gütersloh auf der Bühne, sondern auch ein engagierter und regional bekannter Historiker: Dr. Rolf Westheider, Stadtarchivar in Versmold und Vorsitzender des Kreisheimatvereins, verabschiedete sich nach 30 Jahren aus der ehrenamtlichen Juryarbeit und wurde von Dr. Thomas Paulsen aus dem Vorstand der Körber-Stiftung gewürdigt.

Die Stiftung schreibt den Geschichtswettbewerb gemeinsam mit dem Bundespräsidialamt aus und koordiniert beispielsweise die Besetzung der Jurys, deren Mitglieder aus Schule und Wissenschaft und aus außerschulischen Lernorten wie Archiven, Museen oder Gedenkstätten berufen werden. „Diesen Austausch und die vielfältigen Perspektiven habe ich immer genossen“, so Westheider, der in den vergangenen 30 Jahren zwei Stadtarchive und ein Museum geleitet hat. Die regelmäßigen Kontakte zu Schulen und Lehrkräften, die der Wettbewerb mit sich brachte, bereicherten auch die historische Bildungsarbeit an seinen beruflichen Wirkungsstätten in Borgholzhausen, Versmold und Gütersloh. „Man bekommt alle zwei Jahre einen aktuellen Einblick, wie Geschichtsunterricht gerade abläuft – und natürlich, wie die Jugendlichen so ‚ticken‘, welche Themen sie interessieren und wie sie mit Geschichte umgehen“.

Gibt es ein Highlight, eine Arbeit, die auch nach 30 Jahren im Gedächtnis bleibt? Eigentlich nicht. „Das eigentliche Highlight ist der Wettbewerb selbst“, so Westheider. „Es ist doch unglaublich, dass alle zwei Jahre mehrere Tausend Kinder und Jugendliche anfangen, über Geschichte zu forschen, ins Archiv gehen und Omas Fotoalben auswerten. Und dann teilweise Arbeiten produzieren, die man jederzeit an der Uni abgeben oder in einer Fachzeitschrift veröffentlichen könnte!“ Gerade für die Lokalgeschichte und Heimatforschung, die ihm sehr am Herzen liegt, habe der Wettbewerb unglaublich viel zu bieten, wie er bereits in seiner ersten Runde als Juror zum Thema Denkmäler 1993 erleben durfte.


Gezählt hat er irgendwann nicht mehr, aber es müssen über 300 Arbeiten gewesen sein, die Westheider als Juror im Geschichtswettbewerb gelesen und bewertet hat. Um genau zu sein: gelesen, gehört oder angeschaut. Denn auch bei einem historischen Forschungswettbewerb macht sich die Digitalisierung bemerkbar. Waren Film- und Hörbeiträge früher nur mit teurer Technik aufzunehmen und zu schneiden, reichen die Schülerinnen und Schüler heute immer öfter selbst produzierte Videos, Webseiten oder Podcasts ein. Und auch die Juryarbeit ist digitaler geworden. „Bei den ersten Jurysitzungen kam der Vorsitzende mit einer Sackkarre und alle gingen mit einem dicken Paket Papier nach Hause.“ Seit zehn Jahren gibt es die Arbeiten zum Download in einer gesicherten Datenbank, in der die Jurymitglieder auch gleich online ihre Gutachten einstellen können. Vor zwei Jahren fand die Juryarbeit corona-bedingt komplett online statt. Doch ist Westheider froh, dass seine Landesjury dieses Jahr wieder zu zwei Sitzungen in Präsenz zusammenkam. Zum einen diskutiere man vor Ort ganz anders, wenn um die letzten Preise gerungen werde, zum andere konnte er sich so von der einen oder dem anderen Kollegen verabschieden, mit denen sich über die Jahre persönliche Kontakte über den Wettbewerb hinaus ergeben hatten.

 
Auch nach Westheiders Abschied ist der Kreis Gütersloh im Geschichtswettbewerb übrigens weiter präsent: Kreisarchivar Ralf Othengrafen koordiniert die Arbeit der Landesjury NRW-Nord und Dr. Franz Jungbluth ist als Archiv- und Museumspädagoge ebenfalls in der Jury vertreten.

Zum Thema: Geschichtswettbewerb
Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten feiert dieses Jahr sein 50. Jubiläum und wird alle zwei Jahre vom Bundespräsidialamt und der Körber-Stiftung ausgeschrieben. In der aktuellen Runde zum Thema „Wohnen hat Geschichte“ wurden zwei Klassen des Städtischen Gymnasiums Gütersloh mit einem Landessieg und ein Schüler der Gütersloher Freiherr-vom-Stein-Schule mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Die Ergebnisse auf Bundesebene werden im November verkündet.

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)

Meistgelesene Artikel

Ostergebäck zum Vernaschen
Rezepte

Rezept für Quarkhasen

weiterlesen...
Camper-Hausmesse 2024: Die thiel gruppe bietet ein abwechslungsreiches Programm
Veranstaltungstipp

Vorträge, Camping-Schnäppchenmarkt, Große Technik- und Zubehörausstellung und vieles mehr nicht verpassen

weiterlesen...
Mülltrennung ist kinderleicht!
Good Vibes

Besuch auf dem Recyclinghof

weiterlesen...

Neueste Artikel

Seilbahnunglück in der Südtürkei: Rettungsaktion erfolgreich
News aus der Welt

Das Zuckerfest nutzen viele in Antalya für eine Seilbahnfahrt. Dann stößt eine Kabine gegen einen Mast und stürzt ab. Ein Mensch stirbt, Dutzende sitzen fast einen Tag fest.

weiterlesen...
Sydney: Sechs Tote bei Angriff in Einkaufszentrum
News aus der Welt

Ein Einkaufsbummel in einer Mall im australischen Sydney wird plötzlich zum Alptraum: Ein Mann sticht auf mehrere Menschen ein. Die Polizei ist schnell vor Ort - und kann wohl Schlimmeres verhindern.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

„Sie sind mit ganz viel Engagement und Herzblut dabei“
Kreis Gütersloh

Gütersloh. Aktuell gibt es rund 130 Tagesmütter und -väter in den zehn Kommunen, für die das Jugendamt des Kreises...

weiterlesen...
Sachgebiet Schwerbehindertenangelegenheitenam Mittwoch, 17. April, nicht erreichbar
Kreis Gütersloh

Rheda-Wiedenbrück. Das Sachgebiet Schwerbehindertenangelegenheiten ist am Mittwoch, 17. April, aufgrund einer internen...

weiterlesen...