23. Februar 2021 / Im Interview

Unsere inhabergeführten Geschäfte unter dem Einfluß von Corona

Martina Güth - Bücher Güth

Melanie Güth von Bücher Güth
Veröffentlicht am 23. Februar 2021 um 12:10 Uhr

Was erst weit weg schien, ist seit einem Jahr mehr als präsent: Die Corona-Pandemie. Viele Menschen und Berufsgruppen sind dadurch betroffen. Die einen mehr die anderen weniger. In RHEDA-WIEDENBRÜCK gibt es noch sehr viele inhabergeführte Geschäfte und Betriebe im Einzelhandel. 
Wie hat sich die Pandemie auf diese Geschäfte ausgewirkt?

Unter unserer Interviewserie „5 Fragen an…“ konnten wir mit Martina Güth, Inhaberin von "Bücher Güth" sprechen.

1) Hallo Martina. Seit einem Jahr ist Corona mehr als präsent im täglichen Leben, beruflich wie privat. Weißt Du noch, was Deine ersten Gedanken waren, als es zum Lockdown im März 2020 gekommen ist?

Mir ging es so wie vermutlich vielen Menschen: Ich dachte, das kann nicht wahr sein!  Nach dem ersten Schock konnten wir beruflich sehr schnell umschwenken und neue Wege gehen, aber privat hat es tatsächlich ein bisschen länger bei mir gedauert, bis ich mich an diese neue Situation gewöhnt hatte.

2) Was macht das mit einem, beruflich wie privat?

Es verändert einen auf jeden Fall: Man wird einerseits nachdenklicher, ruhiger, vorsichtiger und lebt auch zurückgezogener; ich habe das Gefühl, man lebt sehr auf Sicherheit bedacht – und versucht, jegliche Risiken zu vermeiden.   

3) Es gibt ja das Sprichwort „In jeder Krise steckt auch ein Chance“. Hast Du für Dein Geschäft in dieser schwierigen Zeit auch Chancen oder Auswege gesehen? 

Ja, habe ich ganz sicher: Wir haben uns in der Buchhandlung sehr schnell auf die neue Situation umgestellt und danach ging der Betrieb weiter wie bisher – nur eben mit geschlossenen Türen.   

Das lag meines Erachtens daran, dass wir das Neue nicht nur hingenommen, sondern auch gewagt haben und wir haben nicht so lange diskutiert, wie wir das „früher“ getan hätten – wir haben in allen Dingen schnell entschieden und alle haben an einem Strang gezogen. Dies gilt auch bis heute: Die Mitarbeiterinnen stehen enger zusammen und sind ein wirkliches Team geworden – was uns sehr freut.  

4) Gab es einen sehr emotionalen Moment, der Dich immer noch bewegt und der Dich weiterhin prägen bzw. begleiten wird?

Die wirklich hinreißende Unterstützung unsere Kunden begleitet uns nun bereits seit einem Jahr. In dieser Zeit haben uns einige unserer Kunden auch konkrete Hilfe „für den Notfall“ angeboten – damit sie uns in jeder Hinsicht unterstützen könnten und damit wir auch weiterhin da sein können – das berührt einen dann schon. Man merkt, dass man nicht einfach nur „einen Job macht“, sondern dass man in der Stadt angekommen ist. Das ist ein sehr schönes Gefühl! 

5) Welche Unterstützung wünscht Du Dir für inhabergeführte Geschäfte?

Ich wünsche mir, dass unsere Politiker endlich die Notsituation im Einzelhandel, der Gastronomie und im ganzen öffentlichen Leben rundum wahrnehmen. 

Ich wünsche mir, dass die Willkürlichkeit der Entscheidungen (wer hat z.B. geöffnet und wer nicht) und die soziale Ungerechtigkeit, die damit einhergeht, sofort aufhören. 

Ich wünsche mir, dass unsere Politik endlich die kleineren, mittelständischen Unternehmen hört und unterstützt und nicht immer nur die Großkonzerne und Online-Anbieter.  

Ich wünsche mir, dass wir endlich Perspektiven für unsere Kinder, für unsere Mitarbeiter und auch für uns selbst bekommen. 

Buchhandlung bücher-güth
Klingelbrink 31
33378 Rheda-Wiedenbrück
Tel.: 05242 2304
E-Mail: info@buecher-gueth.de
Web und Online-Shop

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